Verstappen-Geständnis nach Japan: Motivationstief ist real und kein Bluff
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Man muss die Ironie erst einmal sacken lassen: Max Verstappen kritisiert den aktuellen Zustand der Formel 1 scharf, während er gleichzeitig den GT3-Sport in den höchsten Tönen lobt – ausgerechnet eine Kategorie, die das Paradebeispiel für ein künstliches Reglement ist und in der die Teilnehmer regelmäßig über die Balance of Performance (BoP) jammern. NurPhoto Max Verstappen und seine Demotivation in der Formel 1
Doch seine Körpersprache an den vergangenen Rennwochenenden sprach Bände: Die Andeutungen über eine schwindende Motivation sind kein Bluff, sie sind real. “Jeden Tag, an dem ich aufwache, überzeuge ich mich aufs Neue. Ich versuche es”, gestand er nach dem Großen Preis von Japan, als unser Schwesterportal Motorsport.com ihn fragte, wie schwierig es sei, in einer Regelpediode, die er sichtlich verabscheut, mit einem widerspenstigen Auto motiviert zu bleiben.
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Verstappen verglich seine Gemütslage dabei passenderweise mit einer der neuen Power-Units: “Morgens fängt es ganz okay an, und dann macht es nur noch: mehhhh …” “Ist es das wert?” – Verstappen grübelt über Rücktritt Kurz darauf folgte das mittlerweile berüchtigte Interview mit Jennie Gow von der BBC. Auf die Frage, ob er ernsthaft darüber nachdenke, die Formel 1 am Ende dieser Saison zu verlassen, antwortete er vielsagend: “Ich mache mir über alles hier im Paddock so meine Gedanken…” “Privat bin ich sehr glücklich. Aber man wartet auch auf 24 Rennen. Diesmal sind es 22, aber normalerweise 24. Und dann fragst du dich einfach: Ist es das wert? Oder genieße ich es mehr, zu Hause bei meiner Familie zu sein? Meine Freunde öfter zu sehen, wenn man seinen Sport nicht mehr genießt?” Verstappen ist seit seinen ersten Erfahrungen im Simulator ein lautstarker Kritiker des neuen technischen Reglements. Dass er derzeit in einem unterlegenen Auto sitzt, dürfte seine Sichtweise zweifellos verschärft haben, auch wenn er konsequent bestreitet, dass das aktuelle Performance-Defizit von Red Bull der Hauptgrund für seine Rücktrittsgedanken ist. Bereits Mitte vergangenen Jahres signalisierte er ein sinkendes Interesse an der Königsklasse – nur um den Fokus wiederzufinden, als Red Bull das Auto endlich verstand und ab dem Grand Prix von Italien eine regelrechte Renaissance einleitete. Da kurzfristig kaum mit größeren Änderungen am technischen Reglement zu rechnen ist, muss Red Bull sein Auto schleunigst verbessern, wenn man Verstappens Interesse nicht endgültig verlieren will. “Ein schneller Max ist ein glücklicher Max” “Wir konzentrieren uns voll und ganz auf das Wettbewerbsbild”, entgegnete Teamchef Laurent Mekies auf die Frage von Motorsport.com, ob er befürchte, Verstappen könnte die Lust verlieren. “Genau das tun wir. Über andere Aspekte führen wir keinerlei Diskussionen.” Gute Laune trotz Disqualifikation: Max Verstappen begeistert Experten! Video wird geladen… Max Verstappen gewinnt erst seinen zweiten Rennauftritt auf der Nürburgring-Nordschleife und verliert diesen Sieg nach Disqualifikation.
Mekies gibt sich kämpferisch: “Wir haben viel Arbeit vor uns. Ich bin mir sicher: Sobald wir ihm ein schnelles Auto hinstellen, mit dem er pushen und den Unterschied machen kann, wird er ein viel glücklicherer Max sein. Das ist momentan zu 100 Prozent unser Thema.”
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Zum Reglement ergänzte er: “Wie Sie wissen, gibt es gute und schwierigere Aspekte. Als Sport werden wir uns in der Pause [zwischen Japan und Miami] mit den anderen Teams zusammensetzen, um zu sehen, wie wir die Dinge nachjustieren können.” Das Problem für Red Bull: Man scheint noch nicht genau zu wissen, wo das Paket eigentlich krankt. “Es ist das Chassis, der Antrieb, es ist alles”, gab Mekies in Japan offen zu.
