“So langweilig”: Coulthard fordert Formula 1-Revolution beim Safety-Car
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Nach dem kontroversen Ende des Großbritannien-Grand-Prix hinter dem Safety-Car diskutiert die Formel 1 erneut über den Umgang mit späten Neutralisationsphasen. Während Ex-Formel-1-Fahrer David Coulthard die bestehenden Abläufe scharf kritisiert und Änderungen fordert, verteidigt Sky-Experte Anthony Davidson das Vorgehen der Rennleitung unter Verweis auf das geltende Reglement. LAT Images Das Safety-Car brachte in Silverstone einiges durcheinander
Auslöser der Debatte war der Zwischenfall von Max Verstappen, der in Runde 48 von 52 in Stowe im Kiesbett stecken blieb. Daraufhin wurde das Safety-Car auf die Strecke geschickt. Während Charles Leclerc und Lewis Hamilton die Gelegenheit für einen letzten Reifenwechsel nutzten, blieb George Russell draußen und übernahm dadurch Rang zwei vor Hamilton. Viele Zuschauer hofften anschließend auf einen Neustart, doch dazu kam es nicht. Zusätzliche Verwirrung entstand durch eine fehlerhafte TV-Einblendung, die ankündigte, das Safety-Car werde noch vor der letzten Runde an die Box kommen. Tatsächlich blieb das Feld jedoch bis ins Ziel hinter Bernd Mayländer. Die FIA erklärte später, die Einblendung sei aufgrund eines Software-Fehlers erfolgt. Leclerc gewann das Rennen vor Russell und Hamilton. Coulthard kritisiert langsames Safety-Car-Verfahren Für Coulthard ist genau dieses Verfahren das eigentliche Problem. Im Podcast “Up To Speed” kritisierte der 13-fache Grand-Prix-Sieger die aus seiner Sicht unnötig langen Abläufe.
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“So langweilig und irgendwie etwas, wofür wir eine Lösung finden müssen”, erklärt Coulthard. “Wir haben eine Rennstrecke von fast sechs Kilometern Länge. Es gibt einen Zwischenfall in einer einzigen Kurve. Das Safety-Car wird ziemlich schnell eingesetzt, sobald entschieden ist, dass das Auto nicht mehr aus dem Kiesbett herauskommt.” Anschließend verliere die Formel 1 jedoch unnötig viel Zeit. “Dann verbringen wir mehrere Runden damit, darauf zu warten, dass das Feld zum Safety-Car aufschließt. Und wenn alle hinter dem Safety-Car sind, warten wir erneut darauf, dass der Rennleiter den Fahrern erlaubt, das Safety-Car zu überholen. Das dauert einfach viel zu lange.” Mehr Tempo dank moderner Technik? Der Schotte ist überzeugt, dass die Königsklasse mit ihrer heutigen Technik deutlich effizienter arbeiten könnte. “Wir sind die Formel 1. Wir wechseln Räder in 2,2 Sekunden, der Weltrekord lag sogar einmal bei 1,8 Sekunden. Wir entwickeln die schnellsten Rennwagen der Welt. Sobald das Safety-Car draußen ist, könnte dieser Prozess sofort beginnen.” Silverstone: Die Fahrernoten von Marc Surer und der Redaktion
Mithilfe der GPS-Daten lasse sich der Ablauf seiner Ansicht nach erheblich beschleunigen. “Weil man anhand der GPS-Daten genau weiß, wo sich die Autos auf der Strecke befinden, wäre das vollkommen machbar, solange die Fahrer die vorgeschriebene Geschwindigkeit im Bereich der doppelten Gelbphase einhalten. Wir sind absolut in der Lage, den gesamten Ablauf schneller abzuwickeln.” Nach Ansicht von Coulthard hätte ein solches Vorgehen sowohl die Ereignisse beim Saisonfinale 2021 in Abu Dhabi als auch das Rennende in Silverstone verhindern können. Rote Flagge als Lösung für späte Zwischenfälle? Als Podcast-Moderator Will Buxton anschließend vorschlug, Zwischenfälle innerhalb der letzten zehn Rennrunden künftig automatisch mit einer roten Flagge zu ahnden, zeigte sich Coulthard offen für diesen Ansatz. “Ja, ich denke, das ist eine Lösung. Damit hätte man die Möglichkeit, alles neu zu ordnen.”
