McLaren rätselt über Rückfall: “Sehen keine Anomalie in den Daten”

McLaren rätselt über Rückfall: “Sehen keine Anomalie in den Daten”

 

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McLaren hat in den vergangenen Rennen den Anschluss an die Spitze verloren. Das Team selbst sieht dabei keinen offensichtlichen Fehler an den eigenen Upgrades. Vielmehr scheint die Konkurrenz schneller entwickelt zu haben – und genau das macht die aktuelle Situation für Teamchef Andrea Stella schwer greifbar.  LAT Images McLaren verlor in Sepang den Kampf mit Ferrari

Zwischenzeitlich schien McLaren das beste Team zu sein, das sogar die WM gegen Mercedes noch einmal spannend machen könnte. Mit Siegen in Budapest und Zandvoort schien man die beste Form zu haben, und auch in Madrid hätte Lando Norris ohne das unglückliche VSC wohl gewonnen. In Baku und Sepang war man jedoch plötzlich im Nirgendwo. “Wir sehen in unseren Daten keine Anomalie”, sagt Stella. Das Auto sei sowohl in Malaysia als auch zuvor in Baku in dem Fenster betrieben worden, in dem es Abtrieb und mechanischen Grip hätte liefern sollen.
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“Wenn überhaupt, geht es um das Potenzial des Autos. Und wir haben das Potenzial des Autos mit den Upgrades tatsächlich gesteigert – die Informationen, die wir haben, sagen uns genau das”, so der Italiener. Auf der Strecke ist davon allerdings weniger zu sehen: “Es ist eher die Konkurrenzfähigkeit auf der Strecke, die uns zeigt, dass wir im Vergleich zu den anderen etwas an Boden verloren zu haben scheinen”, erklärt Stella. “Aber gleichzeitig haben sich eben auch die anderen verbessert. Und in der Formel 1 ist alles relativ zu dem, was die Konkurrenz macht.” Gerade diese Dynamik hat sich 2026 bereits mehrfach gezeigt. Für Stella ist das Entwicklungsrennen deshalb außergewöhnlich schnell geworden: “Ich glaube nicht, dass die Formel 1 jemals ein derartiges Entwicklungstempo und eine solche Erfolgsrate bei den Entwicklungen erlebt hat wie im Jahr 2026.” Die Anforderungen seien mittlerweile sogar höher als in jener Phase, in der McLaren selbst regelmäßig um den Titel kämpfte: “Wir kommen aus einer Vergangenheit, in der wir sehr erfolgreich waren, aber wenn wir die Anforderungen im Jahr 2026 sehen, würde ich sagen, dass sie höher sind als zu der Zeit, als wir um die Weltmeisterschaft kämpfen konnten.” Red Bull auf der Geraden, Ferrari in den Kurven am schnellsten In Malaysia zeigte sich das neue Kräfteverhältnis besonders deutlich. Red Bull war auf den Geraden klar am schnellsten, Ferrari hatte das stärkste Auto durch die Kurven. McLaren lag bei der Kurvengeschwindigkeit hinter Mercedes. “Die beste Performance auf den Geraden scheint mit einem ordentlichen Vorsprung Red Bull zu haben. Die beste Kurvenperformance hat Ferrari, und wir von McLaren liegen etwa ein Zehntel hinter Mercedes”, beschreibt Stella die Situation.
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Dabei war gerade Mercedes vor dem Wochenende ein Team, dessen Entwicklung McLaren aufmerksam beobachtete. Die Silberpfeile hatten ein umfangreiches Upgrade nach Sepang gebracht, waren damit aber geflopt. Einen unmittelbaren Schluss über dessen tatsächliche Leistungsfähigkeit will Stella allerdings nicht ziehen. “Wenn es darum geht, die Upgrades anderer Teams zu beurteilen, muss man immer sehr respektvoll und vorsichtig sein. Wir kennen die Daten nicht und verstehen kaum, was in unserem eigenen Lager passiert – wir sind also sehr zurückhaltend, wenn wir über andere Teams sprechen.” Hinzu kommen die besonderen Bedingungen in Malaysia. Der Asphalt gehört zu den rauesten im Kalender, gleichzeitig verlangen die hohen Temperaturen den Kühlsystemen der Autos viel ab. Das kann auch die aerodynamische Balance verändern, weil die Teams ihre Karosserie stärker öffnen müssen.
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“Man muss das Auto deutlich öffnen, was die Kühlungseffizienz stark beansprucht”, erklärt Stella. “Und wenn wir die Temperaturen um 20 Grad anheben, könnte es sein, dass das Auto mit der besten Kühlleistung plötzlich den meisten Abtrieb hat. Denn man büßt extrem viel Abtrieb ein, wenn man das Auto zur Kühlung öffnet.” Deshalb hält er auch die Performance von Mercedes für schwer einzuordnen. “Unter diesen Bedingungen lässt sich definitiv sagen: Wenn man sich die Höchstgeschwindigkeit und die Kurvengeschwindigkeit anschaut, scheint Mercedes wahrscheinlich etwas unter seinen Möglichkeiten geblieben zu sein.” In Baku sei der Mercedes auf den Geraden noch dominant gewesen. “Aber hier scheint tatsächlich Ferrari das beste Chassis zu haben.” McLaren fehlt plötzlich die Stärke in schnellen Kurven Für McLaren selbst fällt vor allem auf, dass eine der bisherigen Stärken nicht mehr in gleichem Maße vorhanden ist. Noch in Madrid und Zandvoort hatte das Auto in schnellen Kurven einen deutlichen Vorteil. In Malaysia war davon wenig übrig.
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“Allerdings gibt es uns auch ein wenig Rätsel auf, dass wir in den schnellen Kurven nicht mehr das beste Auto sind, wie wir es scheinbar noch in Madrid oder Zandvoort waren”, sagt Stella. Eine einfache Erklärung dafür gibt es bislang nicht. McLaren hat seine Daten überprüft und sieht keinen Hinweis darauf, dass das Auto grundsätzlich außerhalb seines optimalen Arbeitsfensters betrieben wurde. Sepang: Die Fahrernoten von Marc Surer und der Redaktion

