Sensation in der Formel 1: Warum Haas plötzlich die Top-Teams ärgert
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Nach den ersten beiden Rennwochenenden der Formel-1-Saison 2026 findet sich das Haas-Team auf dem vierten Platz der Konstrukteurswertung wieder – nur einen Punkt hinter McLaren und tatsächlich vor Branchenprimus Red Bull. Im Exklusiv-Interview mit unser Schwesterseite Autosport erklärt Teamchef Ayao Komatsu den Traumstart der US-Truppe. LAT Images Haas wird immer stärker: Was steckt hinter der Topform?
Während im Fahrerlager des Großen Preises von China viele Gesichter betrübt waren, herrschte hinter der Haas-Box nach dem Rennen beste Stimmung. Das McLaren-Duo Lando Norris und Oscar Piastri stand bereits während des Rennens den Medien Rede und Antwort, um zu erklären, warum beide Autos nicht gestartet waren, während auch für Max Verstappen nach einem völlig verkorksten Wochenende für Red Bull früh Feierabend war. Die größte positive Überraschung? Haas – vielleicht neben Rennsieger Andrea Kimi Antonelli. Der US-Rennstall ließ dem siebten Platz von Oliver Bearman in Melbourne eine noch größere Überraschung in China folgen: Platz fünf auf dem Shanghai International Circuit. Was für ein Saisonstart! Laut Teamchef Ayao Komatsu zeigt der starke Auftakt in die Saison 2026 vor allem eines: Dass ein zuverlässiges Paket zu Beginn eines neuen Reglement-Zyklus Gold wert ist. TGR Haas F1 Team Esteban Ocon im Haas VF-26 beim Formel-1-Shakedown 2026 in Barcelona
“Es ist unglaublich. Ich habe immer gesagt, dass wir uns auf die Basics konzentrieren und alles maximieren müssen. In der frühen Phase der Saison würde die Zuverlässigkeit ein Thema sein, also müssen wir einfach da sein”, so Komatsu im exklusiven Gespräch nach dem Rennen.
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Doch obwohl die Zuverlässigkeit zweifellos eine Schlüsselrolle spielt, verdient Haas für diesen Raketenstart mehr Anerkennung, als es nur auf die Haltbarkeit zu schieben. Auch die Rennpace war beeindruckend – gepaart mit einem starken Reifenmanagement auf einer Strecke, auf der das Graining am linken Vorderreifen traditionell der limitierende Faktor ist. Paket bietet gute Basis “Wir können die Top-4- oder Top-3-Teams momentan eigentlich nicht schlagen. Nun, heute haben wir Red Bull aus eigener Kraft geschlagen, wir waren also das viertschnellste Team, was unglaublich ist. Das Pech für McLaren war, dass sie das Rennen nicht aufnehmen konnten. Wir waren zur Stelle, um davon zu profitieren, und haben alles maximiert. Ich bin einfach nur glücklich.” Dass Komatsu davon spricht, Red Bull aus eigener Kraft geschlagen zu haben, wurde besonders deutlich, als Verstappen einen Großteil des Rennens etwa 2,5 Sekunden hinter Bearman feststeckte. Red Bull hatte schlichtweg nicht mehr Pace zuzusetzen, als das britische Toptalent im VF-26 abliefern konnte. Das sagt einerseits viel über die Probleme mit dem RB22 in Shanghai aus – wo laut Verstappen selbst massive Set-up-Änderungen keinerlei Besserung brachten -, aber es unterstreicht eben auch das starke Paket, das Haas aktuell geschnürt hat. Zuverlässigkeit sehr wichtig “Wenn ich mir das erste Freie Training anschaue, sah Red Bull nicht gerade überragend aus. Aber basierend auf dem Sprint war ich mir nicht sicher, ob wir wirklich die Pace haben, um gegen Red Bull zu kämpfen. Aber ein Sprint ist ein Sprint, oder? Er ist recht kurz. Aber was auch immer es war, wir hatten [am Sonntag] eine ordentliche Pace und unsere Fahrer haben das extrem gut gemanagt.” Könnte überraschen: Der neue Haas VF-26 für die F1-Saison 2026 Video wird geladen… TOYOTA GAZOO Racing Haas F1 Team stellt den VF-26 vor.
Für Komatsu beweist der Saisonstart zwei Dinge: Erstens, dass Haas ein solides Auto hat, mit dem man arbeiten kann. Und zweitens, dass das Team operativ in der Lage ist, das Maximum herauszuholen – was aus Teamsicht fast noch positiver zu bewerten ist.
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“Wir haben ein ordentliches Auto und die Abläufe sind wirklich gut. Ehrlich gesagt, als wir am Freitag in Melbourne starteten, war es noch nicht gut genug. Aber die Reaktion darauf macht mich wirklich stolz auf jeden im Team”, fährt Komatsu fort. Nur ein Schönheitsfehler am Sonntag “Wir verbessern uns jeden Tag. Nach dem Qualifying hier waren wir einigermaßen zufrieden, wussten aber, dass wir es hätten besser machen können. Wir wussten trotzdem, dass wir eine ordentliche Ausgangsposition hatten und sagten uns: Lasst uns alles maximieren. Wir müssen einfach zur Stelle sein, und genau das haben wir getan, genau wie in Melbourne.”
