Aus Notlösung wird Standard: FIA plant weiter mit neuer Startprozedur

Aus Notlösung wird Standard: FIA plant weiter mit neuer Startprozedur

 

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Die um fünf Sekunden verlängerte Startprozedur wird in der Formel 1 vermutlich über die Saison 2026 hinaus erhalten bleiben – obwohl die Starts inzwischen weitaus weniger problematisch verlaufen als noch zu Saisonbeginn.  LAT Images Startszene aus China 2026: Die neue Startprozedur soll bleiben

Warum also geht Nikolas Tombazis als Formelsport-Direktor im Automobil-Weltverband (FIA) davon aus, dass der erweiterte Ablauf beibehalten wird? Er erklärte auf Nachfrage: “Die fünf Sekunden sind ein etabliertes Verfahren. Ich sehe keinen Grund, warum sich das innerhalb des aktuellen Reglementzyklus ändern sollte.” Damit deutet Tombazis an: Die Startprozedur könnte bis zur Einführung eines neuen Antriebsformats in der Saison 2030 (oder gegebenenfalls früher) unverändert bleiben. Bisher hat sich die Formel 1 jedoch nicht auf ein neues Antriebsreglement oder einen konkreten Zeitplan dafür festgelegt. Warum die Sicherheit nur ein Aspekt ist Laut Tombazis sind die Überlegungen zur Beibehaltung der erweiterten Startprozedur “nicht in erster Linie” eine Frage der Sicherheit. “Es geht einfach darum, dass die verschiedenen Autos zu unterschiedlichen Zeitpunkten in der Startaufstellung ankommen und die Fahrer die Möglichkeit haben müssen, sich vorzubereiten, um einen ordentlichen Start hinzulegen.”
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Wenn überhaupt, sei lediglich die elektrische Komponente des Verfahrens sicherheitsrelevant. Damit spielt Tombazis auf den Beinahe-Crash beim Saisonauftakt in Australien an, als Franco Colapinto beim Start fast mit dem langsam losfahrenden Liam Lawson kollidiert wäre. Dieser Zwischenfall veranlasste die FIA, eine Notfalllösung zu erarbeiten. (Fotostrecke: Diese Formel-1-Regeländerungen waren ein Reinfall) Formel-1-Fails: Diese Regeländerungen waren ein Reinfall

Diese Notlösung sieht vor, “dass elektrische Komponenten dabei helfen, ein Auto nach einem sehr langsamen Start zu beschleunigen – damit wir nicht Gefahr laufen, dass zum Beispiel ein Auto in der Startaufstellung abgewürgt wird”, erklärte Tombazis. Um ein Stehenbleiben zu verhindern, greift das Notfallsystem automatisch über die MGU-K ein, um ein Mindestmaß an Beschleunigung zu garantieren. Ein Wettbewerbsvorteil ist das nicht: Das System soll lediglich Auffahrszenarien wie beim Zwischenfall zwischen Lawson und Colapinto verhindern. Oder wie es Tombazis formulierte: Aus einem katastrophalen Start wird ein schlechter Start, aber kein guter. Wie es überhaupt zur Fünf-Sekunden-Regel kam Das “Startproblem” der Formel 1 hatte sich bei den Wintertests in Bahrain erstmals gezeigt: Mehrere Teams hatten bei den Probestarts große Schwierigkeiten, ihre Fahrzeuge überhaupt von der Linie zu bewegen. Das Thema entwickelte sich im Fahrerlager rasch zu einer politischen Debatte. Viele Teams forderten mehr Zeit während der Startprozedur, um ihre Turbolader auf Drehzahl zu bringen und die Motordrehzahl aufzubauen. Ferrari war von dieser Idee allerdings wenig angetan, weil der kleinere Turbolader der Scuderia beim Start einen Wettbewerbsvorteil brachte – Lewis Hamilton und Charles Leclerc dominierten bei den Probestarts.
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Als Kompromiss wurde schließlich das sogenannte Vorstart-Prozedere eingeführt: Sobald nach der Einführungsrunde alle Autos in ihren Startboxen stehen, beginnt eine fünfsekündige Vorwarnzeit, die durch blau blinkende Lichter in der Startaufstellung kenntlich gemacht wird. Das anschließende Losfahren gelingt damit wesentlich kontrollierter und sicherer.

 
Formel1.de 

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