Carlos Sainz schlägt Alarm: Formel 1 ist zur Dreiklassengesellschaft geworden
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Es ist kein Geheimnis, dass die neuen Formel-1-Regeln nicht überall so gut ankommen wie erhofft. Nachdem die Fahrer bereits zu Saisonbeginn deutliche Kritik am diesjährigen Antriebskonzept geäußert hatten, erreichte die Diskussion mit den Software-Problemen in Malaysia ihren vorläufigen Höhepunkt. LAT Images Carlos Sainz sieht die Formel 1 als Dreiklassengesellschaft
Williams-Pilot Carlos Sainz macht nun auf einen weiteren Nachteil des neuen Antriebsreglements aufmerksam: “Das Feld ist auch viel stärker gespalten”, meint der Spanier mit Blick auf die aktuellen Rennergebnisse. “Es gibt derzeit quasi zwei Klassen in der Formel 1: die Top-4-Teams und den Rest. Man könnte sogar von drei Klassen sprechen.” Denn Neueinsteiger Cadillac und Sorgenkind Aston Martin liegen selbst hinter dem Mittelfeld noch immer deutlich zurück. Allerdings zeigt die Vergangenheit, dass neue Formel-1-Reglements schon häufiger für große Leistungsunterschiede zwischen den Teams gesorgt haben, ehe sich das Feld am Ende eines Regelzyklus angeglichen hat. Budgetobergrenze als Ursache für große Abstände? Cadillac-Pilot Sergio Perez sieht die Ursachen für den Rückstand seines Teams allerdings nicht allein am aktuellen Antrieb. “Wir sind natürlich ein neues und kleines Team”, sagt der Mexikaner und ergänzt: “Ich finde, die heutige Budgetobergrenze ist für kleinere Teams deutlich unfairer.”
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Der langjährige Red-Bull-Pilot erinnert sich an seine Zeit bei den Bullen. Dort wurden “fast an jedem Rennwochenende Upgrades gebracht”, so Perez. “Von einer Budgetobergrenze war nie die Rede. Es ging rein um die Leistung; man hat alles in die Waagschale geworfen, was möglich war.” Formel-1-Fails: Diese Regeländerungen waren ein Reinfall
Gerade kleinere Teams wie Cadillac, die “nicht ganz so effizient arbeiten und deren Abläufe noch nicht so eingespielt sind”, geben am Ende viel mehr Geld aus, meint der 36-Jährige. Seine These: Während kleinere Teams mit ineffizienten Abläufen kämpfen, können die Topteams für das gleiche Geld deutlich größere Updates entwickeln und einsetzen. “Die Budgetobergrenze sorgt also nicht für ein engeres Feld, sondern schafft genau die riesigen Abstände, die wir derzeit im Starterfeld sehen”, glaubt Perez. Dass sich sportlicher Erfolg allerdings nicht allein mit Geld erkaufen lässt, zeigt Aston Martin in dieser Saison. “Müssen damit umgehen und Konsequenzen tragen” Ein wesentlicher Faktor für die Probleme bei Aston Martin ist jedoch die Antriebseinheit von Honda, die insbesondere zu Saisonbeginn nicht konkurrenzfähig war. Damit dürfte auch die Motorenfrage in den kommenden Monaten und Jahren ein zentrales Gesprächsthema in der Formel 1 bleiben. Dass es noch Verbesserungspotenzial gibt, betont auch Sainz. “Wir wissen, was dieses Reglement mit sich bringt”, sagt der Williams-Pilot. Mit Blick auf die Zukunft zeigt er sich dennoch zuversichtlich: “Jeder versucht, sein Bestes zu geben: die Teams, die Hersteller der Antriebseinheiten, die FIA und die FOM, die das Produkt bestmöglich vermarktet.”
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“Wir alle versuchen, das Beste aus dem zu machen, wofür sich der Sport vor fünf Jahren entschieden hat – also aus dem, was die Verantwortlichen an der Spitze damals beschlossen haben.” Dass die neuen Regeln nicht die erhoffte Wirkung entfalten, ist inzwischen offensichtlich. Meistgelesen in unserem Netzwerk DTM
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“Jetzt müssen wir damit umgehen und die Konsequenzen tragen”, ergänzt Sainz. Dennoch sieht der Spanier nicht ausschließlich Nachteile: “Es gibt positive Aspekte, wie zum Beispiel mehr Überholmanöver. Es gibt Vor- und Nachteile. Man betrachtet, welche Aspekte den Sport tatsächlich verbessert haben und inwieweit er dadurch schlechter geworden ist – und entscheidet dann, wie es bis 2030 weitergehen soll.”
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