Schuldig, aber ohne Strafe: Kuriose FIA-Urteile nach Singapur-Sprint

Schuldig, aber ohne Strafe: Kuriose FIA-Urteile nach Singapur-Sprint

 

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Die FIA-Kommissare haben nach dem Sprintrennen der Formel 1 in Singapur mehrere ungewöhnliche Entscheidungen getroffen. Sergio Perez wurde nach einer Kollision mit Lance Stroll als überwiegend schuldiger Fahrer eingestuft, erhielt aber keine Strafe.  LAT Images Sergio Perez wurde für den Unfall mit Lance Stroll schuldig gesprochen

Auch Arvid Lindblad kam ohne Konsequenzen davon, obwohl er nach einem Dreher rund 100 Meter entgegen der Fahrtrichtung fuhr. Die Begründungen der Stewards unterscheiden sich deutlich: Während bei Perez eine Zeitstrafe wegen seines Ausscheidens nicht mehr angewendet wurde, war Lindblads Manöver unter den konkreten Umständen laut FIA nicht gefährlich. Perez verursacht Kollision mit Stroll Der Vorfall mit Perez ereignete sich in Kurve 16. Der Cadillac-Pilot versuchte, Lance Stroll innen zu überholen. Der Angriff sei zunächst auf legitime Weise eingeleitet worden, hielten die Stewards in ihrer Entscheidung fest. Dann blockierte Perez jedoch das rechte Vorderrad. Dadurch konnte er das Auto nicht mehr ausreichend einlenken, sodass es zur Kollision mit Stroll kam.
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Die Kommissare stuften Perez als überwiegend schuldigen Fahrer ein. Gleichzeitig berücksichtigten sie die Wetterbedingungen und die Schwierigkeiten, das Auto auf der Bremse unter diesen Umständen zu kontrollieren. Die vorgesehene Konsequenz wäre eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe gewesen. Weil Perez den Sprint allerdings nicht gewertet beendete, wurde keine Strafe ausgesprochen. Eine Zeitstrafe dieser Art werde üblicherweise nicht in eine Rückversetzung in der Startaufstellung umgewandelt, begründeten die Stewards ihre Entscheidung. Video wird geladen…  

Perez selbst wollte den Vorfall nach dem Sprint nicht als eindeutiges Fehlverhalten einordnen. Auf die Frage, ob er den Vorfall als Rennzwischenfall sehe, antwortete er: “Ja, es war einfach ein Rennzwischenfall.” Darauf angesprochen, dass die Stewards ihn als schuldigen Fahrer eingestuft, aber keine Strafe verhängt hätten, ergänzt der Mexikaner: “Es ist immer schwierig, den Stewards zuzustimmen. Lindblad fährt entgegen der Fahrtrichtung Auch Arvid Lindblad musste sich nach dem Sprint bei den Stewards erklären. Der Racing-Bulls-Pilot drehte sich nach der Ausfahrt aus Kurve 5 und stand anschließend in Richtung des entgegenkommenden Verkehrs. Danach fuhr er etwa 100 Meter entgegen der Fahrtrichtung zurück bis zu Kurve 5, wo er die Auslaufzone nutzte, um sein Auto zu wenden. Die FIA untersuchte den möglichen Verstoß gegen Artikel 12.2.1 h des Internationalen Sportgesetzes. Nach Anhörung des Fahrers und eines Teamvertreters sowie der Auswertung von Video- und Onboard-Aufnahmen entschieden die Stewards jedoch, keine weiteren Maßnahmen zu ergreifen. Lindblad erklärte, dass er sein Auto aus der ursprünglichen Position nach dem Dreher nicht durch ein sogenanntes Flick-Manöver wenden konnte. Weil der Wagen falsch herum stand, fuhr er zunächst ein kurzes Stück entgegen der Fahrtrichtung, blieb dabei aber am Rand der Strecke und fern der Ideallinie. Er wartete, bis das letzte Auto vorbeigefahren war, und versuchte dann erneut, das Auto zu drehen. Als dies nicht gelang, fuhr er zurück zu Kurve 5, wo er genügend Platz zum Wenden erwartete.
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Entscheidend war vor allem, dass sich kein entgegenkommender Verkehr mehr näherte. Unter diesen Umständen sei das Verhalten nicht gefährlich gewesen, lautete die Begründung. Anders als bei Perez ging es hier also nicht darum, eine an sich angemessene Strafe wegen eines Ausfalls nicht mehr umzusetzen. Die Kommissare sahen in der konkreten Situation keinen Anlass für weitere Maßnahmen. Auch Albon und Bottas bleiben ohne Strafe Neben Perez und Lindblad wurden auch Alexander Albon und Valtteri Bottas wegen Kollisionen während des Sprintrennens untersucht. Beide Vorfälle ereigneten sich beim Vorbereiten des Neustarts nach einer Safety-Car-Phase und waren Teil einer Kettenreaktion im Feld. Albon kollidierte mit dem Heck von Gabriel Bortoletos Auto. Bottas fuhr anschließend auf das Heck von Albons Wagen auf. Nach Ansicht der Stewards entstanden beide Kontakte durch eine Art Ziehharmonika-Effekt.
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Die Kommissare hielten allerdings fest, dass beide Kollisionen vermeidbar gewesen wären. Albon und Bottas hätten das Risiko einer solchen Kettenreaktion erkennen und insbesondere bei den feuchten Bedingungen mehr Abstand halten müssen. Meistgelesen in unserem Netzwerk DTM
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Für beide wäre eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe vorgesehen gewesen, wenn sie den Sprint infolge der Kollisionen nicht hätten aufgeben müssen. Da diese Zeitstrafe nicht in eine Rückversetzung umgewandelt werden kann, verzichteten die Stewards auch in diesen Fällen auf eine Sanktion.

 
Formel1.de 

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