“Je mehr man pusht, desto langsamer”: Das Qualifikations-Rätsel von Suzuka
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Die Unwägbarkeiten des Formel-1-Reglements für 2026 sorgen im Qualifying weiterhin für Kopfzerbrechen. Vor dem Grand Prix von Miami im Mai laufen bereits Gespräche zwischen dem Automobil-Weltverband FIA, der Formel 1 und den Teams, um die Regeln nachzubessern. LAT Images In den Kurven so schnell wie möglich zu fahren, kostet im Qualifying Zeit
Eigentlich gilt das Qualifying als der ultimative Test für das Können der Fahrer und die maximale Leistungsfähigkeit der Autos. Davon scheint der Samstagnachmittag derzeit jedoch weit entfernt zu sein. Die Kompromisse bei den Antriebseinheiten für 2026, die bislang für actionreiche Rennen gesorgt haben, scheinen die Essenz des Qualifyings zerstört zu haben. Es hat sich mittlerweile bestätigt, dass die aktuellen Autos auf Strecken, auf denen die Energierückgewinnung schwierig ist, nicht über eine gesamte Runde mit voller Leistung fahren können. Da es oft an harten Bremszonen fehlt, muss die Energie anderweitig gewonnen werden. Der effizienteste Weg ist das sogenannte “Coasting” (Rollenlassen) in mittelschnellen bis schnellen Kurven, um auf den folgenden Geraden mehr Batterieleistung zur Verfügung zu haben.
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Dies führt zu einer absurden Situation: Wenn die Fahrer von den freien Trainings bis zum Q3 immer näher an das Limit gehen und die Vollgasanteile steigen, wird ihnen paradoxerweise die Energie entzogen. Wer mehr Gas gibt, wird auf den Geraden durch ein früheres Abriegeln der Antriebseinheit bestraft. “Ich war im Qualifying etwas enttäuscht, denn je mehr man pushte, desto langsamer wurde man”, erklärt Williams-Pilot Carlos Sainz die technische Problematik. “Genau das ist mir in Q2 passiert. Ich glaube, ich hatte auf meiner Runde etwas weniger Windschatten und fuhr in freier Luft.” Verstappen-Aus in Q2: Nur die Schuld des Autos? I Qualifikation F1 Japan 2026 Video wird geladen…
“Ich war in jeder Kurve schneller, aber auf jeder Geraden langsamer und am Ende fehlte mir ein Zehntel”, sagt der Spanier. “Das liegt einfach daran, dass ich mehr Zeit mit Vollgas verbracht habe, weil ich in den Kurven schneller war. Das System regelte die Leistung ab und es gab sogar etwas ‘Lift-and-Coast’ in dieser Qualifying-Runde. Insgesamt ist das für die Formel 1 nicht gut genug.” FIA-Anpassungen reichen bisher nicht aus Vor dem Suzuka-Wochenende reagierte die FIA und senkte das maximale Energielimit im Qualifying von neun auf acht Megajoule. Dieser Schritt verhinderte zwar einen noch drastischeren Verlust an Höchstgeschwindigkeit, doch laut Lando Norris “schmerzt es trotzdem in der Seele”. Für Fernando Alonso von Aston Martin geht der Einfluss des Fahrerkönnens durch diese Systematik verloren: “Schnelle Kurven sind jetzt zur Ladestation für das Auto geworden. Man fährt langsamer, lädt die Batterie in den schnellen Passagen auf und hat dann die volle Leistung auf der Geraden. Fahrerkonstanz und Können werden so nicht mehr wirklich benötigt.” Top 10: Die jüngsten Rennsieger in der Geschichte der Formel 1
Ein weiteres Problem ist die Software der Antriebseinheiten. Diese nutzt “Machine Learning” und passt die Energieabgabe basierend auf den Daten vorheriger Runden an. Fahrer, die aufgrund von Unfällen oder technischen Defekten Trainingszeit verlieren, sind dadurch im Nachteil. Zudem können kleine Fahrfehler den Algorithmus aus dem Konzept bringen, wie es bei Charles Leclerc und Lewis Hamilton in Japan der Fall war.
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“Ich lag vor Charles und verlor dann allein auf der Gegengeraden zweieinhalb Zehntel. Es war nicht nur das normale Deployment, ich hatte ein Übersteuern und das hat sofort den gesamten Algorithmus verändert”, erklärt Hamilton. Politische Hürden für schnelle Änderungen Die Fahrer haben ihre Bedenken bereits in einem Treffen mit den FIA-Vertretern Nikolas Tombazis und Tim Malyon geäußert. Während die FIA laut Sainz einen Plan zu verfolgen scheint, fürchtet der Spanier den Widerstand der Teams: “Ich habe die Sorge, dass die Teams blockieren werden. Einige werden gegen zu große Änderungen sein, weil sie andere Interessen verfolgen. Aber wir Fahrer haben klargestellt, dass es besser werden muss.” Es wird vermutet, dass vor allem Mercedes, die einen starken Start in die Ära 2026 hingelegt haben, gegen tiefgreifende Änderungen sein könnten. Dennoch haben auch Toto Wolff und seine Fahrer öffentlich eingeräumt, dass das Qualifying-Format überarbeitet werden muss.
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Sainz betont, dass ihm die absolute Geschwindigkeit weniger wichtig sei als die Fahrbarkeit: “Ehrlich gesagt macht es mir nichts aus, insgesamt ein oder zwei Sekunden langsamer zu sein, wenn die Energieabgabe konsistenter ist und man wieder richtig pushen kann. Ich denke, 350 kW zusätzlich zum Verbrennungsmotor sind in einigen Bereichen fast zu viel. Auch aus Sicherheitsgründen im Nassen bin ich mir nicht sicher, ob das nötig ist. Ein flacheres, konservativeres Deployment wäre besser.” Meistgelesen in unserem Netzwerk Motorrad
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Ob es für Miami zu einer Einigung kommt, bleibt fraglich. Hamilton zeigt sich skeptisch: “Ich erwarte nicht viel, aber ich hoffe auf große Änderungen. Es sind einfach zu viele Köche in der Küche. Das führt normalerweise nicht zu einem guten Ergebnis.”
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