Hamilton lag schon vorn: Dann spielte Verstappen seinen Trumpf aus …
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“Ich denke, insgesamt ist das ein unglaubliches Ergebnis für uns”, sagte Max Verstappen, nachdem er sich zum ersten Mal in diesem Jahr die Poleposition gesichert hatte. “Wenn man sich anschaut, wie die Saison für uns begonnen hat und welche Fortschritte wir seitdem gemacht haben: Auf einigen Strecken waren wir einigermaßen nah dran, aber ich denke, dieses Wochenende war bislang sehr positiv für uns.” LAT Images Max Verstappen sicherte sich die Poleposition für den Grand Prix von Bahrain 2026
“Ich denke, wir sind schon im ersten Freien Training ziemlich gut gestartet und haben von da an einfach versucht, das Auto immer weiter zu verbessern. Es ist unglaublich, wirklich. Ich bin sehr glücklich, hier auf Pole zu stehen.” Wenn man bedenkt, wie redselig und bissig Verstappen nach einigen problematischen Qualifyings und Rennen in dieser Saison aufgetreten war, ließ einen die beinahe schon nüchterne Art seiner Aussagen nach seiner Samstagsvorstellung in Malaysia fast wünschen, man könnte den wütenden Max zurückholen, damit er einem erklärt, was gerade passiert war. Telemetrie-Vergleich: Verstappen vs. Verstappen vs. Hamilton Denn unter schwierigen Bedingungen und auf einer anspruchsvollen Strecke hatte Verstappen eine makellose Vorstellung abgeliefert. Und das in einem Auto, das während der gesamten Saison bestenfalls zum erweiterten Kreis der Anwärter gezählt hatte. Dabei hätte jede seiner beiden Q3-Runden für die Poleposition gereicht.
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Interessant ist, dass sich die beiden Runden trotz eines Unterschieds von lediglich 0,12 Sekunden in einigen feinen Details voneinander unterschieden. Auf der schnelleren der beiden Runden war Verstappen im ersten Sektor sogar langsamer als bei seinem ersten Versuch. Wäre die Verbesserung zwischen den beiden Runden einfach nur linear erfolgt, ließe sie sich mit der fortschreitenden Streckenentwicklung erklären. Doch Verstappen fand auf andere Weise zusätzliche Zeit. Und genau das verdeutlicht die feinen Nuancen, die ein Fahrer ausloten muss, um sich mit einem Formel-1-Auto der Generation 2026 der “optimalen Runde” anzunähern. Video wird geladen…
Beide Red Bulls waren im ersten Sektor von Sepang enorm stark. Die Rundenzeit dort wird maßgeblich von einem jener typischen Merkmale bestimmt, für die Streckenarchitekt Hermann Tilke bekannt ist: eine erste Kurve mit immer enger werdendem Radius, die in eine zweite Kurve übergeht, die sich zwar öffnet, dabei aber in eine negative Überhöhung übergeht. Das Layout ist geradezu darauf ausgelegt, Fehler zu provozieren und die Fahrer dazu zu verleiten, beim Anbremsen zu viel zu wollen und am Ausgang zu früh ans Gas zu gehen. Auf seiner ersten Runde, auf der Verstappen in diesem Sektor um eine Zehntelsekunde schneller war als später, verlor er zunächst tatsächlich drei Zehntelsekunden gegenüber seinem zweiten Versuch, holte diese anschließend aber nicht nur vollständig zurück, sondern gewann sogar noch Zeit hinzu.
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Dabei bremste er etwas früher und ließ Bremse und Gas stärker überlappen, um das Auto beim Einlenken zu unterstützen. Anschließend löste er die Bremse, betätigte sie aber noch zweimal erneut, als die Vorderachse leicht nach außen zu schieben begann. Zweite Runde: Verstappen passt Bremsverhalten an Auf seiner zweiten Runde bremste er später, nachdem er bereits vom Gas gegangen war, und hielt die Bremsphase länger aufrecht, ehe er zwischen den beiden Scheitelpunkten aggressiver ans Gas ging. Dadurch lag er zwischenzeitlich drei Zehntelsekunden vor seiner vorherigen Runde. Obwohl er an nahezu derselben Stelle wieder vollständig beschleunigte, war er durch Kurve 3 und auf dem Weg auf die Gerade anschließend etwas langsamer. Eine Folge der leicht gesunkenen Streckentemperatur oder der Unwägbarkeiten bei der elektrischen Energieabgabe? Möglicherweise Letzteres. Schließlich hatte Verstappen bereits eine Verwarnung erhalten, weil er auf einer vorherigen Out-Lap zu langsam gefahren war. Entsprechend könnte seiner Powerunit geringfügig weniger elektrische Energie zur Verfügung gestanden haben.
