Alpine nach Debakel-Jahr: Warum der Mercedes-Deal die Wende bringen soll
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Rückblickend war 2025 für Alpine ein Jahr zum Vergessen. Frühzeitig entschied die Teamführung, die Entwicklung des A525 quasi einzustellen, um alle Ressourcen auf das radikal neue Reglement für 2026 zu werfen. Dass die Konkurrenz bis tief in den Herbst hinein Updates brachte, überraschte Alpine kalt. Hinzu kam das scheidende Renault-Aggregat, dem es schlicht an purer Leistung fehlte. Ein Doppelschlag für die Psyche der Truppe. LAT Images Statt hinterherzufahren hoffen die Alpine-Piloten mit dem 2026-Mercedes-Motor auf Kämpfe an der Spitze des Mittelfeldes
Doch hinter den Kulissen, abseits der tristen Ergebnisse, wuchs etwas zusammen. Vor allem Pierre Gasly profilierte sich in dieser schwierigen Phase als echter Leader. Trotz stumpfer Waffen nutzte der Franzose die wenigen Chancen eiskalt. So fuhr er in Bahrain etwa auf Startplatz vier, bei Nico Hülkenbergs erstem Podium in Silverstone erreichte der Franzose Platz sechs. Insgesamt drei Q3-Einzüge hagelte es gar im Saisonendspurt. “Ich habe die wenigsten Punkte meiner gesamten F1-Karriere geholt, aber persönlich habe ich das Gefühl, eine starke Leistung abgeliefert zu haben”, resümierte Gasly am Ende der Saison. “Befriedigend ist das natürlich nicht, deshalb bin ich einfach nur froh, dieses Jahr hinter mir zu lassen.” Operativ stärker dank schlechtem Auto? Die Krise hat das Team gezwungen, in anderen Bereichen zuzulegen. Da der Bolide zu langsam war, musste Alpine operativ über sich hinauswachsen. “Ich bin mit unserer Arbeit und der Vorbereitung zufriedener denn je”, erklärt Gasly überraschend. “Nach drei Jahren versteht das Team blind, was ich brauche – sei es beim Set-up oder den Mappings.”
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Besonders die Fehlerkultur habe sich gewandelt. “Wir haben ein Forum, in dem wir absolut ehrlich zueinander sind, aber ohne mit dem Finger auf jemanden zu zeigen. Wenn du Zehnter bist, kannst du nichts mehr verstecken. Das hat uns geholfen, objektiv zu bleiben. Dieses Jahr hat uns als Team definitiv härter und stärker gemacht.” Formel-1-Fahrer, die bei Alpine/Renault ihr Debüt gefeiert haben
Die Logik dahinter: Wer keine Performance hat, muss tief graben. “Wenn dir der generelle Speed fehlt, verlierst du dich in diesen winzigen Details, die sonst kaum einen Unterschied machen”, so der Franzose. “Wir sind bei den Mappings, dem Set-up und der Analysearbeit im Werk ins Extreme gegangen. Das war die beste Arbeit, die ich je mit diesem Team geleistet habe.” Colapinto: “Aus den Tiefs lernt man am meisten” Die Hoffnung ist klar: Wenn Alpine 2026 befeuert vom neuen Mercedes-Motor ein konkurrenzfähiges Chassis hinstellt, greifen diese optimierten Prozesse erst richtig. “Wir waren nicht meilenweit weg, wir waren nur am falschen Ende des Mittelfelds”, stellt Gasly klar. Diese Sichtweise teilt auch sein Teamkollege Franco Colapinto. Der Argentinier, der in sein zweites Alpine-Jahr geht, sieht im Scheitern eine Chance. “Es ist ganz einfach: Aus den Tiefschlägen lernt man am meisten. Wir hatten viele davon, aber das hat zu einem enormen Lernprozess geführt.” Formel-1-Quiz
Das Alpine-Team konnte in der Formel 1 wie viele Rennen anführen?
30 4 25 22 Teste Dich jetzt im Formel-1-Quiz und vergleiche Dich mit anderen Usern Besonders die Moral der Truppe hat Colapinto beeindruckt. “Dass sie in den schwierigen Momenten nicht aufgegeben haben, hat mich überrascht. Wenn es Woche für Woche nicht läuft, ist es verdammt schwer, die Motivation hochzuhalten. Aber genau das habe ich gesehen. Das wird sich auszahlen, sobald das Auto wieder konkurrenzfähig ist.” Gasly will nur noch siegen, egal wie Für Gasly kann der Start der neuen Ära gar nicht schnell genug kommen. Mit dem Mercedes-Motor im Heck will er endlich wieder dorthin, wo er sich selbst sieht: an die Spitze. Ob das neue 2026er-Regelement nun gutes Racing bietet oder nicht, ist dem Routinier dabei herzlich egal. Anzeige FORMEL 1 Fanartikel
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“Ich hasse die Position, in der ich letzte Saison war. Ich will vorne fahren”, stellt er klar. “Selbst wenn das Racing nicht das unterhaltsamste wäre. Solange wir die Besten sind, nehme ich das in Kauf.” Er verweist auf Legenden wie Fernando Alonso oder Lewis Hamilton, die sich über Jahrzehnte an alles angepasst haben: von V8-Saugmotoren über die Hybrid-Ära bis heute. “Es gibt viele Faktoren, aber wenn du mich fragst: Ich will einfach nur vorne mitmischen. Ich bin lange genug in der Formel 1, habe Podien und einen Sieg geholt. Ich weiß, dass ich mit den Jungs da vorne kämpfen kann.” Während sich im französischen Viry-Chatillon die Werkstore für das Motorenprogramm geschlossen haben, hofft Alpine nun, dass sich durch den Mercedes-Deal und die harte Schule des Jahres 2025 endlich die Tür zum Erfolg öffnet.
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