Drei Siege in Folge: Ist Red Bull jetzt die neue Nummer 1 der Formel 1?
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Red Bull hat sich mit starken Auftritten beim vergangenen Tripleheader eindrucksvoll zurückgemeldet. Nachdem Max Verstappen den Sieg in Baku nur um zwei Zehntelsekunden verpasst hatte, holte er den Erfolg in Malaysia nach und legte in Singapur mit Siegen im Sprint und im Grand Prix nach. LAT Images Red Bull scheint der Konkurrenz den Rang abgelaufen zu haben
“Wenn man sich die jüngsten Rennen anschaut, war Red Bull eindeutig das beste Team”, räumt George Russell ein. Der Mercedes-Pilot verweist darauf, wie konkurrenzfähig Verstappen zuletzt auf unterschiedlichen Strecken war. In Baku sei der Niederländer auf einem ähnlichen Niveau wie er selbst gewesen, anschließend habe Red Bull sowohl auf dem schnellen Kurs in Malaysia als auch auf dem ganz anders gearteten Stadtkurs in Singapur überzeugt. “Im Moment ist es als Team also unser Ziel, diese Updates endlich in den Griff zu bekommen”, sagt Russell.
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Damit spricht er ein Problem an, das Mercedes trotz der über weite Strecken starken Saison beschäftigt. Die neuen Teile sollen zwar zusätzliche Performance liefern, doch das Team kann sie noch nicht zuverlässig abrufen. Kimi Antonelli sieht darin einen wesentlichen Grund für den jüngsten Rückstand – ohne Red Bulls Fortschritte kleinzureden. Singapur: Die Fahrernoten von Marc Surer und der Redaktion
“Natürlich hat Red Bull einen unglaublichen Schritt nach vorne gemacht. Aber Max fühlt sich wohl auch einfach wohler im Auto und holt schlicht mehr heraus”, erklärt Antonelli. Es sei eine Kombination verschiedener Faktoren. Bei Mercedes seien die Zugewinne durch das eigene Update-Paket in den Daten durchaus sichtbar, doch das Arbeitsfenster des Autos sei derzeit extrem klein. Schon die Art, wie ein Fahrer eine Kurve anfahre oder bremse, könne das Verhalten des Autos deutlich verändern. In Austin will Mercedes deshalb die drei Trainings nutzen, um die Abstimmung von Grund auf zu überprüfen. Das Team habe in Singapur bereits gute Arbeit geleistet, um das Auto in ein besseres Fenster zu bringen und Antonelli mehr Vertrauen zu geben. Nun gehe es darum, diesen Ausgangspunkt zu nutzen und das vorhandene Potenzial endlich auf der Strecke umzusetzen. Vasseur sieht das Kräfteverhältnis weiter im Wandel Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur will Red Bull trotz der jüngsten Ergebnisse noch nicht zur neuen Nummer 1 erklären. Für ihn ist die Saison vielmehr von wechselnden Kräfteverhältnissen geprägt. Zu Beginn sei Mercedes besonders stark gewesen, danach hätten Ferrari und McLaren jeweils mehrere Rennen gewonnen. Nun habe Red Bull nachgelegt. “Ich denke, das wechselt ständig”, sagt er. Entscheidend sei, dass mehrere Teams eng beieinanderlägen. In Singapur hätten teilweise vier Rennställe innerhalb von weniger als zwei Zehntelsekunden gelegen. Schon ein neues Update könne deshalb ausreichen, um die Reihenfolge erneut zu verändern. Ferrari werde ebenfalls weitere Teile bringen – allerdings gelte das auch für die Konkurrenz.
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Dass Red Bull zuletzt einen deutlichen Schritt gemacht hat, bestreitet Vasseur nicht. Auf die Frage, ob dafür auch die Antriebseinheit verantwortlich sei, antwortet er: “Ja, das war offensichtlich. Aber das kann die Power-Unit sein, das kann auch der Luftwiderstand sein.” Zu wenig Mut oder keine Chance? Hat Charles Leclerc den Singapur-Sieg beim Start verloren? Video wird geladen…
Eine eindeutige Erklärung für den Leistungssprung liefert er damit nicht. Für Ferrari gehe es ohnehin darum, sich auf die eigene Arbeit zu konzentrieren, statt den Blick zu sehr auf die Gegner zu richten. Auch McLaren-Teamchef Andrea Stella sieht Red Bull vor allem als Beispiel dafür, wie stark einzelne Entwicklungsschritte das Kräfteverhältnis verschieben können. Verstappen und sein Team nutzten die jüngsten Updates konsequent aus.
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Stella beschreibt diesen Wechsel als eine Art Pingpong: Die Rennställe bringen neue Teile, machen einen Schritt nach vorne und verändern damit die Ausgangslage für die nächsten Rennen. Selbst ein Rückstand von drei Zehntelsekunden sei kein uneinholbarer Abstand, sondern könne mit einem einzigen gelungenen Update verschwinden. Mekies sieht Red Bull auf vielen Strecken konkurrenzfähig Red Bulls Teamchef Laurent Mekies bewertet die jüngsten Ergebnisse naturgemäß positiv. Besonders wichtig sei, dass die Performance nicht auf einen einzelnen Streckentyp beschränkt gewesen sei. Baku, Malaysia und Singapur stellten sehr unterschiedliche Anforderungen an Auto und Fahrer – und dennoch konnte Verstappen überall um die Spitze kämpfen. “Auf der Grundlage dessen, was wir heute sehen, sollten wir in der Lage sein, bei den meisten Rennen in der Spitzengruppe mitzukämpfen”, sagt Mekies. Zugleich schränkt er ein, dass die Konkurrenz weiterhin Updates bringen werde. Red Bull selbst habe angekündigt, keine weiteren größeren Neuerungen mehr einzuführen. Wie lange sich der aktuelle Vorteil halten lasse, müsse sich deshalb erst zeigen. Fahrer-Top-10: Die meisten Saisons in Folge mit einem Sieg
Verstappen selbst vermeidet ebenfalls eine Kampfansage für die verbleibenden Rennen, auch wenn das Auto seit Baku deutlich besser zu fahren sei. Es fühle sich ausgewogener und berechenbarer an – genau das habe ihm zuvor gefehlt. Zu Saisonbeginn sei das Auto teilweise “echt beängstigend zu fahren” gewesen. Der Fortschritt sei deshalb besonders erfreulich, doch eine Garantie für weitere Siege sei er nicht.
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“Ich möchte jetzt nicht behaupten, dass ich in Austin um den Sieg kämpfen werde”, betont Verstappen. Jede Strecke bringe neue Herausforderungen mit sich. Austin sei wegen seiner Bodenwellen ganz anders als die jüngsten Austragungsorte, und in Mexiko würden wiederum die Höhenlage und die damit verbundenen Anforderungen an Motor und Auto eine wichtige Rolle spielen. Meistgelesen in unserem Netzwerk Langstrecke
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Auch der Blick auf die Weltmeisterschaft verändert seine Herangehensweise. Verstappen sieht sich nicht mehr im Titelkampf und will vor allem den Aufwärtstrend genießen. “Mir persönlich ist es völlig egal, ob ich Zweiter, Dritter oder Vierter werde – das gibt mir nichts. Ich will bis zum Ende einfach Spaß haben und versuchen, noch ein paar Tagessiege einzufahren”, sagt er.
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