Der Formula 1-Traum: Was Arvid Lindblad Lando Norris vor fünf Jahren versprach
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Mit seinem Aufstieg zu den Racing Bulls im Jahr 2026 hat der Brite Arvid Lindblad seine eigene Kindheitsvision verwirklicht: den Traum, es in die Formel 1 zu schaffen. Im exklusiven Gespräch mit unserer globalen Ausgabe von Motorsport.com spricht er über seinen Ehrgeiz, sein schwedisch-indisches Familienerbe und ein Versprechen, das er einst Lando Norris gab. Arvid Lindblad wird 2026 sein Formel-1-Debüt mit Racing Bulls geben
Die Ankündigung der Racing Bulls am Dienstag bestätigte, dass der 18-jährige Brite 2026 ein Formel-1-Stammcockpit erhalten und den zu Red Bull Racing wechselnden Isack Hadjar ersetzen wird. Der im englischen Surrey geborene Youngster wird der fünfte britische Fahrer in der Startaufstellung für 2026 und der 20. Red-Bull-Junior sein, der den Sprung in die Königsklasse schafft. Seit er 2021 als Kart-Phänomen in das Programm aufgenommen wurde, durchlief er die Nachwuchsklassen im Eiltempo. Von Beginn an voll motiviert Für Lindblad ging alles sehr schnell, doch der Weg in die Formel 1 war nie nur ein ferner Traum. Trotz aller Hürden war es ein konkretes Ziel – und er war von seiner Kindheit an überzeugt, das zu erreichen.
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“Es war mein Traum, in der Formel 1 zu sein, seit ich diese Reise als Fünfjähriger begonnen habe. Dass dieser Traum nun wahr wird, ist etwas ganz Besonderes”, erzählt Lindblad im Interview, seinem ersten als offizieller Formel-1-Fahrer. “Ich komme nicht aus einer Motorsport-Familie. Es war wirklich eine Leidenschaft, die von mir selbst ausging. Als ich drei Jahre alt war, setzte mich mein Vater zum ersten Mal auf ein Motocross-Bike, weil er das in seiner Jugend ein wenig gemacht hatte. “Das hielt nicht lange an, denn für meine Mutter war das etwas zu viel des Guten. Aber als ich fünf war, ging ich zum ersten Mal Kartfahren und habe es sofort geliebt.” Der Kindheitstraum des Briten “Schon nach dem ersten Mal wusste ich, dass ich das machen wollte. Meine frühesten Erinnerungen an den Rennsport stammen aus der Zeit, als ich vier Jahre alt war und mit meinem Vater Formel 1 schaute. Ich erinnere mich, dass ich fragte: ‘Wie komme ich da eines Tages hin? Ist das möglich? Was muss man dafür tun?'” LAT Images Arvid Lindblad freut sich auf sein F1-Debüt 2026
“Ich weiß nicht genau warum – vielleicht war ich etwas naiv -, aber ich hatte einfach diesen inneren Glauben, dass ich es schaffen würde. Nicht auf eine arrogante Art und Weise; es war eher so, dass ich wusste, dass ich in die Formel 1 wollte, und ich würde alles tun, um das möglich zu machen. “Von dem Moment an, als ich anfing, habe ich mir nie eine Zukunft vorgestellt, in der ich nicht dort bin. Ich habe immer daran geglaubt.” Bescheidene Wurzeln und harte Arbeit Lindblad besitzt durch seinen Vater auch die schwedische Staatsbürgerschaft und hat indische Wurzeln mütterlicherseits – zwei Seiten seiner Herkunft, zu denen er eine starke Bindung hat. “Meine Großeltern väterlicherseits leben noch in Schweden, also besuche ich sie so oft ich kann”, sagt er. “Die Eltern meiner Mutter lebten in Großbritannien, hielten aber an ihren traditionellen indischen Wurzeln und ihrer Kultur fest. Ich habe es immer genossen, das fantastische indische Essen meiner Großmutter zu essen. Vergangenes Jahr war ich zum ersten Mal in Indien und bin wirklich in die Kultur eingetaucht.”
