Lewis Hamilton: Medien, die Ferrari kritisieren, haben “keine Ahnung”
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Lewis Hamilton hat genug von der Negativität rund um Ferrari. Der siebenmalige Weltmeister sieht nicht nur Teamchef Frederic Vasseur als den richtigen Mann für den weiteren Weg der Scuderia, sondern geht mit Teilen der Berichterstattung ungewöhnlich hart ins Gericht: “Fakt ist, dass niemand von denen, die diese Sachen schreiben, irgendeine Ahnung hat, wovon er redet, weil sie nicht im Team sind”, sagt er. LAT Images Lewis Hamilton stärkt Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur den Rücken
Die Aussagen des Briten fallen in eine Phase, in der Vasseurs Zukunft bei Ferrari erneut öffentlich diskutiert wird. Auslöser waren unter anderem Aussagen von Ex-Red-Bull-Teamchef Christian Horner, wonach er sich durchaus in dieser Rolle sehen könnte. Ferrari stellte sich daraufhin öffentlich hinter Vasseur und erklärte das Vertrauen in den Teamchef. Für Hamilton ist diese Debatte allerdings viel zu stark auf eine einzelne Person zugespitzt. “Hier scheint der Fokus oft sehr stark auf einer einzelnen Person in einer bestimmten Rolle zu liegen”, erklärt er.
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Schließlich habe Ferrari auf dieser Position bereits mehrere Personalwechsel erlebt. Vasseur sei dagegen “eine fantastische Führungspersönlichkeit” und “wirklich der Mann, der dieses Team in die richtige Richtung führen kann”. Hamilton: “Es geht nicht nur um eine Person” Dass Ferrari öffentlich seine Unterstützung für Vasseur bekräftigt hat, hält Hamilton deshalb nicht für den entscheidenden Punkt. Intern gebe es ohnehin Rückendeckung. Gleichzeitig verweist er auf die Struktur des Rennstalls: “Es gibt auch Leute über Fred, und es geht nicht nur um eine Person.” Vasseur habe seit seinem Amtsantritt zudem konkrete Fortschritte mit dem Team erzielt. “Fred hat das Team geführt. Er hat im vergangenen Jahr dabei geholfen, Veränderungen vorzunehmen. Er hat uns geholfen, Zweiter in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft zu werden. Das ist ein riesiger Schritt im Vergleich zum Vorjahr.” Baku eskaliert: Colapinto-Crash, Russell vs. Verstappen & Horner-Interview Video wird geladen…
Tatsächlich steht Ferrari 2026 aktuell auf Rang zwei der Konstrukteurs-WM, nachdem die Scuderia die Vorsaison auf Platz vier beendet hatte. Gleichzeitig ist die sportliche Situation komplizierter geworden: Mercedes führt die Meisterschaft deutlich an, während Ferrari zuletzt Schwierigkeiten hatte, an die Konkurrenz heranzukommen. Hamilton sieht dabei einen konkreten technischen Faktor, den man bei der Bewertung Ferraris nicht ausblenden dürfe: die Antriebseinheit. “Der Rückstand, den wir haben, liegt schlichtweg am Motor, und davor drücken wir uns nicht”, sagt der Ferrari-Pilot. “Wir wissen, dass wir jedes Wochenende vier Zehntel, wenn nicht manchmal sechs Zehntel Rückstand allein auf der Geraden haben.” Das sei Ferrari durchaus bewusst. “Daran müssen wir arbeiten. Sie arbeiten extrem hart daran, das für nächstes Jahr zu beheben.” Auch Vasseur hatte zuletzt die fehlende reine Motorleistung als Problem beschrieben. Leclerc: Vasseur “extrem kompetent” Teamkollege Charles Leclerc widerspricht dabei nicht grundsätzlich, setzt aber einen anderen Schwerpunkt. Auch aus seiner Sicht existiert ein Defizit bei der Power-Unit, “aber es kommt nicht nur darauf an”. Ferrari müsse sich ebenfalls bei Chassis und Aerodynamik verbessern, während die Konkurrenz zuletzt deutliche Entwicklungsschritte gemacht habe.
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Noch deutlicher als die sportliche Verteidigung fällt bei Leclerc die persönliche Unterstützung für Vasseur aus. Der Monegasse betont, dass er dem Teamchef “immer” vertraut habe und dieser für Ferrari “extrem wichtig” sei. Vasseur sei “extrem kompetent in dem, was er tut” und bislang “extrem wertvoll” gewesen. Die aktuellen Teamchefs der Formel 1
Besonders eine Fähigkeit hebt Leclerc hervor: den Umgang mit Menschen. “Genau darin muss man gut sein, wenn man Teamchef ist”, erklärt er. Vasseur wisse “genau, welche Worte er wählen muss und unter welchen Bedingungen man jemanden einsetzen muss, um das Maximum aus einer Person herauszuholen”. Genau deshalb sei er “so wichtig für das Team”.
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Die öffentliche Erklärung von Ferrari zugunsten Vasseurs habe deshalb aus Leclercs Sicht weniger mit einer tatsächlichen Veränderung innerhalb des Teams zu tun. “Intern gab es nie Zweifel daran, dass er unsere volle Rückendeckung hat”, sagt er. Manchmal müsse man das allerdings auch nach außen deutlich machen. “Für mich spielt das in gewisser Weise keine Rolle, weil ich weiß, wo wir teamintern stehen – und das ist das Wichtigste”, erklärt Leclerc. Gleichzeitig macht auch er keinen Hehl daraus, dass ihn die Berichterstattung über die Personaldebatte stört: “Ich würde mir manchmal einfach wünschen, dass weniger von diesen dummen Gerüchten im Umlauf wären.” “Ein bisschen respektlos” Leclerc sieht darin nicht lediglich ein Problem für Vasseur. Die ständige Diskussion über mögliche Personalwechsel könne auch die Arbeit der Mannschaft beeinflussen. In einer Fabrik mit Hunderten Mitarbeitern müsse es darum gehen, “absolut alle an einem Strang” ziehen zu lassen.