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Gleichzeitig betont er erneut, dass er eine schnellere Abwicklung unter Safety-Car-Bedingungen ebenfalls für realistisch halte. “Es liegt nicht außerhalb der Möglichkeiten der Formel 1, das direkt auf der Strecke schnell umzusetzen. Es sind nur 22 Autos, vorausgesetzt, sie fahren überhaupt noch alle. So kompliziert ist das nicht. Das sind die besten Fahrer der Welt.” Mit Blick auf die Sicherheitsvorgaben ergänzt er: “Sie fahren mit mehr als 300 km/h nur wenige Zentimeter hinter einem anderen Auto. Und trotzdem tun wir bei einem Zwischenfall in einer einzigen Kurve so, als wären sie Kindergartenkinder, denen man bestimmte Dinge nicht zutrauen darf.” Davidson pocht auf konsequente Regelauslegung Anthony Davidson sieht die Situation dagegen deutlich nüchterner. Der frühere Formel-1-Fahrer verteidigte in der Sky Sports F1 Show das Vorgehen der Rennleitung und verwies darauf, dass die Regeln konsequent angewendet werden müssten.
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“Ich denke, genau deshalb waren 2021 in Abu Dhabi so viele Menschen unzufrieden. Diejenigen, die das Reglement kannten, wussten, was dort vorgeschrieben ist, denn diese Regel hat sich seitdem nicht geändert”, erklärt Davidson. Er sieht deshalb einen Widerspruch in der aktuellen Kritik. “Damals wollten die Hamilton-Fans und Mercedes-Fans, dass das Reglement Wort für Wort eingehalten wird. Deshalb kann man jetzt nicht das Gegenteil fordern und sagen, das Rennen hätte unbedingt noch einmal freigegeben werden müssen. Man muss die Regeln anwenden. Sie existieren aus gutem Grund.” Sieg für die Seele: Leclerc kontert Häme und Kritik I Rennen F1 Silverstone 2026 Video wird geladen…
Dass es in Silverstone nicht mehr zu einem Neustart kam, sei letztlich allein dem Zeitpunkt des Zwischenfalls geschuldet. “Unglücklich war nur, dass uns die Zeit ausgegangen ist. Wären noch zehn Runden zu fahren gewesen, hätten wir das Rennen wieder freigegeben und alles wäre kein Problem gewesen.” Auch Davidson sieht Vorteile einer roten Flagge Allerdings könne auch Davidson dem Vorschlag einer roten Flagge in solchen Situationen etwas abgewinnen. “Einige Leute, mit denen ich gesprochen habe, sagen, dass sowohl 2021 als auch in Silverstone die rote Flagge die richtige Lösung gewesen wäre. Ich denke, das wäre tatsächlich eine recht einfache Möglichkeit.”
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Grundsätzlich hat Davidson jedoch kein Problem damit, wenn ein Grand Prix hinter dem Safety-Car endet. “Natürlich würde ich ein Rennen lieber unter grüner Flagge beendet sehen. Aber gerade in den letzten Runden zeichnet sich das Ergebnis meistens ohnehin bereits ab.”
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Die Diskussion über mögliche Anpassungen des Safety-Car-Verfahrens dürfte damit noch nicht beendet sein. Ob die FIA künftig Konsequenzen zieht und schnellere Abläufe oder automatische Rennunterbrechungen in der Schlussphase in Erwägung zieht, oder sich doch für eine konsequente Anwendung des bestehenden Reglements entscheidet, wird abzuwarten sein.
Formel1.de
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