Formel-1-Teamchefs: Darum wäre Nachtanken keine gute Idee mehr

Formel-1-Teamchefs: Darum wäre Nachtanken keine gute Idee mehr

 

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Wenn es darum geht, wie man das sportliche Spektakel der Formel 1 verbessern kann, hört man aus der Richtung vieler (vor allem langjähriger) Fans vor allem einen Vorschlag: Nachtanken. Denn weil aktuell nur die Reifen der ausschlaggebende Faktor für Boxenstopps sind, sind viele Grands Prix zu langweiligeren Ein-Stopp-Rennen verkommen.   Relikt aus vergangenen Tagen: Ein Tankstopp bei Ferrari

Tankstopps würden dafür sorgen, die Zahl der Boxenstopps und somit auch die taktische Varianz zu erhöhen, so die weitläufige Meinung, aus Sicherheitsgründen wurden sie allerdings 2010 von der FIA verboten. Zudem erhoffte sich der Verband, dass Überholmanöver somit wieder eher auf der Strecke als in der Boxengasse stattfinden würden. In den vergangenen Jahren hat man sich jedoch immer wieder mit dem Thema Nachtanken beschäftigt, wie Racing-Bulls-Geschäftsführer Peter Bayer verrät. Er war vor nicht allzu langer Zeit selbst noch als Generalsekretär bei der FIA beschäftigt und erinnert sich an eine Arbeitsgruppe rund um den damaligen Formel-1-Boss Ross Brawn. Formel-1-Fails: Diese Regeländerungen waren ein Reinfall

Schon damals ging es darum, wie man die Show und das Spektakel verbessern könne. “Eine der großen Ideen von einigen Leuten war das Nachtanken”, sagt Bayer. Doch eine eingehende Analyse der Thematik ergab Ernüchterndes.
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“Wir sind sehr tief in historisches Bildmaterial und uns vorliegende Daten eingetaucht, und es hat sich gezeigt, dass das Nachtanken – abgesehen von ein paar sehr spektakulären und gefährlichen Bildern – dem Sport eigentlich überhaupt nichts gebracht hat”, sagt er. “Der Großteil der Überholmanöver fand plötzlich in der Boxengasse statt.” Von daher wäre Bayer kein großer Fan davon, “weil bewiesen ist, dass es der Show tatsächlich nicht viel bringt”. Ähnlich sieht es auch Williams-Teamchef James Vowles – abgesehen davon, dass er nicht wieder am Kommandostand einen Rennanzug tragen möchte, da es darin ziemlich warm wird. Der Brite sieht eine andere Gefahr: Die Taktik würde zu berechenbar werden, glaubt er.   Tankstopps wurden einst auch aus Sicherheitsgründen verboten

“Wir könnten im Grunde exakt vorhersagen, wann das Auto an die Box kommt”, so Vowles, da Autos immer so lange fahren würden, bis der Tank leer ist, da das Auto aufgrund des geringeren Gewichts dann natürlich am schnellsten ist. “Das bedeutet heute, dass man genau berechnen kann, was passieren wird – egal ob jemand auf einer Zwei-, Drei- oder Einstoppstrategie ist, das spielt keine Rolle.” Und während früher weniger Informationen vorhanden waren, sei das in der heutigen Formel-1-Ära anders.
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“In der heutigen Zeit, mit dem Informationsfluss nach außen, würde jeder diese Daten sofort haben”, sagt Vowles. “Für mich nimmt das extrem viel von der Spannung weg. Ich glaube, das Konzept dahinter lautet eher: Lasst uns das Gewicht der Autos niedrig halten. Das unterstütze ich vollkommen. Die Rückkehr zum Nachtanken ist dafür jedoch nicht die richtige Lösung.”

 
Formel1.de 

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