Was der Verstappen-Deal für seine Zukunft, Red Bull und die Formula 1 bedeutet

Was der Verstappen-Deal für seine Zukunft, Red Bull und die Formula 1 bedeutet

 

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Dass Max Verstappen seinen Vertrag bei Red Bull verlängert, war in den letzten Monaten stets das logischste Szenario. Selbst die Gerüchte um McLaren passten ins Gesamtbild. Der neue Deal ist nicht nur finanziell für Verstappen und sportlich für Red Bull eine gute Nachricht, sondern auch für die Formel 1 als Ganzes.  Getty Images / Red Bull Content Pool Laurent Mekies hat Max Verstappen zum Bleiben überredet

Red Bull und das Verstappen-Lager hielten den letzten Formel-1-Medientag in Zandvoort für den passenden Moment, um eine Ankündigung zu machen, die zahlreichen Spekulationen ein Ende setzt: Der viermalige Weltmeister hat sich bis Ende 2030 an Red Bull gebunden. Und das war – allen teils wilden Spekulationen zum Trotz – in Wahrheit der einzig logische Ausgang der vergangenen Monate. Ja, verschiedene Websites und vor allem die sozialen Medien liefen zeitweise heiß bei dem Gedanken an einen möglichen Wechsel zu McLaren, allerdings meist ohne große Substanz. Das Team aus Woking räumte zwar ein, dass formlose Gespräche stattfanden, ergänzte aber völlig zu Recht, dass solche Unterhaltungen im Fahrerlager völlig normal sind.
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Toto Wolff brachte es im vergangenen Jahr perfekt auf den Punkt: Als Teamchef gehört es schlicht zum Job, auszuloten, wo die Zukunft eines viermaligen Weltmeisters und des wohl besten Fahrers im Feld liegt. Genau das hat Mercedes letztes Jahr getan – auch wenn es damals etwas weiter ging – und aus McLarens Perspektive ist es genauso logisch. Fahrermarkt für 2027 weitaus dichter als erwartet In der Realität war die Treue zu Red Bull jedoch aus mehreren Gründen stets das wahrscheinlichste Ergebnis. Erstens ist der Fahrermarkt mit Blick auf 2027 weit weniger offen, als angenommen wurde. Ursprünglich ging man davon aus, dass das Fahrerkarussell um diese Jahreszeit erst so richtig in Schwung kommen würde, doch die Wirklichkeit sieht anders aus: Der Markt bei den Topteams ist komplett dicht. Das fängt bei Mercedes an. Wolff hat seit 2014 nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er im Laufe seiner Karriere gerne mit Verstappen zusammenarbeiten würde, doch die Realität gibt das derzeit schlicht nicht her. Das liegt zu einem großen Teil an der rasanten Entwicklung von Kimi Antonelli – etwas, das vor einem Jahr kaum jemand im Paddock für möglich gehalten hätte. Da Mercedes mit dem italienischen Youngster bereits Siege einfährt, muss Wolff das Risiko einer Verstappen-Verpflichtung gar nicht erst eingehen. Denn ja: Blickt man auf Verstappens Bilanz gegen Teamkollegen, wäre es ein Risiko. Die Vertragslaufzeiten der aktuellen Formel-1-Fahrer

