Ist Kimi Antonelli jetzt der Titelfavorit in der Formel-1-Saison 2026?
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Das “Betteridge-Gesetz” für Schlagzeilen besagt, dass jede Überschrift, die als Frage formuliert ist, mit einem glatten “Nein” beantwortet und ignoriert werden kann. Und tatsächlich zeigt ein flüchtiger Blick auf die Quoten der Buchmacher, dass der Favorit der Formel-1-Saison 2026, George Russell, bei den Wettanbietern weiterhin die Nase vorn hat – wenn auch mit schrumpfendem Vorsprung. LAT Images Kimi Antonelli ist der neue Meisterschaftsführende: Bleibt er es auch?
Wir sind zwar erst drei Grand-Prix-Wochenenden in einer 22 Rennen umfassenden Saison, doch die Leistung von Kimi Antonelli in Suzuka war mehr als nur ein weiterer Schritt auf der Entwicklungskurve und: Es war eine klare Kampfansage in Sachen Weltmeisterschaft! Vor Beginn der vergangenen Saison gab es Stimmen, die meinten, Lando Norris laufe die Zeit für einen Titelgewinn davon, da sein McLaren-Teamkollege Oscar Piastri sich so rasant entwickle, dass er – konstante Fortschritte vorausgesetzt – bald der dominierende Fahrer in dieser Paarung sein würde. Auch wenn das Jahr 2025 einige Wendungen nahm, zeitweise sah es so aus, als würde Piastri früher liefern als erwartet, bleibt diese Hypothese valide. Kann Antonelli den Trend beibehalten? Ähnlich verhält es sich bei Mercedes: Im Fahrerlager glauben viele, dass 2026 die letzte Chance für Russell ist – der nun in seine achte Formel-1-Saison geht -, um sich gegen seinen Teamkollegen Antonelli zu behaupten, der gerade erst sein zweites Jahr bestreitet. Russell hat bisher jeden teaminternen Rivalen in seiner Karriere im Griff gehabt, inklusive Lewis Hamilton – wenn auch mit der Einschränkung, dass die Ground-Effect-Autos Hamiltons Fahrstil nicht gerade entgegenkamen. Vergangenes Jahr legte Russell qualitativ noch einmal nach und holte regelmäßig das Maximum aus einem oft schwierigen Auto heraus. Daten Japan: Warum Antonelli auch ohne Safety-Car gewonnen hätte! Video wird geladen… Im Strategie-Video nach dem Großen Preis von Japan analysiert Datenexperte Kevin Hermann die Zahlen hinter dem Rennen.
Die Frage, die er sich nun stellen muss: Hält dieser Aufwärtstrend an, wenn man bedenkt, wie schnell sein Teamkollege sein eigenes Level steigert?
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An Antonellis Grundspeed oder seinem Unterhaltungswert für die Formel 1 gab es nie Zweifel. Es ist eher seine oft ungestüme Herangehensweise an ein Rennwochenende, die den Blutdruck bei Mercedes und Teamchef Toto Wolff – der sich persönlich sehr für Antonellis Karriere engagiert – in die Höhe treibt. Antonelli stößt sich die Hörner ab Diese Karriere verlief schon vor der Formel 1 mit Höhen und Tiefen, und Antonelli brauchte oft eine Standpauke von Wolff oder einen aufmunternden Arm um die Schulter, um den Fokus wiederzufinden. Vergangenes Jahr erlebte er eine lange, zermürbende Durststrecke zur Saisonmitte, die auf ein Upgrade der Hinterradaufhängung zurückgeführt wurde, das später im Mülleimer der Grand-Prix-Geschichte landete. Danach folgte ein deutlicher Formanstieg, unter anderem mit starken Leistungen in Sao Paulo und Las Vegas. Doch Sao Paulo zeigte auch jene Eigenschaft, die ihn weiterhin verfolgt: Er liefert ein starkes Wochenende ab, bis ein kleiner, aber kostspieliger Fehler das Bild trübt – in diesem Fall ein unsauberer Restart nach dem Safety-Car, der in einer Kollision mit drei Autos in Kurve 1 endete. Das haben wir in dieser Saison bereits öfter gesehen: ein heftiger Abflug im dritten Training in Australien, der fast das Qualifying gekostet hätte, gefolgt von einem schlechten Start. In China gab es zwei weitere schwache Starts, eine unnötige Kollision mit Isack Hadjar in der ersten Runde des Sprints und einen weiteren fehlerhaften Safety-Car-Restart. Und natürlich den Verbremser kurz vor Rennende in Führung liegend, der eine Ansage vom Kommandostand erforderte. Potenzial noch nicht ausgeschöpft All das untermauerte den Eindruck, dass Antonelli noch nicht die vollendete Version seiner selbst ist. Wie Vettel 2008: Erster Antonelli-Sieg nach erster Pole I Rennen F1 China 2026 Video wird geladen… Die Freudentränen des Kimi Antonelli gingen nach dem Großen Preis von China um die Welt.
