Valtteri Bottas’ wilder Dschungeltrip: “Nachts spielt dein Kopf dir Streiche!”

Valtteri Bottas’ wilder Dschungeltrip: “Nachts spielt dein Kopf dir Streiche!”

 

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Der einmalige Double-Header aus Malaysia und Singapur, um den Großen Preis von Bahrain auf einer Ausweichstrecke nachzuholen, ergab aus logistischer und finanzieller Sicht Sinn, bot der Formel-1-Gemeinschaft aber auch die Gelegenheit, eine der interessanteren Regionen des Kalenders zu erkunden.  Valtteri Bottas (X) Valtteri Bottas musste in Malaysia auch nachts durch den Dschungel fahren

Die meisten vernünftigen Menschen würden den einstündigen Flug entlang der Straße von Malakka nehmen, um die 360 Kilometer lange Strecke zwischen den beiden Städten zurückzulegen. Aber Valtteri Bottas ist nicht wie die meisten Menschen. Als die Partnerin des Finnen, Radprofi und australische Gravel-Meisterin Tiffany Cromwell, vorschlug, Bottas solle einfach auf sein Gravel-Bike steigen, war das keine Idee, die er sofort verwarf. “Ich glaube, Tiffany hat das eher als Scherz erwähnt: ‘Hey, du könntest einfach von dort aus fahren, es ist gar nicht so weit.’ Und ich dachte mir dann: ‘Hmm, vielleicht könnte ich wirklich …'”, erklärt Bottas am Donnerstag, nachdem er seine 420-Kilometer-Tour in der dreitägigen Pause zwischen den beiden Events absolviert hatte.
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Bottas, ein leidenschaftlicher Gravel-Bike-Fahrer, der sich sogar für die Weltmeisterschaften qualifiziert hatte, dort aber wegen der Überschneidung mit Singapur nicht teilnehmen konnte, ging der Idee nach und sicherte sich die Hilfe lokaler Gravel-Rennfahrer, die die Route wie ihre Westentasche kannten. Der Cadillac-Pilot stellte sicher, dass das Abenteuer seine Performance am Rennwochenende nicht beeinträchtigen würde, indem er die längeren Etappen auf Montag und Dienstag legte, bevor er die Tour am Mittwoch mit einer kürzeren Fahrt nach Singapur ausklingen ließ. “Ich musste natürlich die Distanz, den Zustand der Straßen und den Zeitplan überprüfen und habe dann einen soliden Plan für jeden Tag erstellt”, erklärt er. “Alle Routen waren durchgeplant. Ich habe auch eingeplant, dass die zwei größeren Etappen auf Montag und Dienstag fielen, damit sie nicht zu nah am Rennwochenende liegen. Wenn ich zum Beispiel am Mittwoch eine große Etappe gefahren wäre, hätte das bereits meine Erholung für den Freitag beeinträchtigen können.” “Aber gestern war es am Ende eher eine Erholungsfahrt, und heute kann ich es ebenfalls ruhig angehen lassen. Es war also alles gut geplant und gut umgesetzt”, so der Finne. Gute Vorbereitung auf die Sauna in Singapur Er betont: “Ich würde es natürlich nicht tun, wenn ich wüsste, dass es meiner Leistung schadet. Ich bin jetzt auf jeden Fall ziemlich gut akklimatisiert. Die Schweißmenge in diesen Tagen war ziemlich beeindruckend. Man gewöhnt sich definitiv besser an die Hitze, je mehr Zeit man in ihr verbringt, also kann mir das hoffentlich ein bisschen helfen.”
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Wenn überhaupt, glaubt der Finne, dass es seinem Biorhythmus sogar helfen könnte, da er einige seiner Fahrten in die Nacht verlegte, um sich an den späten Zeitplan des Großen Preises von Singapur zu gewöhnen. Doch diese Nachtfahrt war nicht ohne Nervenkitzel. queueTwitterWidget();queueTwitterWidget(); “Ich bin immer gegen 14 Uhr losgefahren, daher waren die ersten zwei Stunden wegen der Hitze immer die härtesten”, erzählt er. “Aber dann fängt es an, etwas abzukühlen, und in der Nacht kühlt es noch ein bisschen mehr ab. Das Wildeste war das Fahren bei Nacht im Dschungel. Die Geräusche dort drinnen sind wie …” “Dann fängt dein Kopf an, dir Streiche zu spielen. Wer weiß schon, was da draußen ist, aber man muss einfach durchziehen und weiterfahren. Mit Licht bei Nacht im Wald zu fahren, das war wahrscheinlich der epischste Teil. Das habe ich so noch nie gemacht. Der erste Teil war also etwas stressig.” Wildes Wildleben Aber auch am Tag traf Bottas auf einige unliebsame Wegbegleiter: “Ich habe einige Schlangen gesehen, wegen denen ich mir etwas Sorgen gemacht habe, aber eigentlich waren die ziemlich entspannt. Sie haben einfach ihr Ding gemacht.”
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“Ich habe eine Kobra gesehen. Ich habe eine Python gesehen, die direkt vor mir den Weg überquert hat. Ich habe einige dieser großen Eidechsen gesehen, die man auch hier sieht. Eine war auf dem Weg, ich musste mit dem Fahrrad über sie drüberspringen, weil ich sie erst im letzten Moment gesehen habe”, lacht er. “Ein Hund hat mich gejagt. Und ich steckte auf einem schmalen Pfad hinter einer Gruppe Kühe fest. Irgendwann sind sie dann weitergezogen”, so Bottas. Wenigstens weiß man, dass es in freier Wildbahn nichts gibt, was Jagd auf einen macht. Ich glaube nicht, dass es da Tiger oder so etwas gibt …” Als ein weit gereister Journalist ihn darauf hinweist, dass im malaysischen Dschungel tatsächlich Tiger umherstreifen, antwortet er: “Oh, gut zu wissen für jetzt … Das hat mir niemand gesagt, also gab es in meinem Kopf einfach nichts …”