Wenn Antonelli das Langzeitprojekt von Mercedes ist – und es wurde in diesem Jahr mehr als einmal deutlich, dass dies tatsächlich Wolffs oberste Priorität ist -, gibt es keine Notwendigkeit und womöglich nicht einmal den Wunsch, ihm einen großen Champion zur Seite zu stellen. Ferrari wurde im vergangenen Jahr nach Lewis Hamiltons durchweg schmerzhafter Saison ebenfalls als Option gehandelt. Viele erwarteten, dass der siebenfache Weltmeister einen Rücktritt aus der Formel 1 erwägen könnte, sollte er unter dem neuen Reglement ähnlich zu kämpfen haben.
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Doch auch hier kam es völlig anders: Die Scuderia hat in Charles Leclerc bereits ein langfristiges Aushängeschild, während Hamilton in seiner aktuellen Form nirgendwo hingeht und auch für 2027 absolut keinen Grund dazu hat. Nimmt man hinzu, dass Aston Martin eine große Enttäuschung war und noch einen sehr langen Weg vor sich hat – ein Team, dem man im letzten Jahr noch zutraute, Verstappen zu locken -, wird das Bild automatisch klar. Es erklärt auch sofort, warum plötzlich dasjenige der vier führenden Rennställe in den Gerüchten auftauchte, das im Vorjahr als das unrealistischste galt: McLaren. Die McLaren-Gerüchte und die Frage nach den Klauseln McLaren war die einzig verbliebene Option, und so nutzte die Situation beiden Seiten. Wie erwähnt ergab es für ein Team wie McLaren absolut Sinn, zumindest auszuloten, wie es um Verstappens Zukunft steht.
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Gleichzeitig war McLaren angesichts der Lage auf dem Fahrermarkt Verstappens einziges Druckmittel gegenüber Red Bull, um einen noch besseren Deal auszuhandeln. schrieb bereits während des Großen Preises von Österreich, dass die McLaren-Gerüchte primär in diesem Licht zu sehen seien – und genau das hat sich in den letzten Monaten bestätigt. Das schlussendliche Ergebnis ist extrem logisch: Verstappen konnte ein finanziell noch lukrativeres Paket anlanden, während Red Bull aus zwei Gründen an einem neuen Vertrag gelegen war. Erstens wollte das Team von Laurent Mekies Verstappen naturgemäß länger an sich binden. Zweitens wollte man das jährliche Theater um die berühmte Klausel loswerden, die für dieses Jahr vorsah, dass Verstappen während der Sommerpause unter den ersten zwei der WM-Wertung liegen musste.
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Obwohl keine Details des neuen Vertrags bekannt sind (und somit auch nichts über die Klauseln, die zwangsläufig in jedem Formel-1-Vertrag enthalten sind), war Red Bull bestrebt, die Dinge etwas anders zu strukturieren, um im Idealfall nicht in jeder Saison dasselbe Drama zu erleben. Die kontroversesten Momente von Max Verstappen in der Formel 1