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Zwar ist das Team zuversichtlich, dass die in Eigenregie und in Zusammenarbeit mit Ford entwickelte Power-Unit in die Gruppe fällt, die für Änderungen im Rahmen des ADUO-Frameworks (Additional Development and Opportunities) infrage kommt, doch der Zeitpunkt für das erste “Fenster” ist noch Gegenstand von Diskussionen. Die Verbrennungsmotoren sind für ein Upgrade während der Saison berechtigt, wenn ihr “Performance-Index” zwei Prozent unter dem Spitzenwert im Feld liegt. Doch Upgrades dürfen nur alle sechs Rennen eingeführt werden – und durch die Absagen der GPs in Bahrain und Saudi-Arabien hat sich dieser Schwellenwert potenziell nach hinten verschoben. Keine Wunderheilung für Miami erwartet Selbst wenn Red Bull einen Performance-Bonus bei der Power-Unit erhält, müssen die dynamischen Defizite bei Chassis und Aerodynamik gelöst werden. Bezeichnend: In dieser Saison gelang es dem Team bisher nicht, das Auto über Nacht von den Freien Trainings zum Qualifying komplett umzukrempeln, wie man es im Vorjahr während Verstappens Erfolgsserie so oft gesehen hatte.
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“Ich bin zuversichtlich, dass wir die Pause nutzen werden, um einen ordentlichen Schritt nach vorne zu machen”, so Mekies. “Wir brauchen die Zeit für einen tiefen Einblick in unsere Daten. Wir müssen das, was wir in den Daten sehen, zurück in den Tunnel und in den Simulator spiegeln.” Er dämpft jedoch die Erwartungen: “Bedeutet das, dass wir nach Miami kommen und wie durch ein Wunder alles gelöst haben? Nein. Aber ich bin zuversichtlich, dass das Team den Dingen auf den Grund geht und schon in Miami Verbesserungen bringen wird. Aber erst die Strecke und die Rundenzeit werden uns zeigen, ob die Richtung stimmt. Man sollte keine Wunderdinge erwarten, was das Schließen der Lücke angeht, denn der Rückstand ist substanziell.” “Anti-Racing”: Warum Verstappen die 2026er-Autos hasst Ein weiteres Problem, das sich nicht so einfach lösen lässt, ist die Charakteristik der 2026er-Boliden, die Verstappen so verachtet. Ihn stört besonders, dass die Entscheidungsgewalt über die Drehmomentabgabe kaum noch beim rechten Fuß des Fahrers liegt, sondern von Algorithmen gesteuert wird. Brutaler Absturz: Red Bull nur noch fünfte Kraft! I Sprintquali F1 China 2026 Video wird geladen…
Das System ist darauf programmiert, jede Runde mit einer vollen Batterie zu beginnen. Wer in den Kurven zu hart pusht, wird auf den Geraden mit Leistungsentzug bestraft. Diese Abhängigkeit von Machine-Learning führt dazu, dass Fahrer den Boost nutzen müssen, wenn sie es eigentlich gar nicht wollen – ein Punkt, den auch Lando Norris am vergangenen Wochenende kritisierte.
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“Ich kann es akzeptieren, auf Platz sieben oder acht zu liegen, wo ich gerade bin”, erklärte Verstappen der BBC. “Ich weiß, dass man nicht ständig dominieren oder um das Podium kämpfen kann. Da bin ich realistisch, das habe ich früher schon durchgemacht. Ich habe in der Formel 1 nicht nur gewonnen.” Wenn die Leidenschaft zur Qual wird Doch der Frust sitzt tiefer: “Wenn du auf P7 oder P8 fährst und die ganze Formel dahinter nicht genießt, fühlt sich das für einen Rennfahrer nicht natürlich an. Natürlich versuche ich mich anzupassen, aber die Art und Weise, wie man Rennen fahren muss, ist nicht schön. Es ist regelrechtes ‘Anti-Driving’. Und an einem gewissen Punkt ist das einfach nicht mehr das, was ich machen möchte.”
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Verstappens Philosophie ist klar: “Bei vielen erfolgreichen Sportlern fängt alles damit an, dass man genießt, was man tut, bevor man sich zu 100 Prozent committen kann. Ich denke, ich gebe gerade 100 Prozent und versuche es weiter, aber die Art und Weise, wie ich mich dazu zwingen muss, ist momentan nicht sehr gesund, weil ich keinen Spaß an dem habe, was ich tue.” Meistgelesen in unserem Netzwerk Formel 1
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Sein abschließendes Urteil an seine Kritiker: “Die Leute sagen leicht: ‘Ja, du hast so viele Titel und Rennen gewonnen, und jetzt beschwerst du dich nur, weil das Auto nicht gut ist.’ Vielleicht kann man das so sehen, aber ich sehe das anders.”
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