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“Wenn ich mir meine Eltern anschaue, ist das Wichtigste, was ich von ihnen gelernt habe, dass ich sehr viel Glück habe, in eine Familie geboren zu sein, in der ich die Möglichkeit habe, Rennfahrer zu sein. Denn so wie der Sport leider ist, hat diese Chance nicht jeder.” Der familiäre Hintergrund “Mein Vater kommt aus einem kleinen Dorf in Smaland und aus sehr bescheidenen Verhältnissen. Er hatte schon mit elf Jahren einen Job, hat Toiletten geputzt und Zeitungen ausgetragen. Er hat sein ganzes Leben lang hart gearbeitet, um die Möglichkeiten zu schaffen, die ich heute habe, und ich habe großen Respekt vor ihm.” LAT Images Arvid Lindblad hat bereits erste Erfahrungen im Training gesammelt
“Das Gleiche gilt für meine Mutter. Meine Großeltern waren von der Teilung Indiens betroffen; sie lebten in einem Teil, der zu Pakistan wurde, und verloren alles. Sie mussten extrem hart arbeiten und zogen schließlich nach Großbritannien, um Ärzte zu werden. Es gibt ein Porträt meiner Großmutter in einem Museum, weil sie bis zu ihrem 82. Lebensjahr als Hausärztin gearbeitet hat. Sie ist erst vor ein paar Jahren in Rente gegangen.”
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“Ich bin sehr stolz darauf, aus einer Familie zu kommen, die für die Chancen, die sie sich geschaffen hat, arbeiten musste. Und ich bin sehr glücklich, dass ich nicht ganz in dieser Position bin, aber ich versuche trotzdem, bescheiden und bodenständig zu bleiben. Der Rennsport ist eine Sache zwischen mir und meinem Vater.” “Bildung ist meiner Mutter sehr wichtig, daher war die Vorstellung, dass ich etwas Schule verpasse, anfangs sehr schwierig für sie. Sie sagte zu meinem Vater: ‘Wenn er es nicht draufhat, können wir dann bitte aufhören? Denn es ist teuer und wir müssen andere Dinge tun.’ Aber ich habe immer hart gearbeitet und bin ziemlich gut gefahren, also war es schwer, aufzugeben!” Die Hamilton-inspirierte Ansage an Lando Norris Wie sich herausstellte, zeigte Lindblad im Kartsport schnell sein Talent, gewann die LGM Series und die britische Meisterschaft in der IAME Cadet Klasse 2017. Es war das Signal für den Wechsel auf die europäische Bühne, wo Titel und Top-Platzierungen in den Klassen OK-J und OK bei Europa- und Weltmeisterschaften folgten.
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Darunter waren der Sieg beim ersten “Champions of the Future”-Event 2020 sowie in der WSK Euro Series und dem Final Cup im Jahr darauf, wo er die Nachfolge von Andrea Kimi Antonelli antrat. Im Jahr 2021 hatte der damals 14-Jährige eine kurze Begegnung mit Lando Norris, als der McLaren-Pilot sein eigenes Kart-Chassis auf derselben Strecke vorstellte, auf der Lindblad fuhr. “Ich sagte zu meinem Freund: ‘Ich glaube, ich gehe zu Lando hin.'” “Und er meinte nur: ‘Oh nein, das traust du dich nicht.’ Ich wusste nicht wirklich, was ich sagen sollte, und das Erste, was mir herausrutschte, war: ‘Ich möchte, dass du dich an mich erinnerst. Wir sehen uns in fünf Jahren.'” Arvid Lindblad schoss durch die Formel-Nachwuchsserien
“Ich hatte mich ein wenig von der Geschichte zwischen Lewis Hamilton und Ron Dennis inspirieren lassen, als er sagte: ‘Eines Tages werde ich eines deiner Autos fahren.’ Ich glaube, er war etwas perplex und sagte so etwas wie: ‘Oh, das ist nett, dass du daran denkst.’ Ich bin sicher, es gibt viele Leute, die so etwas sagen, also bedeutete es zu dem Zeitpunkt nicht wirklich viel.”
