Colton Herta gibt Formel-1-Traum nicht auf: “Habe noch eine Chance”
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“Es wäre töricht, hier zu sitzen und zu glauben, dass ich sofort konkurrenzfähig sein werde, dass ich von Anfang an die Pace habe und bei meinem ersten Rennen siegfähig bin. Ich bin vielleicht älter, aber was die Geschwindigkeit angeht, sind diese Jungs genauso schnell wie jeder andere dort draußen.” circuitpics.de Colton Herta absolvierte für Cadillac bereits Freitagseinsätze in der Formel 1
So schätzte Colton Herta seinen Wechsel von der IndyCar-Serie in die Formel 2 ein, mit dem er seinen Traum von der Formel 1 verfolgen wollte. Bisher hat sich diese Einschätzung bestätigt – tatsächlich sogar stärker, als er zunächst angenommen hatte. Dem Cadillac-Schützling war bewusst, dass die Formel 2 für Rookies eine schwierige Meisterschaft ist. Das gilt insbesondere dann, wenn man die Formel 3 überspringt und sich als Neuling an die Pirelli-Reifen gewöhnen muss. Dennoch hatte er sicherlich nicht erwartet, in diesem Ausmaß zu kämpfen.
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Der Hitech-Pilot liegt in der Fahrerwertung auf dem 19. Platz und hat lediglich 26 Punkte auf seinem Konto. Sein bestes Ergebnis ist der fünfte Platz im Sprintrennen von Barcelona – erzielt von Startplatz drei nach der umgekehrten Startaufstellung. Er selbst kann sich die schwache Performance nicht erklären. Auf die Frage von Motorsport.com in einem exklusiven Interview, was ihm genau Schwierigkeiten bereite, antwortet Herta: “Nichts Bestimmtes. Es war einfach das gesamte Paket. Leider gab es zu keinem Zeitpunkt besonders viele positive Aspekte. Aus irgendeinem Grund fehlte es komplett an Tempo, und daran hat sich eigentlich nichts geändert.” “Es ist unklar, warum wir kein Wochenende von Anfang bis Ende konstant stark bestreiten können. Ich finde es einfach rätselhaft, hier [in Baku] drei Sekunden Rückstand im Qualifying zu haben. Das ergibt für mich überhaupt keinen Sinn.” Die letzten Ersatzfahrer-Einsätze in der Formel 1
Auf die Nachfrage, ob er Schwierigkeiten gehabt habe, sich an das Auto oder die Reifen zu gewöhnen, stellte Herta klar: “Anfangs nicht. Bei den Wintertests waren wir ziemlich stark. Auch bei allen privaten Testfahrten, die ich absolviert hatte, war ich stark. Aber aus irgendeinem Grund hat sich das an Rennwochenenden nie übertragen.” Die Analyse des US-Amerikaners ist zutreffend. Bei den Vorsaisontests in Barcelona war er der elftschnellste Pilot und lag 0,574 Sekunden hinter Spitzenreiter Rafael Camara – ebenfalls ein Rookie und amtierender Formel-3-Meister. Diese Leistung war eindeutig ermutigend. In der Formel 2 weit weg von Topergebnissen Doch es hielt nicht an. In den ersten fünf Rennwochenenden qualifizierte sich Herta im Durchschnitt auf Platz 14 und hatte 0,848 Sekunden Rückstand auf die Spitze. Anschließend verschlechterte sich seine Form zunehmend: In den folgenden acht Qualifying-Sessions belegte er im Schnitt den 18. Platz. Der durchschnittliche Rückstand betrug in diesem Zeitraum 1,088 Sekunden. Noch nicht berücksichtigt ist dabei das jüngste Event in Baku, bei dem sein Rückstand unerklärlicherweise auf 2,484 Sekunden in Q1 und 3,091 Sekunden in Q2 anwuchs. Auch die Unfälle häuften sich. Bei den jüngsten Rennwochenenden in Monza und Madrid kam es zu nicht weniger als drei Zwischenfällen. “Das ist frustrierend, aber wir können nur weitermachen und es weiter versuchen”, so Herta. Baku eskaliert: Colapinto-Crash, Russell vs. Verstappen & Horner-Interview Video wird geladen…
“Ich weiß nicht, ob das [wegen der möglichen Absage von Katar und Abu Dhabi aufgrund des Iran-Krieges] das letzte Rennen der Saison war oder ob noch weitere folgen. Wir werden aber so weiterarbeiten, als hätten wir noch zwei Rennen vor uns. Ich werde versuchen, das Maximum herauszuholen.”
