Vor Ruanda: Auf diesen Strecken in Afrika fuhr die Formel 1 bereits

Vor Ruanda: Auf diesen Strecken in Afrika fuhr die Formel 1 bereits

 

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Die Formel 1 wird in absehbarer Zukunft ein neues Rennen in Ruanda austragen. Am gestrigen Dienstag wurden die Pläne für einen neuen Grand Prix in Kigali präsentiert, der den afrikanischen Kontinent als Großer Preis von Afrika wieder auf die Landkarte bringen soll, wenn die Königsklasse “Anfang der 2030er-Jahre” erstmals dort gastiert.   Die meisten Formel-1-Rennen in Afrika fanden in Kyalami statt

Damit wäre die Formel 1 endlich wieder auf allen bewohnten Kontinenten vertreten und würde zum ersten Mal seit 1993 wieder nach Afrika kommen – etwas, von dem viele Beteiligten lange geträumt haben. Afrika war in den vergangenen mehr als 30 Jahren ein weißer Fleck auf der Formel-1-Landkarte, dabei war man selbst in den 1950er-Jahren bereits auf dem “Schwarzen Kontinent” unterwegs. Die neue Rennstrecke in Kigali wird der insgesamt vierte Kurs sein, den die Formel 1 in Afrika besuchen wird.
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Wir wollen einen Einblick geben, wo die Meisterschaft zuvor bereits zu Gast war. 1. Ain-Diab Circuit, Marokko Den ersten Ausflug auf den afrikanischen Kontinent unternahm die Formel 1 bereits 1958, wobei das nur ein Teil der Wahrheit ist. Denn der Große Preis von Marokko – beziehungsweise damals der Große Preis von Casablanca – wurde erstmals 1925 ausgetragen. In den 1930er-Jahren wechselte man auf den neuen Anfa Circuit in den westlichen Vororten von Casablanca, bevor zwischen 1935 und 1953 keine Rennen ausgetragen wurden.   Der einzige WM-Grand-Prix in Marokko fand in Casablanca statt

Die Formel 1 selbst fuhr 1957 erstmals auf den Straßen von Casablanca – und zwar auf dem neuen Ain-Diab Circuit, der ein kleines Teilstück des Anfa Circuits nutzte. Das Rennen, das von Jean Behra in einem Maserati gewonnen wurde, zählte jedoch nicht zur offiziellen Weltmeisterschaft. Das änderte sich jedoch 1958, wo der Große Preis von Marokko sogar das Saisonfinale sein durfte – und somit das Rennen, das den neuen Formel-1-Weltmeister krönte. Mit einem Sieg tat Stirling Moss sein Übriges, um seine Chancen auf den Titel zu wahren. Somit musste sein Konkurrent Mike Hawthorn unbedingt Zweiter werden, um Weltmeister zu werden – was dem Briten auch gelang, da Ferrari-Teamkollege Phil Hill ihm die Position freiwillig abgab. Hawthorn setzte sich am Ende so um einen Punkt gegen seinen Landsmann Moss durch und trat kurz darauf zurück.
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Allerdings wurde das Rennen auch von einem tragischen Unfall überschattet: Stuart Lewis-Evans verunglückte mit seinem Vanwall, woraufhin sein Wagen Feuer fing. Der Brite wurde noch in ein Krankenhaus gebracht, wo er jedoch sechs Tage später an seinen Verbrennungen verstarb. Die Formel 1 kehrte daraufhin nicht mehr nach Marokko zurück, sodass das Rennen 1958 das offiziell einzige im Kalender war. 2. Prince George Circuit, Südafrika Die Formel 1 kehrte vier Jahre nach Afrika zurück, allerdings an die komplett andere Seite des Kontinents. Statt an der Nordküste am Mittelmeer zu fahren, begab man sich auf die lange Reise an die Südküste, wo der Prince George Circuit den Großen Preis von Südafrika ausrichtete.
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Nachdem man bereits zwei Jahre lang nicht zur WM zählende Formel-1-Rennen ausgetragen hatte, war der 3,920 Kilometer lange Kurs in East London ab 1962 offizieller Teil des WM-Kalenders. Die Strecke lag direkt an der Küste im Grünen, bestand jedoch aus lediglich acht Kurven.  LAT Images (Getty Images) Der Prince George Circuit in East London lag malerisch an der Küste

Erster Rennsieger wurde Graham Hill, der sich beim als Saisonfinale ausgetragenen Grand Prix zum Weltmeister krönte. Auch 1963 fand auf der Strecke das Saisonfinale statt, bevor das Rennen für 1965 an den Saisonanfang gelegt wurde. 1966 wurde das Rennen in East London wieder zu einem Non-Championship-Rennen herabgestuft. Somit wurden offiziell drei Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft auf dem Prince George Circuit ausgetragen.
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Für 1967 wechselte der Große Preis von Südafrika nach Kyalami, weil East London mittlerweile als zu klein für die Formel 1 angesehen wurde. Der Kurs existiert auch heute noch und wird für nationale Meisterschaften genutzt. Das Besondere: Ein Teil der Strecke nutzt öffentliche Straßen, sodass der Kurs die einzige teilpermanente Rennstrecke in Südafrika ist. 3. Kyalami Grand Prix Circuit, Südafrika Mit Abstand die meisten Formel-1-Rennen fanden in Kyalami statt, das East London 1967 als Austragungsort des Großen Preises von Südafrika ablöste. Insgesamt 20 Mal war die Königsklasse bis 1993 in Midrand nördlich von Johannesburg zu Gast.
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Den Auftakt gewann Pedro Rodriguez im Cooper-Maserati. Kyalami blieb anschließend fast zwei Jahrzehnte lang fester Bestandteil des Formel-1-Kalenders und entwickelte sich zum wichtigsten Motorsportstandort des Kontinents.  ROBERTA CIUCCIO/AFP via Getty Images Die Formel 1 strebte lange eine Rückkehr nach Kyalami an

Jim Clark und Jack Brabham gewannen hier ihre letzten Formel-1-Rennen, Mario Andretti (in seinem ersten Rennen für Ferrari) und Carlos Reutemann feierten hier ihre Debütsiege. Auf der anderen Seite ließen hier Peter Revson und Tom Pryce bei Unfällen ihr Leben. Bis 1985 gastierte die Königsklasse dort jährlich – mit einer Ausnahme: 1981 fand zwar ebenfalls ein Rennen statt, dieses zählte wegen des damaligen Konflikts zwischen FISA und FOCA jedoch nicht zur Weltmeisterschaft.
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Nach dem Großen Preis von 1985 verschwand Südafrika zunächst aus dem Kalender. Die politische Situation während der Apartheid und die damit verbundenen internationalen Boykotte hatten den Motorsport im Land zunehmend unter Druck gesetzt. Was wurde aus alten Formel-1-Strecken?

Erst 1992 kehrte die Formel 1 nach Kyalami zurück. Die politische Lage hatte sich verändert, und mit Nelson Mandela an der Spitze des Übergangs zur Demokratie zeichnete sich das Ende der Apartheid ab. Allerdings blieb die Formel 1 nur zwei Jahre: Finanzielle Schwierigkeiten verhinderten eine Fortsetzung, und die Formel 1 verabschiedete sich erneut aus Südafrika. Meistgelesen in unserem Netzwerk DTM
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In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Gerüchte über ein Comeback von Kyalami gegeben, und lange Zeit galt der Kurs als Favorit auf ein Rennen in Afrika, doch nun wird ihm voraussichtlich Ruanda zuvorkommen.

 
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