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Die Nachricht von Bottas’ Trip machte schnell Schlagzeilen, was den Finnen amüsierte, da er bekanntermaßen ein begeisterter Radfahrer ist, der an weit längere Distanzen gewöhnt ist. Und man könnte argumentieren, dass Malaysia trotz seines drückenden Klimas tatsächlich fahrradfreundlicher ist als viele europäische Länder. “Die Einheimischen, die Autos, sie waren alle wirklich höflich. Sie haben immer viel Platz gelassen”, sagt Bottas. “Als sich die Nachricht herumgesprochen hatte, dass ich das tatsächlich mache, gab es immer wieder Einheimische, die mich angefeuert haben, was cool war.” Kopf nach Malaysia wieder frei Der wahre Grund für Bottas’ Abenteuer war gar nicht so sehr physischer, sondern mentaler Natur: Der malaysische Dschungel bot die Chance, nach dem Rennen einmal abzuschalten und ein Gastgeberland zu erkunden, während die meisten Kollegen eher im Bermuda-Dreieck aus Rennstrecke, Hotel und Flughafen hängen bleiben.
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“Es hat meinen Kopf definitiv sofort freigemacht”, sagt Bottas nach einem schwierigen Bahrain-GP in Sepang, bei dem er sich auf feuchter Strecke auf Slicks gedreht hatte. “Es war ein enttäuschendes Rennen, daher konnte ich den Frust auf dem Fahrrad sehr schnell abbauen, was irgendwie schön ist.” Formel-1-Quiz
In seiner Karriere erzielte Valtteri Bottas wie viele Pole-Positions?
20 32 48 18 Teste Dich jetzt im Formel-1-Quiz und vergleiche Dich mit anderen Usern “Während der Fahrt hatte ich viel Zeit nachzudenken, und zwar hauptsächlich über dieses Wochenende. Es ist ein Sprint-Wochenende, was eine echte Chance für uns sein kann. Und hoffentlich kann ich ein besseres Wochenende erwischen.”
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“Ich bin wirklich froh, dass ich es gemacht habe, denn ich habe in vier Tagen fast ganz Malaysia gesehen und auch seine wilde Seite. Ohne mein Fahrrad hätte ich diese Dinge niemals gesehen.” Hülkenberg: Hätte er sich mal lieber auf Sepang konzentriert … Bei seinen Fahrerkollegen sorgt Bottas’ Ausflug derweil für eine Mischung aus Bewunderung und Kopfschütteln. Nico Hülkenberg gehört eher zur zweiten Kategorie – zumindest, wenn es um den Zeitpunkt der Reise geht. “Mir wäre es lieber gewesen, wenn er sich am Sonntag im Rennen nicht gedreht und sich etwas mehr darauf konzentriert hätte statt auf seinen Radtrip. Denn er hat mir da mein Rennen echt vermasselt”, sagt der Deutsche. queueTwitterWidget();queueTwitterWidget(); Lance Stroll sieht die Sache dagegen deutlich positiver – allerdings ebenfalls ohne den Wunsch, es seinem Konkurrenten gleichzutun. “Zigtausend Kilometer Fahrrad fahren zwischen den zwei physisch anstrengendsten Rennen des Jahres? Eher nicht. Ich glaube, ich sitze lieber ein paar Tage am Strand”, sagt der Aston-Martin-Pilot lachend.
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“Hut ab vor ihm, das ist eine beachtliche Leistung.” Perez setzt lieber auf Golf Auch Cadillac-Teamkollege Sergio Perez hat nicht vor, Bottas’ Trainingsprogramm zu kopieren. Der Mexikaner freut sich, dass der Finne überhaupt in Singapur angekommen ist: “Oh mein Gott. Ich glaube, als Team sind wir erst einmal froh, dass er es überhaupt geschafft hat”, sagt er.
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“Und abgesehen davon: ziemlich beeindruckend, er hat die Messlatte wirklich hoch gelegt. Ich gehe unter der Woche lieber golfen.” Bottas habe gar nicht erst versucht, ihn von der Idee zu überzeugen. “Er wusste, dass er keine Chance hatte”, lacht Perez. Verfolgt habe er die Reise ebenfalls nicht wirklich. “Nein, ich habe erst nachgeschaut, als er hier angekommen ist. Ich war zu beschäftigt mit Golfspielen.” Verstappen siegt in Malaysia: Ist Russells WM-Traum jetzt endgültig vorbei? Video wird geladen…  

Dass die Fahrer zwischen den Rennen unterschiedliche Wege suchen, um abzuschalten, hält Perez allerdings für völlig normal. Gerade angesichts des extrem dichten Kalenders gebe es nicht die eine richtige Methode.
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“Ich denke, jeder ist da anders, weißt du. Wir sind alle Menschen und manche haben gerne Zeit für sich, machen ihr eigenes Ding und nehmen sich Zeit für ihre Hobbys. Andere hängen am liebsten ständig zusammen ab und fahren zusammen in die Flitterwochen. Wieder andere bleiben den ganzen Tag im Zimmer.” Meistgelesen in unserem Netzwerk Formel 1
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“Jeder ist anders, und das ist vollkommen okay. Bei Valtteri ist es eben das, was er liebt, von daher ist es wirklich schön, dass er es genießen kann.”

 
Formel1.de 

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