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“Aber wie gesagt, ich hatte diesen Glauben, dass ich es in die Formel 1 schaffen würde. Den hatte ich, als ich das zu Lando sagte, und diesen Glauben habe ich auch heute noch. Es ist eine lustige Geschichte, auf die man zurückblicken kann, denn sie wird wahr werden. Es werden genau fünf Jahre sein.” Der Anruf von Helmut Marko Zu diesem Zeitpunkt hatte Lindblads Karriere bereits einen Gang höher geschaltet, nachdem sein Vater Stefan einen Anruf von einer unbekannten Nummer erhalten hatte, als die Lindblads gerade bei Tests in Portugal waren.
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“Wir waren beim Frühstück im Hotel, als das Telefon klingelte”, erinnert er sich. “Ich weiß die Nummer nicht mehr, aber unten stand ‘Graz, Österreich’. Mein Vater war plötzlich ganz aufgeregt und sagte, Helmut Marko wolle uns treffen. Ich war begeistert, den Mann zu treffen, der Weltmeister wie Sebastian Vettel und Max Verstappen in die Formel 1 gebracht hatte.” “Es ist witzig, denn ich höre und lese Dinge über ihn, aber das ist nicht das, was ich erlebt habe. Ich hatte immer ein wirklich gutes Verhältnis zu Dr. Marko. Wir waren immer sehr ehrlich zueinander. Er mag keine Ausreden. Ich mag es auch nicht, Ausreden zu suchen.” “Wir waren immer sehr offen, was mir bei meiner Entwicklung geholfen hat. Ich bin dankbar für die Gelegenheit, aber ich muss auch dem gesamten Red-Bull-Junior-Programm danken. Rocky (Guillaume Roquelin; Anm. d. Red.) war sehr involviert, und es steht ein ganzes Team dahinter.” Mit Raketentempo in die Formel 1 Ähnlich wie bei Mercedes-Rookie Antonelli, der zwölf Monate älter ist, ging alles rasend schnell, als Lindblad Ende 2022 in den Formelsport wechselte. Er wurde Dritter in seiner ersten vollen Saison in der italienischen Formel 4 im Jahr 2023 und gewann den prestigeträchtigen Macau Grand Prix, was ihn auf den Weg in die Formel 3 und Formel 2 brachte. LAT Images Arvid Lindblad bei seinem Freitagseinsatz in Silverstone 2025
Entscheidend war jedoch, dass dies auch Marko und Red Bull davon überzeugte, dass Lindblad der nächste Erbe nach Isack Hadjar sein könnte, und sie bereiteten ihn mit privaten Tests und Simulatorarbeit auf die Formel 1 vor.
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Wie bereit fühlt sich Lindblad also für seine bisher größte Herausforderung? “Wenn ich ehrlich bin, denke ich, dass ich nicht zu 100 Prozent bereit bin, aber das ist normal”, räumt er ein.
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“Ich habe die Klassen sehr schnell durchlaufen, also bin ich es gewohnt, ins kalte Wasser geworfen zu werden und einen Weg finden zu müssen, damit klarzukommen. Ich habe volles Vertrauen in mich selbst, dass ich einen Weg finden werde.” Was bringt die Formel-1-Saison 2026? Die Unbekannten rund um die massiven Regeländerungen für 2026 machen Vorhersagen unmöglich. Aber Lindblad ist bestrebt, die beste Version seiner selbst zu werden. Auf die Frage, was 2026 zu einem Erfolg machen wird, antwortet er: “Was 2026 zu einem guten Jahr machen wird, ist, dass ich durch harte Arbeit und viel Lernen als ein viel besserer Fahrer herauskomme, als ich hineingegangen bin.” “Mit den neuen Autos fangen alle bei null an, also könnte man sagen, es ist ein Vorteil, jetzt einzusteigen. Aber die Medaille hat zwei Seiten. Die Formel 1 wird ganz anders sein als das, was wir jetzt haben, also denke ich immer noch, dass die erfahrenen Jungs einen Vorteil haben werden. Es gibt viel zu lernen, und ich muss mich einfach darauf konzentrieren und das Beste aus mir herausholen.” Meistgelesen in unserem Netzwerk Formel 1
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Im Jahr 2026 wird Lindblad erneut ins kalte Wasser geworfen, und er wird noch alles beweisen müssen. Aber eines hat er sich bereits bewiesen: Er hat es in die Formel 1 geschafft. Genau so, wie er es sich immer vorgestellt hat.
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