Lewis Hamilton: Hat er die 18-Zoll-Räder jetzt endlich geknackt?
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Lewis Hamilton hat im Qualifying zum Großen Preis von Mexiko nicht nur seine erste Poleposition für Ferrari geholt, sondern möglicherweise auch ein langjähriges Problem in den Griff bekommen. Der Brite erklärt, dass er den Umgang mit den 18-Zoll-Reifen inzwischen immer besser versteht. Entscheidend sei, die Pneus auf der Outlap in ihr extrem schmales Arbeitsfenster zu bringen – und sie anschließend über die gesamte schnelle Runde dort zu halten. LAT Images Lewis Hamilton konnte sich in Mexiko die Poleposition sichern
Dabei war Hamiltons Weg zur Pole alles andere als geradlinig. Nach dem ersten Versuch lag er noch deutlich zurück, doch im entscheidenden Moment gelang ihm eine nahezu perfekte Runde. Dass er dazu überhaupt in der Lage war, hatte er nach eigener Aussage schon das gesamte Wochenende gewusst. “Ehrlich gesagt wusste ich das ganze Wochenende, dass ich das Tempo für die Poleposition hatte. Aber die Sessions verliefen immer wieder auf und ab. Charles war natürlich sehr, sehr schnell”, erklärte Hamilton anschließend.
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Der Schlüssel lag für ihn in der Reifenarbeit. Die Pneus funktionieren nur in einem sehr kleinen Temperaturfenster. Werden sie zu heiß, lässt die Performance schnell nach. Genau dieses Zusammenspiel habe ihm in den vergangenen Jahren immer wieder Schwierigkeiten bereitet. Hamilton musste seinen Fahrstil verändern “Das ist etwas, womit ich mich in den vergangenen Jahren wirklich schwergetan habe, besonders seit wir auf die 18-Zoll-Reifen gewechselt sind”, gibt der siebenmalige Weltmeister zu. Deshalb habe er lernen müssen, anders zu fahren und die Kurven anders anzugehen. Es gehe dabei nicht nur um eine einzelne Fahrtechnik, sondern um ein anderes Gesamtgefühl für das Auto und eine veränderte Nutzung der Balance. Hamilton habe dafür sogar auf Werkzeuge zurückgegriffen, die er nach eigener Aussage seit rund 13 Jahren nicht mehr eingesetzt hatte. Video wird geladen…
In Mexiko sei ihm schließlich gelungen, die Reifen bereits auf der Outlap in das optimale Temperaturfenster zu bringen. Nach den ersten drei Kurven habe sich die Runde dann beinahe wie von selbst entwickelt. “Ich glaube, ich habe die Reifen auf dieser Outlap in das perfekte Fenster gebracht. Als ich durch die Kurven eins, zwei und drei war, lief es von da an ziemlich flüssig. Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass ich irgendwo Zeit verloren habe.” “Es ist, als würde man eine Nadel im Heuhaufen suchen” Wie schwierig die richtige Vorbereitung ist, erläuterte Hamilton auch in der Pressekonferenz. Obwohl die Teams zahlreiche Sensoren zur Überwachung der Reifen haben, verlasse er sich bei der entscheidenden Einschätzung vor allem auf sein Gefühl.
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“Es ist einfach Gefühl”, stellt er klar. Die Messwerte und Temperaturvorgaben böten zwar eine Orientierung, doch die Fahrer müssten auf der Outlap selbst dafür sorgen, dass die Reifen in den richtigen Bereich kommen. Auf den Geraden verlieren die Pneus zudem wieder Temperatur. Besonders kompliziert sei es, Vorder- und Hinterreifen gleichzeitig auf das richtige Niveau zu bringen. Häufig seien die Hinterreifen bereits bereit, während die Vorderreifen noch nicht funktionieren. Sobald die Vorderreifen dann ihr Temperaturfenster erreichen, können die Hinterreifen schon wieder abbauen. “Es ist ein ständiges Hin und Her”, beachreibt Hamilton das Problem. Manchmal seien die Hinterreifen am Ende der Outlap noch nicht bereit und würden erst im Verlauf der schnellen Runde besser. In anderen Fällen seien sie bereits zu heiß.
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Die Suche nach dem richtigen Kompromiss sei extrem schwierig: “Ich sage euch, es ist, als würde man eine Nadel im Heuhaufen suchen. Und ehrlich gesagt war es wirklich, wirklich, wirklich schwierig, das zu finden.” Warum die Outlap so entscheidend ist Ein weiterer Faktor ist der Abstand zum vorausfahrenden Auto. Um sich eine freie Strecke für die schnelle Runde zu verschaffen, müssen die Fahrer mitunter Tempo herausnehmen. Dabei verlieren die Reifen allerdings mehrere Grad Temperatur. “Jedes Mal, wenn du zurückstecken musst, um eine Lücke zu schaffen, verlierst du mehrere Grad. Und die bekommst du nicht mehr zurück”, erklärt Hamilton. Deshalb sei nicht nur die schnelle Runde selbst entscheidend, sondern bereits die Vorbereitung davor. Video wird geladen…
Auch die Wahl der Strategie spielt eine Rolle. Ferrari musste abwägen, ob die Fahrer eine weitere Vorbereitungsrunde absolvieren oder direkt mit dem ersten schnellen Versuch beginnen sollten. Hamilton gelang es schließlich, die Temperatur bei seinem entscheidenden Versuch zu halten. 18 Zoll fühlen sich ganz anders an als früher Hamilton vermisst teilweise die Eigenschaften der früheren 13-Zoll-Reifen. Diese seien weicher gewesen, hätten Bodenwellen besser aufgenommen und sich für ihn lebendiger angefühlt.
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“Ich mochte die Bewegung des Reifens. Man konnte ihn stärker spüren. Dieser hier ist einfach massiv hart, wie eine vollkommen starre Wand”, beschreibt er den Unterschied. Wegen der deutlich niedrigeren Seitenwand bewege sich der Reifen weniger.
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Wenn die aktuellen Pneus allerdings einmal im richtigen Arbeitsfenster seien, könnten sie ihre Leistung gut abrufen. Genau das sei ihm in Mexiko endlich gelungen: Er habe das Maximum aus den Reifen herausholen können, ohne dass sie während der Runde wieder aus ihrem optimalen Bereich geraten seien. Meistgelesen in unserem Netzwerk Formel-1-Newsticker
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Ob Hamilton damit sein langjähriges Problem endgültig gelöst hat, muss sich auf weiteren Strecken zeigen. Seine Aussagen machen aber deutlich, dass er einen wichtigen Fortschritt erzielt hat. Und seine Schlussfolgerung klingt entsprechend selbstbewusst: “Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Man muss einfach weiter daran arbeiten.”
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