Selbst die schlechtesten Rennen würden reichen: Antonellis irre WM-Rechnung

Selbst die schlechtesten Rennen würden reichen: Antonellis irre WM-Rechnung

 

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Es braucht schon ein bisschen Fantasie, um in die Formel-1-WM 2026 noch irgendwie einen dramatischen Spannungsbogen hineinzuschreiben. Nach 14 Grands Prix führt Kimi Antonelli mit 81 Punkten Vorsprung auf George Russell, 101 auf Lewis Hamilton und 106 auf Lando Norris.  Sutton Images Kimi Antonelli: Realistisch gesehen hat er eine Hand schon am WM-Pokal

Der absolut gesehen größte Rückstand, den je ein Fahrer noch gedreht hat, waren die 46 Punkte, die Max Verstappen 2022 bereits hinter Charles Leclerc lag. Das war damals aber nach dem dritten Saisonrennen in Melbourne. Am Ende war Verstappens zweiter WM-Titel eine klare Sache, mit 454 zu 308 Punkten. Relativ gesehen war die Aufholjagd von James Hunt in der im Hollywood-Blockbuster “Rush” verfilmten Saison 1976 sogar noch beeindruckender. Sein maximaler Rückstand auf Niki Lauda betrug zwar “nur” 35 Punkte – damals gab es für einen Grand-Prix-Sieg allerdings auch nur neun statt der heutigen 25 Punkte. Rechnet man Hunts Rückstand proportional anhand der Punkte für einen Sieg auf das heutige System um, entsprächen die damaligen 35 Punkte einem Rückstand von rund 97 Punkten. Vermutlich nur acht statt neun Grands Prix Unklar ist in der laufenden Saison, wie viele Rennwochenenden überhaupt noch gefahren werden. Denn aufgrund der geopolitischen Lage gilt es derzeit als nicht wahrscheinlich, dass Katar (29. November) und Abu Dhabi (6. Dezember) stattfinden können. Vieles deutet darauf hin, dass beide Termine abgesagt werden – und stattdessen ein Saisonfinale in Imola als Ersatz ausgetragen wird.
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In diesem Fall hätten Antonellis Verfolger noch acht Rennwochenenden Zeit, um den Titelkampf zu drehen – acht Rennwochenenden, an denen ein Fahrer rein theoretisch maximal 208 Punkte erobern kann (achtmal 25 Punkte plus nochmal acht Punkte beim F1-Sprint in Singapur). Sicher, Verstappen hat erst in der Saison 2025 bewiesen, dass selbst eine fast aussichtslose Situation mit einem Erfolgslauf noch einmal zu einem echten Titelkampf werden kann. Aber wenn aktuell jemand einen Erfolgslauf hat, dann ist es Antonelli – und dass einer seiner Gegner plötzlich alles in Grund und Boden gewinnt, gilt als sehr unwahrscheinlich. “Kimi muss einfach das weitermachen, was er jetzt macht. Das ist fantastisch”, sagt Verstappen nach dem erneuten Antonelli-Sieg beim Grand Prix von Spanien in Madrid. “Es läuft wirklich gut für ihn. Er sollte sich wegen der WM keinen Stress machen. Aber ich glaube, das tut er auch nicht. Er liefert einfach ab, er ist selbstbewusst, und er sammelt immer mehr Erfahrung.” “Kimi ist noch jung. Er steht ganz am Anfang seiner Karriere, aber er fliegt regelrecht. Und das geht ihm voll auf. Man sollte die Dinge nicht unnötig verkomplizieren. Das tut er nicht. Und er hat ein paar gute Leute um ihn herum, die genau wissen, was er braucht. Das passt alles zusammen”, beobachtet Verstappen. Vermutlich meint der viermalige Weltmeister damit Antonellis Vater Marco, der ihn rund um die Welt begleitet, seinen Teamchef Toto Wolff, der versucht, den Druck im Kessel zu halten und nicht explodieren zu lassen, und Renningenieur Peter Bonnington, der aus seiner Hamilton-Zeit weiß, wie man Titel gewinnt, und selbst in unübersichtlichen Situationen immer die Ruhe ausstrahlt, die ein Formel-1-Youngster braucht. Formkurve: Ist Norris Antonellis härtester WM-Gegner? Wenn es aktuell einen Gegner gibt, der Antonelli unter Druck setzen kann, dann ist es wahrscheinlich Titelverteidiger Lando Norris. Der McLaren-Pilot hat vor der Sommerpause in Budapest gewonnen, dann auch in Zandvoort, war Vierter in Monza – und ohne VSC-Pech hätte er am Sonntag in Madrid den dritten Sieg in vier Grands Prix geholt. Video wird geladen…  

Aber selbst wenn Norris alle theoretisch möglichen 208 Punkte holen sollte (was in der Realität ziemlich sicher nicht passieren wird), würden Antonelli lauter vierte Plätze (mit einem einzigen Grand-Prix-Podium) reichen, um den Vorsprung über die Ziellinie zu retten. Das zeigt schon, dass die Rechenspiele eher akademischer Natur sind.
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In so einem Szenario bräuchte Antonelli von jetzt an noch genau 103 Punkte, um den Sack zuzumachen. Zieht man als Vergleichsgrundlage mal seine acht bisher schlechtesten Grand-Prix-Ergebnisse der Saison 2026 heran, dann hat er selbst in denen noch 116 Punkte geholt. Man kann es drehen und wenden, wie man will: “Es ist sehr wahrscheinlich, dass er die Weltmeisterschaft gewinnen wird”, räumt Norris ein.
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Der Titelverteidiger sagt: “Er führt mit mehr als 80 Punkten Vorsprung, weil er einen unglaublichen Job macht. Er schlägt einen viel erfahreneren Teamkollegen, der auch ziemlich gut ist. Ich will ihm daher gar keine Tipps geben, denn er macht das auch so furchterregend gut. Dabei ist er gerade erst 20 geworden. Phänomenal. Es ist cool zu sehen, dass jemand, der so jung ist, so gute Arbeit leisten kann.” “Er ist schon seit dem ersten Saisonrennen beeindruckend, macht nur ganz wenige Fehler”, schwärmt Norris. “Er fährt nicht so, als wäre das erst sein zweites Jahr in der Formel 1. Und wie gesagt: Keine Tipps von mir – schließlich werden wir noch viele Jahre lang gegeneinander kämpfen. Hoffentlich auch dieses Jahr noch, aber ganz sicher in Zukunft.” Meistgelesen in unserem Netzwerk DTM
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Davor hatte sich am Sonntagabend schon Russell, Antonellis erster Verfolger in der Fahrerwertung 2026, so gut wie aus dem WM-Rennen verabschiedet: “Ich werde nicht sagen, dass es vorbei ist”, meinte Russell nach seinem fünften Platz im Grand Prix von Spanien. “Aber es ist äußerst unwahrscheinlich, dass ich noch in diesem Kampf bin.”

 
Formel1.de 

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