Start-Chaos in Melbourne: Formula 1-Politik blockiert eine schnelle Lösung
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Der Saisonauftakt der Formel 1 in Australien hat ein neues Problem der 2026-Regeln offenbart. Beim Start in Melbourne kam es beinahe zu einem schweren Unfall, als Franco Colapinto nur knapp dem langsam gestarteten Liam Lawson ausweichen konnte. LAT Images Der Start zum Großen Preis von Australien war vor allem im hinteren Teil des Feldes gefährlich
Die technischen Ursachen sind inzwischen bekannt. Doch eine schnelle Lösung scheitert derzeit vor allem an politischen Interessen im Fahrerlager. Als Lawsons Auto beim Start nicht richtig beschleunigte, rechnete der Racing-Bulls-Pilot bereits mit einem Unfall. “Ich habe im Auto ehrlich gesagt schon damit gerechnet”, sagt Lawson. “Ich habe in den Spiegel geschaut und gesehen, wie nah Franco war. Ich war sicher, dass er mich treffen würde.” Colapinto konnte im letzten Moment ausweichen und verhinderte so eine mögliche Kollision bei hohem Tempo. Video wird geladen…
Das Hauptproblem liegt in den neuen Hybrid-Regeln. Die Autos kommen mit unterschiedlich stark geladenen Batterien an den Start, was enorme Auswirkungen auf die Beschleunigung hat.
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Da der elektrische Anteil mittlerweile etwa die Hälfte der Gesamtleistung ausmacht, können kleine Unterschiede beim Ladezustand große Auswirkungen auf den Start haben. Hinzu kommt, dass Fahrer während der Formationsrunde gleichzeitig Reifen aufwärmen und Energie sparen müssen. Dadurch wird das Energiemanagement deutlich komplizierter. Verstappen fordert Änderungen Auch Max Verstappen sieht darin ein Sicherheitsproblem. Der Weltmeister fordert Anpassungen am System. “Mit einer Batterie auf null Prozent zu starten macht keinen Spaß und ist auch ziemlich gefährlich”, sagt er. Verstappen glaubt, dass sich das Problem relativ einfach lösen ließe. “Es gibt ein paar einfache Lösungen. Wir sprechen darüber mit der FIA.” Mercedes-Pilot George Russell sieht einen zentralen Grund im sogenannten Harvest-Limit. Dieses begrenzt, wie viel Energie pro Runde zurückgewonnen werden darf. In Melbourne lag das Limit bei acht Megajoule pro Runde. Dabei entstand jedoch ein unerwarteter Effekt: Fahrer weiter hinten im Feld konnten während der Formationsrunde mehr Energie sammeln als die Fahrer an der Spitze. “Als ich etwa zur Hälfte der Runde kam, konnte ich meine Batterie nicht mehr laden”, erklärt Russell. Teams blockieren Änderung Die FIA hatte offenbar überlegt, diese Regel kurzfristig anzupassen. Doch dafür wäre eine Supermehrheit der Teams nötig gewesen – und diese kam nicht zustande. “Einige Teams, die gute Starts hatten, wollten das nicht ändern”, sagt Russell. Damit bleibt das Problem vorerst bestehen, auch wenn es aus seiner Sicht unnötige Komplexität schafft. Andere Stimmen im Fahrerlager warnen dagegen vor übereilten Regeländerungen. Haas-Teamchef Ayao Komatsu hält nichts von schnellen Eingriffen nach nur einem Rennen. Raketenstart und aufregende Duelle: Wie gut war der Auftakt wirklich? Video wird geladen… Die Formel 1 hat ihr erstes Rennen mit dem neuen Reglement hinter sich gebracht und das Fazit fällt geteilt aus.
“Es ist viel zu früh, um nach einem Event die Regeln zu ändern”, sagt Komatsu. Seiner Meinung nach müssen Teams und Fahrer zunächst lernen, mit den neuen Abläufen umzugehen. Auch Haas habe beim Saisonauftakt Fehler gemacht und zu viel Energie während der Formationsrunde verbraucht. Komatsu plädiert deshalb dafür, die Situation zunächst zu beobachten. “Die Teams lernen extrem schnell”, sagt er. “Wenn wir jetzt sofort etwas ändern, könnten neue Probleme entstehen.” Stattdessen sollte die Formel 1 erst nach mehreren Rennen eine umfassende Bewertung vornehmen.
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Damit dürfte das Startproblem zumindest kurzfristig Teil der neuen Formel-1-Realität bleiben. Teams und Fahrer müssen ihre Abläufe anpassen, um die unterschiedlichen Batteriestände besser zu kontrollieren. George Russell bringt es auf den Punkt: “Jetzt kennen alle Teams das Problem – also werden wir einen Weg finden, darum herumzufahren.”
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