Und dann kam Japan. Das gesamte Wochenende über war er schneller als Russell. Dieser reagierte mit einer Set-up-Änderung im Qualifying, die sich negativ auf die Performance am Heck auswirkte. Das zog sich bis ins Rennen, wo Russell zusätzlich durch Probleme mit der Energiebereitstellung aufgrund eines Softwarefehlers gebremst wurde.
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Zwar hatte Antonelli auch in Japan einen schlechten Start, doch dieser hatte wohl eine andere Ursache als in Australien oder China. Dort war es durch niedrige Reifentemperaturen bedingter Wheelspin – eine Folge mangelnder elektrischer Leistung in der Einführungsrunde. Der Sieg in Japan In Suzuka war es ein klassischer Fahrfehler: Er verschätzte sich bei der Fingerposition an der Kupplung, Russells schwacher Start lag hingegen daran, dass er noch Restdruck auf der Bremse hatte, da die Startzielgerade ein Gefälle aufweist.
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Im Rennen machte Antonelli nach dem Rückfall auf Platz sechs guten Boden gut. Russell hingegen sorgte sich wegen eines Undercuts durch den Ferrari von Charles Leclerc, was in angstgeprägten Funksprüchen mündete, wonach eine Verlängerung des ersten Stints eine schlechte Idee sei. Das führte zu dem frühen Stopp, der Russell letztlich Positionen kostete, da Oliver Bearman kurz darauf seinen Haas wegwarf und ein Safety-Car auslöste, das Antonelli und Hamilton “billige” Boxenstopps bescherte. Russell hadert mit dem Safety-Car “Wäre der Stopp eine Runde später gekommen, hätten wir das Rennen gewonnen”, sagte Russell hinterher. “Gäbe es den Crash nicht, hätten wir es vielleicht bereut, nicht gestoppt zu haben. Im Racing läuft es mal für dich, mal gegen dich.” “Ein bisschen glücklich”: Warum Antonelli die Pole geschenkt wurde I Sprint & Quali F1 China 2026 Video wird geladen…
Hier schwingt ein Stück Wunschdenken mit. Man könnte argumentieren, dass das Safety-Car die Mercedes-Strategen vor einer schwierigen Diskussion mit Russell bewahrte, denn es war wahrscheinlich, dass Antonelli ihn ohnehin eingeholt hätte.
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Der Italiener war schnell genug, um das Rennen aus eigener Kraft zu gewinnen, und zeigte zum Zeitpunkt von Russells Stopp keinerlei Verschleißerscheinungen auf den Medium-Pirellis. Zudem beherrschte er das Energiemanagement – dieses kontroverse, aber essenzielle Element des 2026er-Reglements – perfekt, sogar besser als Russell, der bisher als Meister dieser Disziplin galt. Erfahrung noch immer der Unterschied? Im Gegensatz dazu kämpfte Russell mit dem Deployment. Eine Änderung der Harvesting-Parameter, um im Duell mit Hamilton mehr Boost zu haben, löste ein unerwartetes “Super-Clipping” aus, was ihn die Position gegen Leclerc kostete. Formel-1-Fahrer, die ihre ersten beiden Siege direkt hintereinander geholt haben
“Es war ein großer Schritt”, sagte Antonelli nach dem Rennen. “Erfahrung macht viel aus. Vergangenes Jahr habe ich viel durchgemacht, was mich mehr gelehrt hat, als ich erwartet hätte. Das hilft mir dieses Jahr definitiv. Natürlich gibt es noch viel zu tun, aber ich fühle mich in der Situation deutlich sicherer.”
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Russell betonte seinerseits, dass dies erst das dritte von 22 Rennen war. Doch es wird ihn beunruhigen, dass sein junger Teamkollege ausgerechnet in den Bereichen einen Vorteil hatte, in denen Russell bisher tonangebend war. Momentaufnahme nach Japan Letztlich ist der Japan-Grand-Prix nur eine Momentaufnahme, aber er war ein rechtzeitiger Warnschuss für Russell: Er muss jedes Wochenende maximieren, um den Vorteil des (derzeit) besten Autos im Feld zu nutzen – denn dieses Bild kann sich schnell drehen, wenn die Konkurrenz aufholt.
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“Wir müssen auf dem Teppich bleiben”, mahnt Toto Wolff. “Drei Rennen sind gefahren, und wir stehen wie die Helden da. Aber in drei Rennen könnten die Leute sagen: Vorbei mit dem Heldentum, weil die anderen stärker geworden sind.”
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