“Zumindest für die Bedingungen, die wir hier in Malaysia und in Baku hatten, ist es im Nachhinein nicht so, dass wir das Auto mit einem anderen Set-up hätten abstimmen müssen”, erklärt er. “Wir haben die Daten überprüft und sind der Meinung, dass das Auto in dem Fenster lief, in dem es laufen sollte, um den Abtrieb und den mechanischen Grip abzurufen.”
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Damit bleibt als entscheidender Faktor die Entwicklung der Konkurrenz. Stella sieht durchaus Beispiele dafür, dass andere Teams bei ihren Fortschritten größere Schritte gemacht haben. Gleichzeitig warnt er davor, aus einzelnen Strecken zu schnell eine neue Hackordnung abzuleiten. “Es ist nicht so einfach und wiederholt sich nicht ohne Weiteres”, sagt er über die Entwicklung der Fahrzeuge. Selbst der Asphalt könne beeinflussen, wie sich ein Auto verhalte – und zwar nicht nur über die Reifen. “Ich denke, man kann sagen, dass dies ein sehr komplexes Phänomen ist, bei dem es aber eine große Belohnung für die Teams gibt, die bei der Entwicklung die beste Arbeit leisten. Und man muss sagen, dass Red Bull das sehr gut gemacht hat.” Singapur wird zum wichtigen Test Ob McLaren tatsächlich dauerhaft zurückgefallen ist oder Malaysia nur ein verzerrtes Bild geliefert hat, soll sich in Singapur besser beurteilen lassen. Stella selbst möchte sich noch nicht festlegen.
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“Ich persönlich bin derzeit nicht in der Lage zu sagen, ob Singapur uns jetzt besser liegen wird oder nicht.” Das ist insofern bemerkenswert, als McLaren das Streckenprofil von Sepang im Vorfeld eigentlich als passend eingeschätzt hatte. Verstappen siegt in Malaysia: Ist Russells WM-Traum jetzt endgültig vorbei? Video wird geladen…  

McLaren will deshalb zunächst weitere Daten sammeln, bevor die Entwicklung für die letzten Rennen festgelegt wird. “Ich denke, wir müssen das Auto, die Upgrades und die relative Konkurrenzfähigkeit in Singapur beobachten. Und danach geht es in die letzten Rennen.”
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Dort soll auch die nächste Entwicklungsstufe des MCL40 zum Einsatz kommen. “Für die letzten Rennen wird tatsächlich noch einiges kommen”, kündigt Stella an. Das Ziel ist klar: “So werden wir hoffentlich selbst einen weiteren Schritt machen können und wieder in der Lage sein, um Podestplätze zu kämpfen.”

 
Formel1.de 

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