FIA greift durch: Overtake-Boost im Regen ab Miami verboten
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Die FIA hat kurz vor dem Rennwochenende beim Großer Preis von Miami eine weitreichende Regeländerung beschlossen: Der sogenannte Overtake-Boost ist bei nasser Strecke ab sofort verboten. Hintergrund sind wachsende Sicherheitsbedenken, die bereits nach den ersten Saisonrennen – insbesondere nach Japan – von mehreren Fahrern geäußert wurden. LAT Images Haas-Pilot Oliver Bearman während des ersten Freien Trainings in Miami
Konkret betrifft die Anpassung alle sogenannten “Low Grip Conditions”, also Situationen mit geringem Grip wie Regenrennen. In diesen Fällen darf der zusätzliche Energieschub beim Überholen nicht mehr eingesetzt werden. Die Maßnahme kommt nicht zufällig: Für den Rennsonntag in Miami ist Regen prognostiziert – die neue Regel könnte also sofort zum entscheidenden Faktor werden. Die FIA reagiert damit auf ein zentrales Problem der neuen 2026er-Generation: zu viel Leistung bei gleichzeitig reduziertem Grip. Die Kombination aus schmaleren Reifen, weniger Abtrieb und aggressiver Leistungsentfaltung macht die Fahrzeuge besonders im Nassen schwer kontrollierbar. 350 kW als Risiko: Warum die neuen Autos im Regen kritisch sind Im Fokus der Kritik steht vor allem die Charakteristik der neuen Power-Units. Der elektrische Anteil liefert nahezu sofort ein Drehmoment von bis zu 350 kW – ein Wert, der gerade auf rutschigem Untergrund schnell zum Problem werden kann. Beim Herausbeschleunigen aus Kurven neigen die Autos dadurch stärker zum Übersteuern.
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Hinzu kommt: Die Reifen sind schmaler geworden, um Gewicht und Luftwiderstand zu reduzieren. Gleichzeitig wurde der aerodynamische Abtrieb verringert. Das Resultat ist ein insgesamt nervöseres Fahrzeug, dessen Heck insbesondere im Regen schwer zu bändigen ist. FIA-Technikchef Nikolas Tombazis bringt es auf den Punkt: “Wir hatten noch kein echtes Regenrennen, aber viele Fahrer haben bereits Bedenken geäußert. Zu viel Leistung kann im Nassen problematisch sein.” Genau hier setzt die neue Regel an – sie soll die Leistungsabgabe kontrollierbarer machen und extreme Unterschiede zwischen den Autos reduzieren. Lehren aus Japan: Auch im Trockenen ein Thema Die Diskussion um den Boost beschränkt sich allerdings nicht nur auf Regenrennen. Bereits beim Großen Preis von Japan wurde deutlich, dass der zusätzliche Energieschub auch im Trockenen Risiken birgt. Große Geschwindigkeitsunterschiede zwischen zwei Fahrzeugen erhöhen die Gefahr von Kollisionen – besonders in engen Zweikämpfen. “Lektion gelernt”: Stefano Domenicali im Fadenkreuz der Fans Video wird geladen… Stefano Domenicali ist bei Hardcore-Fans der Formel 1 aktuell ein rotes Tuch.
Deshalb hat die FIA auch für trockene Bedingungen Anpassungen vorgenommen: Der Boost-Effekt wurde generell reduziert. Liegt die Leistung des Elektromotors unter 150 kW, darf sie nur noch bis zu diesem Wert angehoben werden. Ein plötzlicher Sprung auf die maximale Leistung wie zuvor ist nicht mehr möglich. Im Regen geht man jedoch einen Schritt weiter – hier wird der Boost komplett deaktiviert. Ein Ansatz, der stark an frühere Entscheidungen erinnert, etwa das Verbot von DRS bei nasser Strecke. Strategie wird zum Schlüsselfaktor: Miami als Härtetest Die kurzfristige Einführung der Regel sorgt dafür, dass Teams und Fahrer in Miami vor einer völlig neuen Herausforderung stehen. Ohne Boost im Regen verändern sich nicht nur Überholmanöver, sondern auch Rennstrategien grundlegend.
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Überholen dürfte deutlich schwieriger werden, da ein wichtiges Werkzeug entfällt. Gleichzeitig könnte die geringere Leistungsentfaltung für stabilere Fahrzeuge sorgen – ein möglicher Vorteil für Fahrer, die auf Konstanz setzen. Auch die Abstimmung der Autos wird stärker in den Fokus rücken, insbesondere im Hinblick auf Traktion und Reifenmanagement. Hinzu kommt die eingeschränkte Sicht bei Regen durch Gischt sowie die weiterhin teilweise aktiven aerodynamischen Systeme. Diese Mischung macht das Verhalten der Autos schwer vorhersehbar – ein Unsicherheitsfaktor, der das Rennen zusätzlich würzen könnte. Fahrer als treibende Kraft: Entwicklung geht weiter Die Entscheidung der FIA ist auch ein Ergebnis der intensiveren Zusammenarbeit mit den Fahrern. Deren Feedback spielte eine zentrale Rolle bei der Bewertung der neuen Autos und der daraus resultierenden Risiken. Besonders in Bezug auf Sicherheit zeigte sich die FIA erneut handlungsbereit.
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Auch wenn die aktuelle Maßnahme als sinnvoller Schritt gilt, dürfte sie nicht das letzte Wort bleiben. Vielmehr versteht sich die Anpassung als Teil eines fortlaufenden Entwicklungsprozesses der 2026er-Regeln. Weitere Änderungen sind je nach Erkenntnissen aus den kommenden Rennen durchaus möglich. Meistgelesen in unserem Netzwerk GP Miami
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Miami wird somit zur ersten echten Bewährungsprobe – nicht nur für die neue Regel, sondern für das gesamte Konzept der aktuellen Formel-1-Generation. Sollte der Regen tatsächlich einsetzen, wird sich zeigen, ob das Boost-Verbot die gewünschte Wirkung erzielt oder neue Fragen aufwirft.
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