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“Wenn man diese Art von Gerüchten hat, verbringt man vielleicht etwas mehr Zeit damit, über solche Dinge zu reden, was nicht schön ist”, erklärt er. Wie groß der konkrete Effekt sei, lasse sich zwar nicht eindeutig beziffern. “Ich glaube nicht, dass solche Dinge schwarz-weiß sind.” Eines sei für ihn aber klar: “Es tut definitiv nichts Gutes.” Damit trifft Leclerc einen ähnlichen Punkt wie Hamilton. Beide Fahrer argumentieren nicht, Ferrari dürfe nicht kritisiert werden. Im Gegenteil: Leclerc räumt ausdrücklich ein, dass Kritik zum Job eines Formel-1-Teams dazugehört. Die Grenze sieht er dort, wo aus Kritik immer neue, aus seiner Sicht unbelegte Spekulationen werden. “Wir alle versuchen unser Bestes. Fred an erster Stelle und wir alle im Team treiben uns an die Grenzen”, sagt Leclerc. “Ich finde es ehrlich gesagt ein bisschen respektlos, so viele Gerüchte zu sehen.” Kritik gehöre dazu, “aber wenn man diese Dinge immer und immer wieder verbreitet, ist es ab einem gewissen Punkt einfach nicht mehr sehr respektvoll.” Hamilton: “Wenn wir denselben Fehler machen, ist es bei Ferrari zehnmal schlimmer” Hamilton wird bei diesem Thema noch grundsätzlicher. Er betont, dass er selbst die Berichterstattung nicht lese und sie ihn deshalb persönlich kaum beeinflusse. Er bekomme aber mit, welche Wirkung sie auf Menschen innerhalb der Ferrari-Mannschaft habe.
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“Wenn ich in den Raum komme, sehe ich natürlich, dass es einzelne Personen im Team definitiv belastet”, sagt der Brite. Die Mitarbeiter würden jedes Wochenende versuchen, “den bestmöglichen Job zu machen”, träfen aber nicht immer die perfekte Entscheidung. Besonders problematisch sei für die Mitarbeiter, wenn ihre Familien die negativen Berichte lesen und sie anschließend darauf ansprechen. “Wenn dir deine Familie Nachrichten wegen all der negativen Dinge schreibt, die sie liest, wenn die Leute in der Fabrik all das lesen, obwohl sie alles geben – dann hat man manchmal das Gefühl, man könne nichts richtig machen, selbst wenn man sein Allerbestes gibt.”
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Seine Konsequenz daraus fällt deutlich aus: “Lest nichts von dem Zeug, das geschrieben wird.” Formel-1-Quiz
Das Ferrari-Team fuhr in der Formel 1 wie viele Führungsrunden?
16196 14738 16004 16864 Teste Dich jetzt im Formel-1-Quiz und vergleiche Dich mit anderen Usern Denn aus Hamiltons Sicht fehlt denjenigen, die über interne Vorgänge bei Ferrari urteilen, die entscheidende Grundlage. “Sie wissen nicht, was hinter verschlossenen Türen passiert, sie wissen nicht, wie hart jeder arbeitet.” Vieles basiere deshalb “auf Vermutungen und Meinungen”. Der Ferrari-Pilot erkennt gleichzeitig an, dass sein Arbeitgeber aufgrund seiner Bedeutung besonders genau beobachtet wird. Gerade deshalb sei die Reaktion auf Fehler aus seiner Sicht unverhältnismäßig: “Wenn wir denselben Fehler machen oder nicht perfekt sind – und wir wissen, dass wir das nicht sind -, ist es aus irgendeinem Grund bei Ferrari zehnmal schlimmer.”
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Hamilton hat dafür sogar eine Erklärung: Ferrari sei “die beste Marke hier, mit Abstand die ikonischste”. Entsprechend hoch seien Erwartungen und Aufmerksamkeit. Hamilton sieht Ferrari weiter auf dem richtigen Weg Bei aller Kritik an der öffentlichen Debatte stellt Hamilton klar, dass Ferrari selbst durchaus noch Baustellen besitzt. Auch er würde Veränderungen vornehmen, wenn er die Möglichkeit dazu hätte. Welche das wären, will er allerdings nicht öffentlich ausführen. Auf die Frage, ob die Struktur des Teams dabei eine Rolle spiele – insbesondere im Vergleich zu Mercedes und Toto Wolff, der als Motorsportchef zugleich Miteigentümer ist -, antwortet Hamilton lediglich: “Toto ist in einer anderen Position als Fred und die Struktur ist ganz anders.” Die letzten 20 Siegerteams der Formel 1
An seiner grundsätzlichen Einschätzung Vasseurs ändert das jedoch nichts. “Was wir tun werden, ist, uns weiterhin darauf zu konzentrieren, den bestmöglichen Job zu machen – egal, was geschrieben steht”, sagt Hamilton. “Wir werden dort ankommen, wo wir sein wollen.”
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Dass dies nicht zwangsläufig kurzfristig geschehen werde, sei ihm bereits bei seinem Wechsel zu Ferrari bewusst gewesen: “Ich wusste, dass wir nicht im zweiten Jahr dort sein würden, wo wir hinwollen.” Gleichzeitig setzt der Brite weiterhin auf die Arbeit der Mannschaft: “Ich hoffe und bete, dass wir es mit der harten Arbeit aller vielleicht nächstes Jahr dorthin schaffen, wo wir es verdienen.”
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