Allerdings sind die Verstappens und Raymond Vermeulen klug genug, keinen Deal ohne Ausweg zu unterschreiben – solche Optionen existieren im neuen Vertrag zweifellos weiterhin. Es ist bekannt, dass die Red Bull GmbH, insbesondere die Führungsebene, Verstappen vor der Sommerpause wiederholt aufforderte, sich öffentlich zum Team zu bekennen – wozu er zu diesem Zeitpunkt schlicht keinen Anlass hatte.
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Diese Unsicherheit ist nun endlich ausgeräumt. Red Bull hofft, dies auf eine robustere Art getan zu haben, um eine Wiederholung der Geschichte in den kommenden Formel-1-Saisons zu vermeiden. Ob das gelingt, wird sich erst in den nächsten Jahren zeigen. Performance derzeit nicht gut genug – aber Freiraum ist ein hohes Gut Schließlich lässt sich nicht ignorieren, dass Verstappen andernorts kaum ein deutlich besseres Gesamtpaket finden würde. Ja, Mercedes wäre in Sachen Performance – zumindest in diesem Jahr – ein Schritt nach vorne, aber dieser Weg ist vorerst versperrt. Darüber hinaus hat der Niederländer bei Red Bull ein Team um sich herum aufgebaut, das alles daransetzt, ein Umfeld zu schaffen, in dem er glänzen kann.
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Das zeigte sich erst kürzlich wieder bei der Nachfolgeplanung für Gianpiero Lambiase. Verstappen deutete an, dass er intern bereits einen Nachfolger im Kopf habe, der sich als sein ehemaliger Performance-Ingenieur Tom Hart herausstellte. Red Bull setzte daraufhin alle Hebel in Bewegung, um diesen Wunsch zu erfüllen: Hart war eigentlich schon auf dem Weg zu Williams, um dort Renningenieur von Alexander Albon zu werden, doch nachdem Verstappen seine Präferenz geäußert hatte, ging Red Bull aufs Ganze, um diesen Wechsel rückgängig zu machen. Diese Nachricht war bereits ein Indiz dafür, dass Verstappen bleiben würde. Darüber hinaus illustriert sie aber auch, wie sehr Red Bull um Verstappen herum aufgebaut ist und wie das Team – auch unter der Führung von Mekies – alles unternimmt, um ihm ein maßgeschneidertes Umfeld zu bieten. Formel-1-Quiz
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Zudem reicht diese Beziehung über die Formel 1 hinaus. Red Bull gewährt Verstappen absolute Freiheit für seine GT3-Aktivitäten und den weiteren Aufbau seines eigenen Rennteams – etwas, das Red-Bull-Insider als wichtiges Trumpfass sehen. Verstappen stellte bereits im vergangenen Jahr klar, dass Gespräche mit anderen Teams nicht einmal Sinn ergeben würden, wenn er woanders nicht dieselben Freiheiten bekäme.
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Obwohl McLaren sofort signalisierte, dass man seinen Rennaktivitäten außerhalb der Formel 1 ebenfalls nicht im Wege stehen würde, bewegt sich der Freiraum bei Red Bull auf einem anderen Niveau: So darf er beispielsweise bei Langstreckenrennen auf Mercedes-Material starten und hat bei der Markenwahl völlig freie Hand. Nimmt man all diese Dinge zusammen, steckt ein wahrer Kern in Verstappens oft wiederholter Aussage, dass sich Red Bull wie eine zweite Familie für ihn anfühle – selbst wenn das Zitat mitunter nach PR klingen mag. So oder so stimmt es in dem Sinne, dass Verstappen in jeder Hinsicht ein auf ihn zugeschnittenes Umfeld vorfindet; etwas, worauf Red Bull ganz bewusst hinarbeitet, um ihn langfristig zu halten. Performance als großes Fragezeichen Das Einzige, was derzeit zu wünschen übrig lässt, ist die Performance – zugegebenermaßen kein unwesentlicher Faktor in der Formel 1.
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Doch selbst in dieser Hinsicht sieht Verstappen mittel- und langfristig weiterhin Potenzial. Auf der Chassisseite war der Start ins Jahr 2026 sehr schwach, vielleicht sogar desaströs, aber seit Melbourne konnte der Rückstand beim reinen Rennspeed von 1,3 Sekunden pro Runde auf zwei bis drei Zehntel in Ungarn verkürzt werden. Zugegeben: Das war auf einem kurzen Kurs und für Red-Bull-Maßstäbe immer noch nicht gut genug, aber Verstappen bleibt zuversichtlich, dass dieser schwierige Start überwunden werden kann.
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Das Gleiche gilt für die Tatsache, dass Red Bull über kein AUDO-Token verfügt. Das ist frustrierend und ein Handicap, aber gleichzeitig die Bestätigung, dass die eigene Antriebseinheit konkurrenzfähig ist – was vor Beginn dieses Jahres noch ein großes Fragezeichen war. Zwischenzeugnisse: Die besten Formel-1-Fahrer zur Sommerpause

Das sportliche Bild ist derzeit also nicht rosig, aber das muss längerfristig kein unüberwindbares Problem sein – und genau um diesen längeren Zeitraum geht es bei diesem Vertrag. Abseits der reinen Rundenzeit passt Red Bull zu Verstappen wie angegossen. Zählt man dazu, dass der restliche Fahrermarkt komplett dicht ist, war dies im Grunde der einzig logische Ausgang der vergangenen Monate. Schließlich ist die Laufzeit dieses Vertrags auch eine gute Nachricht für die Formel 1 als Ganzes. Wie lange Verstappen in der Königsklasse des Motorsports bleiben würde, war stets eine drängende Frage – nicht zuletzt wegen des aktuellen Reglements.
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Doch wenn sich die FIA und die F1 für 2030 oder 2031 tatsächlich für einen V8 entscheiden, könnte dieser Deal die schwierigen Jahre unter den jetzigen Regeln überbrücken und eine attraktivere Motorenformel ihn sogar dazu bewegen, (noch viel) länger zu bleiben. Meistgelesen in unserem Netzwerk Motorrad
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Und das wäre nicht nur für Verstappen selbst – insbesondere finanziell – und für Red Bull eine erfreuliche Nachricht, sondern ganz gewiss für die Formel 1 als Ganzes.

 
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