Darum war die Entscheidung zwischen Slicks und Intermediates so schwierig

Darum war die Entscheidung zwischen Slicks und Intermediates so schwierig

 

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Die Anfangsphase beim Großen Preis von Bahrain in Malaysia war nicht nur von der chaotischen Einführungsrunde geprägt, sondern auch von einem kniffligen Reifenpoker: Während sich die Mehrheit des Feldes für die Intermediate-Reifen entschied, wagten einige der andere Piloten den Start auf Slicks.  LAT Images Slicks oder Intermediates? Die Reifenwahl in Malaysia war nicht einfach

Zwar zeigte sich schon nach wenigen Runden, dass die profilierten Reifen die bessere Wahl gewesen wären. Doch den betroffenen Teams – allen voran Ferrari und McLaren – ist die Entscheidung für die Slicks dennoch kaum vorzuwerfen. Denn die Reifenwahl war längst nicht so eindeutig, wie es im Nachhinein den Anschein macht. “Es war unklar, ob die Strecke Intermediates erforderte oder ob Slicks funktionieren würden”, sagt McLaren-Teamchef Andrea Stella und verweist auf die besonderen Bedingungen auf dem Sepang International Circuit: “Auf diesem Asphaltbelag, das hatten wir schon auf den Runden zur Startaufstellung gesehen, wurden die Intermediates sehr schnell beschädigt.”
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Gleichzeitig bot der raue Asphalt einen entscheidenden Vorteil: Die Slick-Reifen sollten dadurch schneller ihr optimales Arbeitsfenster erreichen. “Viel besser als auf fast jeder anderen Rennstrecke”, ergänzt der erfahrene Formel-1-Ingenieur. Entsprechend gingen sowohl Lando Norris als auch Oscar Piastri das Risiko ein und starteten auf Slicks. McLaren-Teamchef gibt zu: “Es dauerte länger als erwartet” “Nach unseren Beobachtungen schien die Strecke trocken genug für Slicks zu sein, und wir gingen davon aus, dass sie recht schnell auf Betriebstemperatur kommen würden. Tatsächlich dauerte es jedoch länger als erwartet”, räumt Stella rückblickend ein. Verstappen siegt in Malaysia: Ist Russells WM-Traum jetzt endgültig vorbei? Video wird geladen…  

“Dadurch verloren wir mit Lando und auch mit Oscar Zeit, weil wir schließlich doch an die Box kommen und akzeptieren mussten, dass die Strecke eigentlich nur für Intermediates geeignet war”, gibt der McLaren-Teamchef zu. “Das war die komplizierteste Phase.” Weil McLaren zunächst überzeugt davon war, dass die Slicks funktionieren würden, kam eine geteilte Strategie nicht infrage. “Wir gingen davon aus, dass die Trockenreifen schneller auf Temperatur kommen würden”, ergänzt der Italiener, der verrät, dass Piastri schon früh skeptisch wurde und davon ausging, dass es “nicht allzu schnell gehen würde”. “Und bei Lando haben wir ihn womöglich in die falsche Richtung gelenkt”, räumt Stella einen Fehler des Teams ein. “Eigentlich hätte er wohl besser auf Intermediates wechseln sollen. Aber wie besprochen, wollten wir eben ausprobieren, ob wir auf den Medium-Reifen draußen bleiben können.” Wasser sammelte sich im grobkörnigen Asphalt Während Piastri anschließend noch auf die Intermediates wechselte, blieb Norris mit seinen Medium-Reifen auf der Strecke. Der Brite hoffte darauf, dass sich die Bedingungen doch noch schnell genug zugunsten der Slicks entwickeln würden. Doch der Rückstand auf Spitzenreiter Kimi Antonelli im Mercedes wuchs nach sechs Runden auf eine Minute an.  LAT Images Erst beim Start wurde deutlich, wie viel Wasser noch im Asphalt steckte

“Tatsächlich dauerte es länger, als wir angenommen hatten”, sagt Stella. “Letztendlich war unsere Einschätzung des Zeitpunkts, ab dem Slicks schneller sein würden als Intermediates, falsch.” Auch diese Fehleinschätzung lässt sich auf die besonderen Eigenschaften des Asphalts in Sepang zurückführen. Denn in der grobkörnigen Oberfläche konnte sich eine beträchtliche Menge Wasser sammeln, obwohl die Strecke äußerlich bereits weitgehend trocken wirkte. “Die größte Unbekannte war, wie viel Wasser in den Löchern des Asphalts ist”, sagt auch Ferrari-Pilot Charles Lecerc. “Und es war deutlich mehr Wasser, als die Mehrheit wohl gedacht hatte.” “Deshalb war der Slick am Ende die falsche Entscheidung”, ergänzt der Monegasse, der ebenfalls auf Slicks ins Rennen gegangen war. Nach einer Kollision mit Nico Hülkenberg im Audi benötigte Lecerc allerdings einen neuen Frontflügel und wechselte bei dieser Gelegenheit ebenfalls auf Intermediates.
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Am Ende hatten die Piloten, die auf Slick-Reifen ins Rennen gestartet waren, dennoch Glück im Unglück: Nach dem Abflug von Cadillac-Pilot Valtteri Bottas musste das Safety-Car auf die Strecke. Damit war der zuvor entstandene Rückstand wieder egalisiert. Ohne die Neutralisation hätte das Rennen für die Slick-Starter ein anderes Ende nehmen können …

 
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