Niels Wittich: Michael Masi “hat gar nicht so viel falsch gemacht”
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Nach dem kontroversen Ende der Formel-1-Saison 2021 geriet der damalige Rennleiter Michael Masi enorm unter Kritik und musste schließlich auch seinen Posten räumen. Immer wieder wurde dem Australier vorgeworfen, dass er damals willkürlich gegen die Regeln gehandelt habe, doch sein Nachfolger Niels Wittich springt ihm zur Seite und sagt: “Michael hat so viel gar nicht falsch gemacht.” Motorsport Network (Fotomontage/Getty Images) Niels Wittich springt seinem Vorgänger Michael Masi zur Seite
Im exklusiven Interview auf dem YouTube-Kanal von spricht der Deutsche über die Vorkommnisse des damaligen Saisonfinales in Abu Dhabi und räumt dabei mit der Ansicht auf, dass Masi das Safety-Car damals nicht eine Runde vor Schluss hätte reinholen dürfen. Zwar weiß Wittich, dass das Reglement diese Entscheidung zwar nicht vorsieht, allerdings habe Masi in seiner Verantwortung als Rennleiter etwas Spielraum gehabt: “Das heißt, er konnte das Safety-Car so einsetzen, wie er es wollte”, sagt er.
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“Wie er es wollte, ist jetzt zu viel gesagt”, legt Wittich nach, aber: “Es gab keine 100-Prozent-Regel, dass man sagt, so und so muss gemacht werden, sondern er hatte dann eine Entscheidungsfreiheit, das ein bisschen anzupassen.” Masi hatte sich damals dafür entschieden, die überrundeten Fahrzeuge zwischen dem Führenden Lewis Hamilton und Max Verstappen zu entfernen und das Rennen eine Runde vor dem Ende wieder freizugeben, obwohl das Reglement eine weitere Runde hinter dem Safety-Car vorgesehen hätte. Mit frischen Softs konnte Verstappen Hamilton so noch überholen und Weltmeister werden. Vorgehen war von den Teams gewünscht Laut Wittich sei das Vorgehen im Interesse der Teams und im Vorfeld abgesprochen gewesen: “Die Teams und die FIA und auch Formel 1 natürlich haben ganz, ganz großen Wert darauf gelegt, dass jedes Rennen immer mit grün fertiggefahren wird”, sagt er. “Das heißt, es fährt kein Safety-Car bis zum Ende durch.” Abu Dhabi brachte Masi dann aber in eine Zwickmühle: Egal, was er entschieden hätte, es hätte einer von beiden Parteien geholfen und der anderen nicht. Masi hätte auch für ein spannendes Finale zu einer roten Flagge greifen können, aber “dann hätte aber jeder gesagt: ‘Jetzt hast du ja nur Rot gemacht, weil noch zwei Runden zu fahren waren'”, sagt Wittich. Video wird geladen…
“Und für Rot, also sprich ein Rennen zu unterbrechen, gibt es Vorgaben im Sportgesetz. Das heißt, es muss Gefahr für Leib und Leben für die Offiziellen sein oder die Strecke ist blockiert. So, in dem Fall wäre es, wir halten die Show am Leben”, sagt er. “Also konntest du das nicht machen.” “Insofern hat er das gemacht, was er gemacht hat.”
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Masi ließ nur die Überrundeten zwischen Hamilton und Verstappen ziehen und gab dann das Rennen frei. “Das lag in seiner Macht”, betont Wittich. “Er hat das getan, was quasi alle wollten.” Diskussionen hätte es in jede Richtung gegeben Der frühere FIA-Rennleiter ist überzeugt, dass die Diskussionen andersherum auch in die andere Richtung gegangen wären. “Der Fan findet es blöd, der eine gewinnt, der andere nicht – aber diese Diskussion hast du bei allem”, sagt er. “Das ist Teil des Sports.” Laut Wittich hätte man vieles von dem machen können, was einige Stimmen im Nachhinein vorgeschlagen hatten. “Hätte man dies, hätte man das, klar, hätte man das alles machen können, aber auch das wäre nicht konstant gewesen mit allen Entscheidungen vorher, weil es dann eine Entscheidung gewesen wäre, die nur fürs Finale gilt.” Die größten Formel-1-Verschwörungstheorien
Trotzdem musste sich Masi nach dem Rennen dem politischen Druck beugen und wurde von der FIA entmachtet und durch eine Doppelspitze aus Wittich und Eduardo Freitas ersetzt, die sich die Rolle des Renndirektors teilten.
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Vor der folgenden Saison ging Wittich dann zu den Teams hin, um sie zu fragen, wie sie es haben wollen: “‘Sollen wir wegen jedem Mist Rot machen? Mir ist das egal, dann machen wir das, ja?’ Und dann haben alle gesagt, nee, wollen wir eigentlich auch nicht.” “Und wir haben auch gesagt: ‘Wollen wir beim Finale andere Regeln machen?’ Und dann haben sie auch gesagt, nee, wollen wir eigentlich auch nicht”, erzählt Wittich. Wittich beklagt fehlende Rückendeckung der FIA Was ihm rückblickend betrachtet sauer aufstößt, ist die Tatsache, dass es für Masi damals seitens der FIA keinen Rückhalt gegeben hatte. “Das muss man ganz klar anprangern”, sagt er, “weil jeder wusste, dass wenn es extrem wird, steht keiner hinter dir.” Für ihn und seine Kollegen sei das “sehr, sehr traurig” gewesen.
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Wittich betont, dass das zu Zeiten des langjährigen Rennleiters Charlie Whiting noch anders gewesen sei, weil der frühere FIA-Präsident Max Mosley immer hinter ihm gestanden habe. “Wenn der gesagt hat, morgen sind alle Bäume rot, dann war das so”, meint er. Getty Images Laut Wittich fehlte die Rückendeckung von Mohammed bin Sulayem und der FIA
Und genau dieser Rückhalt habe Masi damals gefehlt – und der fehlte auch Wittich selbst. “Deswegen bin ich auch kein Rennleiter mehr”, kritisiert er den heutigen FIA-Präsidenten Mohammed bin Sulayem, der kurz nach dem Abu-Dhabi-Finale 2021 das Amt von Jean Todt übernommen hatte.
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“Was auch immer passiert ist, warum er mich vor die Tür gesetzt hat: Es gab kein neutrales Gespräch oder keinen Rückhalt für seine Mitarbeiter.”
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