Ferrari verschenkt Singapur-Pole: Hamilton bereut Set-Up-Änderung für Q3
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Ferrari hätte Max Verstappen die Poleposition für den Großen Preis von Singapur offenbar deutlich schwerer machen können. Charles Leclerc fehlten am Ende nur 0,054 Sekunden auf den Red-Bull-Piloten, Lewis Hamilton lag weitere 0,069 Sekunden zurück. Beide Ferrari-Fahrer sahen nach dem Qualifying Möglichkeiten, noch schneller zu sein. Besonders bei Hamilton könnte eine Set-up-Änderung in Q3 jedoch nach hinten losgegangen sein. LAT Images Kostete eine Set-up-Änderung in Q3 Lewis Hamilton die Singapur-Pole?
Der siebenmalige Weltmeister hatte die ersten beiden Qualifying-Abschnitte dominiert. In Q1 war Hamilton 0,345 Sekunden schneller als Leclerc, in Q2 setzte er als erster Fahrer an diesem Wochenende eine Runde unter 92 Sekunden und nahm Verstappen 0,110 Sekunden ab. Doch im entscheidenden Abschnitt konnte er diesen Vorteil nicht nutzen. Stattdessen kämpfte er mit einem nervösen Auto und starkem Übersteuern. “Das Auto fühlte sich in Q1 und Q2 großartig an”, erklärt Hamilton. Nach seinen Runden habe er das Gefühl gehabt, dass noch mehr möglich sei. “Der einzige Weg, das herauszuholen, war, mehr Frontflügel zu geben. Und damit habe ich es, glaube ich, über die Grenze hinausgeschoben.” Hamilton verändert die Balance seines Ferrari Vor Q3 ließ Ferrari den Winkel der rechten Frontflügelklappe geringfügig vergrößern. Die Änderung sollte offenbar zusätzliche Performance freisetzen, veränderte aber die Balance des Autos stärker als erwartet. Obwohl Hamilton seine Zeit in Q3 noch einmal verbesserte, fiel der Fortschritt nur gering aus. Leclerc und Verstappen fanden mehr Zeit.
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Hamilton beschreibt, wie schmal das Fenster zwischen einem gut ausbalancierten und einem schwer kontrollierbaren Auto sei. “Es war nur ein kleines Stück Verstellung oder so etwas. Aber es war, als wäre das Auto genau auf der Messerschneide gewesen. Danach war es einfach nervös, und keine der Runden in Q3 war wirklich gut.” In beiden schnellen Versuchen hatte Hamilton am Ausgang von Kurve drei mit heftigen Übersteuermomenten zu kämpfen. Auch durch die letzte Schikane musste er das Lenkrad deutlich korrigieren. Die Set-up-Änderung könnte damit ein entscheidender Faktor dafür gewesen sein, dass Ferrari seine starke Ausgangsposition nicht in die Pole ummünzen konnte. Trotzdem will Hamilton das Ergebnis nicht schlechtreden. “Ehrlich gesagt bin ich angesichts dessen, dass diese Runden nicht besonders gut waren, dankbar, dass ich Dritter geworden bin”, sagt er. Leclerc sieht ebenfalls verpasste Chancen Auch Leclerc ist überzeugt, dass Ferrari das Potenzial für die Pole hatte. Der Monegasse hatte in Q1 und Q2 selbst mit Schwierigkeiten gekämpft, darunter ein Auto, das beim Bremsen zur Seite zog. Auf einer Strecke wie Singapur, auf der die Mauern dicht stehen, ist ein solches Verhalten besonders unangenehm. “Ich hatte in Q1 und Q2 einige Schwierigkeiten. Beim Bremsen passierten seltsame Dinge, und das Auto zog etwas zur Seite, was auf einer Strecke wie dieser nicht besonders angenehm ist”, erklärt Leclerc. Video wird geladen…
Im letzten Abschnitt gelang ihm zwar eine deutlich bessere Runde, doch auch dabei unterliefen ihm Fehler. “Ich habe Fehler gemacht. Ich denke, es gab das Potenzial, heute auf der Pole zu stehen, aber Max hat einfach einen besseren Job gemacht”, räumt er ein.
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Leclerc spricht außerdem eine mögliche Fehleinschätzung bei der Frontflügeleinstellung an. Ferrari habe vor dem Qualifying einige kleinere Anpassungen vorgenommen. “Am Ende des Tages war es einfach eine kleine Fehleinschätzung beim Flügel in Q3. Vielleicht hätten wir da etwas bessere Arbeit leisten können.” Ferrari-Sportdirektor: Beide Fahrer waren am Limit Ferrari-Sportdirektor Diego Ioverno bewertet das Qualifying insgesamt positiv, auch wenn die Pole verpasst wurde. Die Konkurrenz sei stark gewesen, und Verstappen habe einen hervorragenden Tag erwischt. Gleichzeitig bestätigt Ioverno, dass beide Ferrari-Piloten eine Chance auf die Bestzeit gesehen hatten.
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“Beide wussten, dass sie die Chance auf die Pole hatten. Sie wollten ihr Bestes geben – zunächst, um den Teamkollegen zu schlagen, wie immer, und dann natürlich auch, um Max zu schlagen”, so Ioverno. Wer am Limit fahre, könne auf einer Runde hier und da einige Hundertstelsekunden verlieren. Das sei beiden Ferrari-Piloten passiert, aber auch Verstappen habe sich im zweiten Versuch nicht mehr verbessert. Am Ende sei die Leistung des Niederländers ausschlaggebend gewesen. Für den Grand Prix sieht Ioverno dennoch eine Chance. Mit zwei Autos direkt hinter Verstappen könne Ferrari bei einem guten Start Druck auf den Red Bull ausüben. “Unser Hauptziel wird sein, die Teamleistung zu maximieren”, sagt der Sportdirektor. Wenn beide Ferrari zusammenarbeiten könnten, um Verstappen unter Druck zu setzen, sei das eine Möglichkeit für das Rennen. Singapur macht das Set-up zur Gratwanderung Ein zusätzlicher Faktor ist die Entwicklung des Streckenbelags. Auf dem Stadtkurs wird im Laufe der Sessions zunehmend Gummi auf der Ideallinie abgelagert, wodurch der Grip steigt. Für die Teams ist es dadurch schwierig einzuschätzen, ob eine Verbesserung tatsächlich vom Set-up kommt oder vor allem auf die veränderten Streckenbedingungen zurückzuführen ist.
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Hamilton beschreibt genau dieses Problem: “Es gibt bei unserem Auto eine sehr schmale Grenze zwischen über dem Limit und unter dem Limit. Den idealen Punkt zu finden, ist sehr, sehr schwierig.” Meistgelesen in unserem Netzwerk DTM
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Rückblickend habe Ferrari in Q1 und Q2 offenbar ein gutes Fenster getroffen. Mit dem zunehmenden Grip habe das Team aber reagieren wollen – und könnte dabei zu weit gegangen sein. Leclerc wiederum fand erst spät eine saubere Runde. So verpasste Ferrari die Poleposition mit beiden Autos nur knapp.
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