Datenenthüllung: Hier ist Mercedes der Konkurrenz meilenweit voraus
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Nach dem Saisonauftakt in Melbourne drehten sich die Diskussionen im Fahrer neben dem üblichen Regel-Frust vor allem um ein Thema: Mercedes hat endlich die Muskeln spielen lassen. Toto Wolff stapelte nach dem Sieg von George Russell zwar tief und sprach davon, dass man gegen Ferrari noch einen “harten Kampf vor sich” habe, doch zwischen den Zeilen gab es im Albert Park klare Signale, dass die Silberpfeile der Konkurrenz enteilt sind. LAT Images George Russell und Mercedes dominierten den Saisonauftakt
Dass die Anfangsphase enger wirkte als erwartet, lag auch an der Natur des aktuellen Reglements. Das Energiemanagement ist zu einem Jo-Jo-Spiel geworden: Wer überholt, zahlt auf den folgenden Geraden oft einen hohen Preis beim Top-Speed, was Konter so wahrscheinlich macht wie nie zuvor. Genau deshalb bezeichnete Lando Norris das Racing als “noch schlimmer” als das Qualifying und kritisierte es als “viel zu künstlich”. Ein Nebeneffekt: Selbst mit mehr Pace im Köcher ist es extrem schwer, sich abzusetzen. Erst als Mercedes freie Fahrt hatte, wurde der wahre Vorteil sichtbar – besonders als Russell nach dem Ferrari-Stopp auf älteren Reifen sogar schnellere Rundenzeiten fuhr. Mercedes überall schneller Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der hocheffizienten Energiebereitstellung. Das zeigte bereits die Datenanalyse vom Samstag. Im direkten Vergleich zwischen Russells Pole-Runde und der schnellsten McLaren-Runde von Oscar Piastri belegen die GPS-Daten: Der Mercedes war in fast jeder Kurve schneller. GP Tempo Daten in Melbourne
Normalerweise büßt ein Auto dafür auf den Geraden ein – doch nicht so der Mercedes. Und genau hier liegt der Hund begraben. Russell tauchte in den FIA-Blitzer zwar nicht ganz oben auf, machte aber über die gesamte Länge der Geraden massiv Zeit auf McLaren gut.
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Besonders deutlich wurde das auf dem Weg zu Kurve 6 und im Abschnitt Richtung Kurve 9. Die GPS-Kurven verraten: Piastri ging vor Kurve 6 früher vom Gas, Russell blieb länger voll drauf, was normalerweise weniger Energie-Rückgewinnung bedeutet. Woher kommt die Effizienz? Eigentlich hätte der Mercedes-Pilot dafür im Vollgas-Stück Richtung Kurve 9 bezahlen müssen, doch das Gegenteil war der Fall: Das Delta vergrößerte sich sogar noch, während Piastri deutlich früher ins sogenannte “Super-Clipping” verfiel. GP Tempo Daten in Melbourne
Das spricht Bände über den Effizienzvorteil des Werksteams. Der Stern ist schneller in den Ecken, gewinnt aber dennoch genug Energie zurück – unter anderem durch eine häufigere Wahl niedrigerer Gänge -, um auf den Geraden nicht zu verhungern. Die große Frage ist: Wie kann Mercedes mit dem im Grunde gleichen Antriebspaket so viel effizienter sein? Ein Teil liegt sicher im Chassis und der Aerodynamik, aber das ist nicht die ganze Wahrheit. Viel entscheidender ist, wie viel mehr Mercedes aus der brandneuen Antriebseinheit in Sachen Energie-Management herauskitzelt. Stella zufrieden mit Mercedes “Wir haben uns viele Overlays angesehen, besonders von Mercedes”, gibt McLaren-Teamchef Andrea Stella nach dem Rennen in Melbourne zu. “Die Analyse zeigt klar: Wir müssen als Team in Zusammenarbeit mit den HPP-Ingenieuren (Mercedes-Motorenabteilung in Brixworth) unsere Hausaufgaben machen. Wenn ich sehe, was HPP aus dem Antrieb herausholt, ist da offensichtlich noch viel Potenzial ungenutzt.” F1-Experte verrät: DAS stört mich an der Formel 1 2026! Video wird geladen… Neues Reglement, neue Teams, neue Fahrer. Die Formel-1-Saison 2026 könnte eine der aufregendsten aller Zeiten werden.
Stella ergänzt: “Es ist nicht offensichtlich, wie man das anstellt. Wir befinden uns auf einer Lernkurve – und die ist beim Werksteam naturgemäß steiler. Die Jungs in Brackley arbeiten seit Ewigkeiten eng mit HPP zusammen. Wir werden die Kooperation jetzt intensivieren, denn da hängen einige tief hängende Früchte, die wir ernten müssen.”
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Doch es steckt wohl noch mehr dahinter. Die Mercedes-Kundenteams waren bei den Tests in Bahrain mit einer anderen Spezifikation des 2026er-Motors unterwegs – einer Basis-Version, auch was die Mappings betrifft. Das war vertraglich zwar alles völlig legitim, bedeutete aber, dass das Werksteam bereits wertvolle Erkenntnisse über das reale Paket sammeln konnte, während die Kunden im Dunkeln tappten. Williams ebenfalls loyal James Vowles kennt beide Seiten der Medaille. Er kennt Mercedes durch seine jahrelange Erfahrung in Brackley in- und auswendig, ist nun aber als Williams-Teamchef Kunde von HPP. Auch er zeigt sich in Melbourne überrascht über die Kluft zum Werksteam.
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“Was Mercedes mit dem Antrieb macht, hat uns eiskalt erwischt”, so Vowles. “Wir haben erst im Qualifying realisiert, wie weit wir weg sind. Das sind schätzungsweise drei Zehntelsekunden.” Den Vorwurf, Mercedes würde den Kunden absichtlich Informationen vorenthalten, lässt er aber nicht gelten: “Mercedes ist gegenüber den Kundenteams unglaublich fair. Wir haben Zugriff auf alles, was sie auch haben. Sie waren einfach cleverer als wir, und es ist unser Job, das aufzuholen. Ich bin nur ein bisschen schockiert, wie viel cleverer sie waren.” Mercedes als Werksteam im Vorteil Laut Vowles gibt es keine “offene Tür” für alle internen Tricks der Leistungsentfaltung – das gehöre zum Wettbewerb. “Wir müssen anerkennen, dass wir bei Williams nicht die technologische Raffinesse haben, die Mercedes besitzt. Das liegt an uns, nicht an ihnen.”
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Trotz der aktuellen Nachteile denkt man bei McLaren nicht daran, dem Beispiel von Red Bull zu folgen und ein eigenes Motorenprojekt aus dem Boden zu stampfen. “Wir sind sehr glücklich mit HPP”, betont Zak Brown. “Wir haben Meisterschaften gewonnen, als alle sagten, das sei als Kunde unmöglich. Ich bin beeindruckt von dem, was Red Bull macht, aber das ist kein billiges Abenteuer. Wenn sich eine Gelegenheit ergibt, schauen wir sie uns an, aber man sieht auch die Risiken, wenn man es nicht hinbekommt.”
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In Melbourne wurde eines klar: Die Kunden wissen, dass sie einen konkurrenzfähigen Motor im Heck haben. Gleichzeitig hat das Wochenende die hässliche Seite der Abhängigkeit aufgezeigt. Dass sich die Hierarchie nach Jahren, in denen Mercedes von seinen Kunden teilweise gebügelt wurde, nun wieder gedreht hat, dürfte Toto Wolff jedenfalls kaum schlaflose Nächte bereiten.
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