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Dass seine Geschwindigkeit beim Lupfen vor Kurve 4 auf der zweiten Runde stärker abfiel, deutet darauf hin, dass beim Bremsen etwas mehr Energie rekuperiert wurde. Dennoch blieb Max im zweiten Sektor langsamer als auf seiner ersten Q3-Runde, obwohl er vor den Kurven 5 und 6 weniger stark vom Gas ging. Auf seiner zweiten Runde war er auf der kurzen Geraden zu den Kurven 7 und 8 geringfügig schneller. Doch ein kurzes Lupfen am Scheitelpunkt von Kurve 8, obwohl er eigentlich bereits wieder unter Last fuhr, kostete ihn Schwung. Anschließend war er auch auf der Geraden zu Kurve 9 langsamer und beendete den Sektor mit mehr als einer Zehntelsekunde Rückstand auf seine vorherige Runde. Wendepunkt im dritten Sektor der Strecke Im dritten Sektor erwachte Verstappens zweite Runde dann zum Leben – und der Wendepunkt ist klar erkennbar: Beim Übergang von Kurve 13 zu Kurve 14 konnte er etwas später vom Gas gehen. Diese schwierige bergab führende Kombination aus zwei Rechtskurven, bei der die zweite enger ist als die erste, verleitet die Fahrer ebenfalls dazu, zu viel zu wollen.
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Am Ausgang von Kurve 14 hatte Verstappen den Rückstand auf seine vorherige Runde vollständig aufgeholt. Auf der Gegengeraden blieb er zeitlich gleichauf, ging vor der letzten Kurve etwas später vom Gas und konnte sie anschließend auf einer engeren Linie durchfahren. So fand er jene entscheidende Zehntelsekunde, noch bevor er am Ausgang überhaupt wieder aufs Gas ging. Der Vergleich zwischen Verstappens schnellster Runde und jener von Hamilton erklärt die 0,298 Sekunden Unterschied und ist gleichzeitig eine Lehrstunde über die unterschiedlichen Leistungsfenster dieser Autos. Der Ferrari ist normalerweise in langsamen Kurven besonders stark. Doch trotz der Arbeiten am Turbokompressor im Rahmen der Additional Development and Upgrade Opportunities (ADUO) fällt er auf den Geraden weiterhin zurück.
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Hamilton verlor dennoch bereits in der verwinkelten ersten Kurvenkombination einiges an Zeit auf Verstappen – vor allem deshalb, weil er länger auf der Bremse bleiben musste. Diesen Nachteil konnte er anschließend mit dem stärkeren Antritt des Ferrari bei niedriger Geschwindigkeit am Kurvenausgang teilweise kompensieren. In Kurve 4 verlor er erneut Zeit, ehe sich das Delta im zweiten Sektor umkehrte. Autosport Telemetrie-Overlay Verstappen vs. Hamilton im Sepang-Qualifying 2026
Während Verstappen in den Kurven 5 und 6 bis auf Halbgas zurückgehen musste, fiel Hamilton nur kurzzeitig unter 70 Prozent Gaspedalstellung. Auch vor den folgenden Kurven ging er deutlich später vom Gas und konnte durch die nächsten beiden Kurven mehr Geschwindigkeit mitnehmen. Zwar erreichte der Red Bull anschließend auf dem Weg zu Kurve 9 eine höhere Spitzengeschwindigkeit, doch Hamilton ging erneut später vom Gas und hatte am Ausgang von Kurve 9 den besseren Vortrieb. Diese schwierige Linkskurve führt bergauf und ist eine Stelle, an der man sehr leicht die Traktion verliert und die Hinterreifen durchdrehen lässt.
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Hamilton war in diesem Sektor schneller als Verstappen und lag zu diesem Zeitpunkt auch über die gesamte Runde hinweg vor ihm. Doch im letzten Sektor löste sich dieser Vorsprung in Luft auf. Sobald der Red-Bull-Ford-Antrieb bergauf durch Kurve 10 seine Stärke ausspielte, war Verstappen ganze 13 km/h schneller als Hamilton. Und obwohl Hamilton durch Kurve 11 mehr Geschwindigkeit mitnahm, konnte er die Entwicklung damit kaum aufhalten. Auf der gesamten Gegengeraden war der Red Bull schlicht schneller – meist um etwa acht km/h. Der Unterschied vergrößerte sich noch einmal deutlich, als Hamilton vor der letzten Kurve früher vom Gas ging, vermutlich weil er Energie rekuperieren musste, um auf der folgenden Geraden bis zur Ziellinie noch einmal voll angreifen zu können.
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Tatsächlich wuchs sein Rückstand dadurch zwischenzeitlich auf eine halbe Sekunde an, ehe Hamilton in der letzten Kurve noch einmal rund zwei Zehntelsekunden zurückholte, weil er früher ans Gas gehen konnte. Hamilton: Ferrari macht Fortschritte “Das Auto hat sich großartig angefühlt”, sagte Hamilton später. “Wir haben viele Änderungen vorgenommen. Ich denke, sie haben ein großartiges Paket. Red Bull hat offensichtlich einige große Fortschritte gemacht. Ich meine, der einzige Bereich, in dem wir gegen sie verlieren, sind die Geraden. Ich glaube, dort verlieren wir drei oder vier Zehntel auf sie. Das wissen wir, und deshalb arbeiten wir so hart wie möglich daran, in den Kurven das Maximum herauszuholen.” Meistgelesen in unserem Netzwerk Motorrad
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“Aber ich denke, das ist uns heute gelungen. Das ist also wirklich den Mechanikern und Ingenieuren zu verdanken. Wir haben alle gemeinsam einen wirklich großartigen Job gemacht, und auch die Umsetzung hat wirklich perfekt gepasst. Wenn wir das so beibehalten können, können wir hoffentlich in Zukunft bessere Ergebnisse erzielen.”
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