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Während andere Teams zu Beginn des neuen Zyklus noch mit Zuverlässigkeitsproblemen kämpfen, nutzt Haas dies mit einem soliden Paket und einer starken Durchführung aus. “Jeder einzelne Handgriff saß sehr, sehr gut – abgesehen vom Boxenstopp für Esteban.” Das war vielleicht der einzige Schönheitsfehler am Sonntag. Ocon nahm die Schuld nach der Kollision mit Franco Colapinto sofort auf sich und kassierte dafür eine Zehn-Sekunden-Zeitstrafe. Doch laut Komatsu hätte Haas ihn gar nicht erst in diese missliche Lage bringen dürfen. Doppelte Punkte waren möglich “Wir hätten ihn gar nicht erst dort platzieren dürfen, weil wir ein Problem beim Stopp hatten. Wir waren massiv verzögert. Ich weiß nicht mehr, wie viele Sekunden es waren, aber dadurch fiel er wieder hinter Colapinto zurück. Dann hat Esteban versucht, es zu erzwingen, und das ging nicht auf.” Shanghai: Die Fahrernoten von Marc Surer und der Redaktion
Ohne diesen Rückschlag für Ocon wäre laut Komatsu ein doppeltes Punkteresultat möglich gewesen – etwas, das am Ende dank Colapintos zehntem Platz an Alpine ging.
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“Andernfalls wäre Esteban sicher in die Top 10 gefahren. Zu diesem Zeitpunkt lag die Vorhersage bei mindestens P9 oder P8. Doppelte Punkte wären das i-Tüpfelchen gewesen, aber das Gute ist, dass Esteban mit dem Auto zufrieden war. In Melbourne am Sonntag war er das nicht und seine Rennpace war nicht gut, aber heute hatte er sie.” Momentaufnahme nach zwei Rennen “Natürlich hat das Safety-Car für Esteban nicht funktioniert. Bei Oliver hat es geklappt, bei Esteban nicht. Aber das ist ja der Grund, warum wir die Strategie gesplittet haben, oder? Um das Risiko zu streuen.”
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Bisher hat Haas all diese Aspekte gut im Griff. Das Ergebnis: Das nach wie vor kleinste Team der Startaufstellung liegt auf Rang vier der Konstrukteurs-WM, vor dem Schwergewicht Red Bull. Komatsu ist sich bewusst, dass es fast unmöglich sein wird, diese Position zu halten, sobald die großen Teams ihre Zuverlässigkeitssorgen aussortiert haben. Dennoch gibt der starke Start Haas enormen Auftrieb. Wie läuft die Entwicklung? “Es gibt uns eine riesige Menge an Selbstvertrauen. Ich denke, wir gewinnen jeden Tag dazu und verstehen täglich besser, wie wir dieses Reglement ausreizen können. Wir lernen jeden Tag dazu. Es ist eine enorme Motivationsspritze für die Zukunft.” Ferrari vs. Mercedes: Enger Kampf oder nur eine Illusion? Video wird geladen… Im Strategie-Video nach dem Großen Preis von China wirft Datenexperte Kevin Hermann einen genauen Blick auf die Zahlen hinter dem Rennen.
“Wir sind immer noch das mit Abstand kleinste Team. Und dann diese brandneuen Regeln anzugehen, ist eine Mammutaufgabe. Dass wir dort kämpfen, wo wir gerade kämpfen, macht mich so stolz auf alle im Team. Ich bin froh, dass wir diese Ergebnisse einfahren können, quasi als Dankeschön an alle. Es ist toll, wenn die harte Arbeit belohnt wird.”
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Der nächste Schritt für Haas wird sein, auch im Entwicklungswettlauf konkurrenzfähig zu bleiben. Die Entwicklungsrate wird in der ersten Saison unter dem neuen Reglement extrem hoch sein – traditionell der Bereich, in dem die Top-Teams den Unterschied machen. In dieser Hinsicht sind die Absagen der Grands Prix in Bahrain und Saudi-Arabien für Haas eher unglücklich, da dies zwei weitere Gelegenheiten zu Beginn des Jahres gewesen wären. Kann Haas die Pace halten? “Wenn ich die Wahl hätte – nun, wenn der Krieg nicht wäre, würde ich lieber weitermachen, weil unsere Autos konkurrenzfähig sind. Wir haben einen guten Lauf, aber es ist, wie es ist.”
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Die spannende Frage bleibt, inwieweit Haas im Wettrüsten dieser Saison mithalten kann. Doch die Rennwochenenden in Australien und China haben das kleinste Team der F1 bereits zur größten Überraschung der neuen Ära gemacht.
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