Nur ein Versuch, trotzdem Pole: Pirelli erklärt Verstappens Singapur-Strategie
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Max Verstappen sicherte sich in Singapur die Sprint-Pole – und setzte dabei auf eine riskantere Strategie als seine direkten Konkurrenten. Während George Russell und Charles Leclerc auf ihren frischen Soft-Reifen jeweils zwei schnelle Runden absolvierten, genügte dem Red-Bull-Piloten ein einziger Versuch. Sutton Images Max Verstappen konnte in Singapur die Sprint-Pole einfahren
Doch laut Reifenhersteller Pirelli war dieser ungewöhnliche Ansatz nicht der entscheidende Grund für Verstappens Bestzeit. Der Niederländer fuhr in SQ3 eine Zeit von 1:31,156 und war damit 0,120 Sekunden schneller als Russell im Mercedes. Leclerc folgte mit 0,243 Sekunden Rückstand auf Rang drei, dahinter reihten sich die beiden McLaren ein. Für Verstappen war es zudem eine Premiere: Erstmals beendete er ein Qualifying auf dem Stadtkurs von Singapur an der Spitze. “Es ist hier in Singapur immer eng. Man pusht so stark, wie man glaubt, dass es möglich ist, und kommt stellenweise sehr nah an die Mauern heran”, sagt Verstappen. Mit den weichen Reifen habe sich das Auto lebendiger angefühlt. Mit diesem Ergebnis habe er allerdings nicht gerechnet. Verstappen setzt auf nur einen Versuch Der Red-Bull-Fahrer absolvierte in SQ3 mit seinem frischen Soft-Satz lediglich eine schnelle Runde. Russell entschied sich dagegen für eine Runde auf Zeit, zwei Abkühlrunden und einen zweiten Angriff. Leclerc absolvierte zwischen seinen beiden schnellen Runden eine Abkühlrunde.
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Pirelli-Chefingenieur Simone Berra hebt diese unterschiedlichen Ansätze hervor. Verstappen fuhr nach der Ausfahrt direkt eine schnelle Runde und kehrte anschließend an die Box zurück. Russell und Leclerc nutzten ihre Reifen jeweils für einen weiteren Versuch. Alle drei Strategien hätten laut Berra funktioniert. Bei der geringen Reifenabnutzung und der Möglichkeit, nach einer Abkühlphase wieder Leistung abzurufen, habe keine der Varianten grundsätzlich einen Vorteil gegenüber den anderen gehabt. Verstappens Entscheidung war dennoch mit einem höheren Risiko verbunden. Bei nur einer schnellen Runde blieb keine zweite Chance, falls eine gelbe oder rote Flagge den Versuch beeinträchtigt hätte. Auch Tracklimits konnten zum Problem werden, wie Isack Hadjar und Pierre Gasly erfahren mussten. Pirelli sieht keinen entscheidenden Reifenvorteil Dass Verstappen mit seiner Strategie die Sprint-Pole holte, bedeutet laut Pirelli nicht, dass der einmalige Angriff der Schlüssel zum Erfolg war. Berra betont, dass auch ein zweiter Versuch mit bereits gebrauchten Reifen eine Verbesserung ermöglichen könne. “Ich glaube nicht, dass eine der drei Herangehensweisen den anderen grundsätzlich überlegen war. Es hängt davon ab, wie das Auto funktioniert, und auch vom Fahrer”, sagt der Pirelli-Ingenieur. Mega-Pace trotz Strategiefehler: Hätte Ferrari in Malaysia gewinnen können? Video wird geladen…
Gerade auf einem Stadtkurs wie Singapur steige das Vertrauen der Fahrer mit jeder Runde. Manche bevorzugten deshalb mehrere schnelle Versuche mit einer Abkühlphase dazwischen. Verstappen habe sich hingegen dafür entschieden, direkt so stark wie möglich zu pushen.
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Auch die Reifenaufwärmung spielte eine wichtige Rolle. Laut Pirelli erschwerten der noch wenig befahrene Streckenbelag und die vergleichsweise niedrigen Energieeinträge das Erreichen des optimalen Temperaturfensters. Teams, die ihre Reifen schnell auf Betriebstemperatur brachten, konnten bereits beim ersten schnellen Versuch angreifen. Red Bull verbessert sich trotz Bodenwellen Für Red Bull ist das Ergebnis besonders erfreulich, weil Verstappen zuvor noch Schwächen am Auto angesprochen hatte. Zwar sei der Red Bull in den vergangenen beiden Rennen deutlich konkurrenzfähiger gewesen, doch der Stadtkurs in Singapur stelle es weiterhin vor Herausforderungen – vor allem wegen der Bodenwellen und Randsteine.
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Teamchef Laurent Mekies bestätigt, dass Red Bull im ersten Freien Training zunächst Schwierigkeiten hatte, die richtige Balance zu finden. Die Strecke sei ausgesprochen uneben gewesen, was beiden Autos Probleme bereitet habe. Meistgelesen in unserem Netzwerk Rallye
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Zwischen FT1 und Sprint-Qualifying gelang dem Team jedoch eine Verbesserung. Verstappen, Hadjar und die Ingenieure hätten gute Arbeit geleistet, erklärt Mekies. Das Auto sei zwar noch nicht perfekt, doch die Poleposition zeige, dass Red Bull die schwierigen Bedingungen gut bewältigt habe.
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