Formula 1 Academy: Susie Wolff über den harten Kampf hinter den Kulissen
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Susie Wolff, die Geschäftsführerin der F1-Academy, hat enthüllt, wie sie es geschafft hat, alle zehn Formel-1-Teams als Unterstützer für die reine Frauen-Rennserie in der Saison 2024 zu gewinnen. Nach einer Debütsaison, die den dringenden Bedarf an mehr Sichtbarkeit für die Serie deutlich machte, verfolgte Wolff das ehrgeizige Ziel, jeden einzelnen Formel-1-Rennstall für das Projekt zu gewinnen. circuitpics.de Susie Wolff engagiert sich für Frauen im Motorsport
“Ich erinnere mich noch gut daran, als ich die Rolle übernahm”, erzählte Wolff in einem Interview bei Talks At Google. “Ich fuhr zum allerersten Rennen. Damals fuhren wir noch nicht im Rahmenprogramm der Formel 1, sondern auf dem Circuit Paul Ricard – gar nicht so weit weg von meinem Zuhause in Monaco. Als ich mich der Rennstrecke näherte, dachte ich: ‘Komisch, hier sind ja überhaupt keine Autos unterwegs.‘” “Es war absolut totenstill. Ich bog auf das Gelände ab und dachte kurz: ‘Habe ich mich im Datum geirrt?‘ Denn ich hatte noch nie eine so menschenleere Rennstrecke erlebt. Als ich reinfuhr, standen da buchstäblich nur die Trucks der F1-Academy. Niemand war da. So eine verlassene Strecke hatte ich im ganzen Leben noch nicht gesehen.” Sponsoren-Frust und leere Tribünen Der Empfang im Fahrerlager war ernüchternd: “Ich stieg aus dem Auto und wurde sofort von zwei Teamchefs abgefangen, die sagten: ‘Hör zu, das funktioniert so nicht. Wir finden keine Sponsoren. Wir steigen am Ende des Jahres aus.‘ Ich dachte nur: ‘Okay, schön euch zu sehen.‘ Kurz darauf kamen einige Fahrerinnen zu mir und meinten: ‘Du, pass auf, wir sollten eigentlich ein Drittel unseres Budgets selbst einbringen, aber wir finden das Geld nicht. Ich kann dir jetzt schon sagen, dass ich meinen Anteil nicht bezahlen kann.‘”
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“Ich verbrachte den Tag und den darauffolgenden dort und rief schließlich Stefano [Domenicali] an, den Geschäftsführer der Formel 1. Ich sagte ihm: ‘Das wird so nicht funktionieren, weil niemand Sponsorengelder auftreibt.‘ Das ursprüngliche Modell sah vor, dass Liberty Media ein Drittel des Budgets übernimmt, die Fahrerin ein Drittel und das Team das letzte Drittel.” Das Ergebnis war pures Chaos auf dem Markt: “Wir hatten plötzlich einen völlig überschwemmten Markt, auf dem jeder nach Sponsoren suchte. Die einen fragten nach 5.000 Euro, die anderen nach 500.000 Euro – es war völlig unkoordiniert. Und natürlich zahlt kein Sponsor dafür, auf einem Rennauto zu kleben, das vor komplett leeren Rängen fährt. Da saß buchstäblich kein Mensch auf der Tribüne.” Der Coup mit den zehn Formel-1-Teams Nach intensiven Gesprächen mit verschiedenen Branchenkennern brachte Wolff schließlich die Idee ins Spiel, die zehn Formel-1-Teams direkt einzubinden und die gesamte kommerzielle Vermarktung im Unternehmen zu bündeln. Getty Images Ein Rennstart in der F1-Academy
“Ich bekam grünes Licht”, so Wolff weiter. “Daraufhin sagte ich zu Stefano: ‘Sollen wir die Formel-1-Teams gemeinsam ansprechen?‘ Er meinte nur: ‘Nein, nein, nein, das machst du schön alleine.‘” “Nun, einen der Teamchefs hatte ich natürlich zu Hause sitzen. Mein Ehemann [Toto Wolff] ist zwar mein größter Unterstützer, aber gleichzeitig auch mein härtester Kritiker. Er sagte zu mir: ‘Du, ich kann nicht der Erste sein, der zusagt. Bring erst mal sechs andere an Bord. Wenn du die Mehrheit hast, muss ich nachziehen.‘ Ich dachte nur: ‘Super, danke für gar nichts!‘” Dann kamen die Formel-1-Teams Doch die Dominosteine begannen zu fallen: “Ich muss sagen, als ich zu Frederic Vasseur bei Ferrari ging – den ich schon sehr lange kenne -, war es eigentlich sogar ein Stück weit seine Idee. Ich fragte ihn: ‘Würdest du in Erwägung ziehen, in die F1 Academy einzusteigen?‘ Und er antwortete sofort: ‘Ja, und wir können das Auto rot anmalen.‘ Ich sagte: ‘Okay, malen wir es rot an. Wie wäre es mit einem Ferrari-Sticker?‘”
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“Damit hatte ich Ferrari im Sack. Danach war Zak Brown bei McLaren extrem unterstützend. Und zu diesem Zeitpunkt leitete Christian Horner noch Red Bull – was aufgrund seines nicht gerade besten Verhältnisses zu meinem Ehemann potenziell kompliziert hätte werden können.” Doch Horner blockte nicht: “Er war tatsächlich sehr unterstützend. Ich hatte Freunde, die kommerziell sehr eng mit Red Bull zusammenarbeiteten und ihm erklärten, warum dieses Projekt für die Formel 1 so enorm wichtig ist.”
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“Plötzlich hatte ich also vier Teams. Ich konnte zwei weitere überzeugen, und auf einmal hatte ich diese magische Sechs beisammen, mit der ich auch Toto fest einplanen konnte. Damit waren es sieben. Die letzten drei – ich nenne ihre Namen im Buch nicht, weil ich finde, das wäre ihnen gegenüber nicht fair – waren allerdings sehr skeptisch.” Beharrlichkeit zahlt sich aus Während sich die letzten drei Teams querstellten, machte Wolff Nägel mit Köpfen und setzte die Verträge mit den bereits bestätigten sieben Rennställen auf. Bis es schließlich zur finalen Unterschrift kam, hatte sie auch die letzten Zweifler überzeugt. Meistgelesen in unserem Netzwerk Langstrecke
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“Das war für mich wirklich ein echter Kneif-mich-Moment”, gesteht Wolff rückblickend. “Ich war mir zwischendurch absolut nicht sicher, ob wir das jemals durchkriegen würden. Aber wir haben es geschafft. Und ich glaube, das war am Ende schlichtweg einer riesigen Portion Hartnäckigkeit zu verdanken – und der Weigerung, ein ‘Nein‘ als Antwort zu akzeptieren.”
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