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Es ist fair zu sagen, dass diese Saison Hertas Chancen auf ein Formel-1-Cockpit nicht gerade verbessert hat. Das gilt umso mehr, da Cadillac-Formel-1-CEO Dan Towriss einen Platz unter den Top 10 der Meisterschaft erwartet hatte – ein Ergebnis, das inzwischen praktisch nur noch rechnerisch möglich ist. Cadillac hatte deutlich gemacht, dass sein Test- und Entwicklungsfahrer in nicht allzu ferner Zukunft eine reale Chance auf ein Formel-1-Cockpit habe, sofern er in der Formel 2 gute Leistungen zeige. Herta sagt jedoch, dass er vom Team bislang kein Feedback zu seiner Leistung in der Nachwuchsserie erhalten habe. Formel 1 bleibt der “Fokus” Der ehemalige IndyCar-Spitzenfahrer ergänzt, dass er derzeit mit dem Formel-1-Team über seine Pläne für 2027 spreche. Angesichts widersprüchlicher Medienberichte stellt er außerdem klar, dass er eine zweite Formel-2-Saison nicht ausschließe, auch wenn dies eindeutig nicht seine Priorität sei.
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“Ich habe gesagt: ‘Ich habe kein Interesse daran'”, erklärt Herta. “Eine Rückkehr wäre interessanter, wenn es eine klare Entwicklung und Ähnliches gegeben hätte. Aber es gibt keinerlei Fortschritte.” “Ich arbeite inzwischen deutlich mehr mit dem Formel-1-Team zusammen, was Simulatorsitzungen betrifft. Am Montag habe ich gerade einen TPC-Test absolviert, der sehr stark war. Im Formel-1-Simulator und bei den TPC-Einsätzen war das Tempo wirklich stark. Aber aus irgendeinem Grund lässt sich das einfach nicht auf die Formel 2 übertragen.” Auf die Frage, ob er für 2027 weiterhin fest bei Cadillac eingeplant sei, antwortet Herta: “Im Moment habe ich für das kommende Jahr noch nichts fest vereinbart. Wir sprechen darüber und klären, welche Möglichkeiten es für mich innerhalb des Teams gibt.”
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Als wir den IndyCar-Zweiten von 2024 fragen, ob er eine Rückkehr in die Serie in Betracht ziehen würde, macht Herta deutlich, wo seine Priorität liegt: “Das hängt ganz davon ab, wie das kommende Jahr aussieht.” “Mein Fokus liegt weiterhin darauf, in die Formel 1 zu kommen, und ich glaube nach wie vor, dass ich in den nächsten zwei Jahren eine Chance darauf habe. Aber ich weiß noch nicht genau, wie der Plan für mich bei Cadillac aussieht. Darüber muss ich erst nachdenken.” “Sobald ich das weiß, kann ich weitere Entscheidungen treffen, etwa darüber, ob ich in der Formel 1 bin oder nicht. Wie würde das konkret aussehen? Wäre es eine Rolle als Ersatzfahrer? Oder weiterhin eine Testrolle? Falls das der Fall ist: In welcher anderen Rennserie könnte ich währenddessen antreten, um beschäftigt zu bleiben?”
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“Im Moment gibt es leider einfach noch nichts zu sagen, solange meine Pläne für das kommende Jahr nicht konkreter sind. Danach kann ich alles Weitere darauf aufbauen.”
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