Feindbild Lando Norris: Jetzt mischt sich sogar Argentiniens Außenminister ein!
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Franco Colapinto war nach dem Grand Prix von Aserbaidschan am Samstag in Baku der große Buhmann. Der Alpine-Pilot hatte sich beim Re-Start in Runde 36 verbremst und in Kurve 1 eine Dreierkarambolage ausgelöst – eine Szene, in der er keine glückliche Figur machte. Getty (KI-bearbeitete Fotomontage) Pablo Quirno gehört in Argentinien der Regierung von Präsident Javier Milei an
Doch der Hass vieler argentinischer Fans, die in der Vergangenheit schon mehrmals durch unschöne Shitstorms gegen Colapinto-Gegner aufgefallen sind, konzentrierte sich diesmal auf Lando Norris. Der hatte nach Colapintos verheerender Fehleinschätzung gefordert, dass die FIA darüber nachdenken sollte, in solchen Fällen sogar Rennsperren auszusprechen. Damit ist der amtierende Formel-1-Weltmeister in Argentinien jetzt vorübergehend Staatsfeind Nummer 1. Unglaublich, aber wahr: Auf der Social-Media-Plattform X kommentierte sogar der argentinische Außenminister Pablo Quirno den Zwischenfall beim Rennen in Baku. Was der Außenminister auf X gepostet hat Quirno postete am Samstagabend ein Foto von Norris’ Kollision mit seinem Teamkollegen Oscar Piastri beim Grand Prix von Kanada 2025 und schrieb dazu: “Sicher hat Lando Norris auch eine Strafe für den Fahrer gefordert, der beim Grand Prix von Kanada 2025 mit Oscar Piastri kollidiert ist. Ach, stimmt, hat er nicht.” queueTwitterWidget();queueTwitterWidget(); Es mutet schon einigermaßen bizarr an, so ein Posting auf einem Account zu sehen, auf dem der Außenminister tags zuvor noch Fotos von einem politischen Treffen mit dem Wirtschafts- und Tourismusminister der Vereinigten Arabischen Emirate veröffentlicht hat. Und es ist Beleg für den aus europäischer Sicht ungewöhnlichen Status, den Colapinto als Nationalheld in seiner Heimat hat.
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Davon mal ganz abgesehen, dass Quirno für sein Posting Fotomaterial aus dem offiziellen TV-Broadcast verwendet hat, das eigentlich urheberrechtlich geschützt ist, triggerte er damit natürlich seine Follower. Stand Sonntagmittag wurde das Posting fast eine Million Mal gesehen und mehr als 500 Mal kommentiert. Viele der Kommentare folgen jedoch nicht der Einladung zum Online-Hass gegen Norris, sondern kritisieren Quirno. “Argentinischer Regierungsbeamter, der sich auf Fan-Wars einlässt – das ist wirklich beschämend”, schreibt einer, und ein anderer: “Mein Gott, dieses ganze Land braucht Wutmanagement-Kurse oder Therapie. Kümmert euch um eure zusammenbrechende Wirtschaft.” Alpine reagiert erneut mit Statement auf Online-Hass Nichtsdestotrotz bekam in den Online-Reaktionen nach dem Rennen in Baku auch Norris sein Fett ab. Und zwar so dick, dass sich das Alpine-Team genötigt sah, ein Statement zu veröffentlichen: “Wir halten es für notwendig, uns nach dem Grand Prix von Aserbaidschan erneut gegen Hass und Beschimpfungen im Internet auszusprechen.” “Diese richten sich nicht nur gegen einen unserer eigenen Fahrer, sondern auch gegen Mitglieder der Formel-1-Gemeinschaft, einschließlich der Medien, sowie gegen unsere Konkurrenten, die wir respektieren, bewundern und gegen die wir mit großer Freude in der Königsklasse des Motorsports antreten.”
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“Wie wir bereits bei früheren Vorfällen gesagt haben, verurteilen wir die Reaktionen einiger Fans im Internet aufs Schärfste und stehen solidarisch an der Seite der Formel 1, der FIA und der anderen Teams, die diesem Verhalten ein Ende setzen wollen. Es ist bei den vergangenen Rennen zu einem regelmäßigen Vorkommnis geworden und kann nicht toleriert werden.” Bereits vor Baku hatte Alpine-Teamchef Flavio Briatore angekündigt, Colapinto ein Interview-Verbot für argentinische Medien aufzuerlegen, sollten sich die argentinischen Fans weiterhin nicht benehmen: “Wenn die Argentinier Franco unterstützen wollen, dann sollen sie Franco auf saubere, loyale Weise unterstützen. Nicht so, wie ich es auf Social Media sehe.” “Wenn nicht, wird Franco irgendwann mit niemandem mehr sprechen, denn wenn ich jedes Mal sehe, wie viel Wut von den Fans kommt, dies und das, ohne jeden Grund … Wenn die Leute so sind, dann werden wir die Interviews mit dem argentinischen Fernsehen einstellen. Wir werden alles einstellen, denn was ich auf Social Media lese, ergibt keinen Sinn”, so Briatore.
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Die FIA-Kommissare in Baku waren Norris’ erster “Empfehlung”, Colapinto für die Aktion beim Re-Start für mindestens ein Rennen zu sperren, übrigens nicht gefolgt. Sie hatten stattdessen eine Strafe über zehn Sekunden ausgesprochen. Weil Colapinto diese nach seinem Ausfall nicht mehr absitzen konnte, wurde diese in eine Gridstrafe für das nächste Rennen in Sepang (fünf Plätze) umgewandelt.
Formel1.de
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