Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat: Nikola Tsolov

Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat: Nikola Tsolov

 

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Liebe Leser,  NurPhoto (Getty Images), KI-bearbeitet Nikola Tsolov kann derzeit nur zuschauen, wie Liam Lawson brilliert

das Problem ist folgendes: Es gibt ein Thema, um das man am Wochenende in Singapur eigentlich nicht herumkommt. Lando Norris hat am Samstag im Sprint eine der größten Sünden begangen, die man im Motorsport tun kann: Er ist in den eigenen Teamkollegen gefahren. Um es noch schlimmer zu machen: Es war die letzte Runde des Rennens. In einem Sprint. Im Kampf um die Plätze vier und fünf und damit einen Punkt.
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Für Norris gab es somit eigentlich nicht viel zu gewinnen – außer das eigene Ego im Duell mit Oscar Piastri zu befriedigen, das er 2026 eigentlich nicht mehr befriedigen muss. Der Engländer ist amtierender Weltmeister und seinem Teamkollegen in dieser Saison sportlich in jeglicher Hinsicht voraus. Doch irgendetwas hat beim jüngsten Tripleheader ausgesetzt. Das Schlimme ist: Lando Norris hat sich in Baku eine eigene Fallhöhe geschaffen, die er in den beiden folgenden Rennen krachend hinabgestürzt ist. queueTwitterWidget();queueTwitterWidget(); Nachdem er in Baku von Franco Colapinto beim Re-Start nach dem Safety-Car aus dem Rennen gekegelt wurde, wählte der McLaren-Pilot überraschend harte Worte. Für ihn war der Verbremser des Argentiniers nicht Formel-1-würdig – und er forderte sogar eine Rennsperre für den Alpine-Piloten. An den eigenen Worten verschluckt Nun kann man als Weltmeister natürlich dieser Meinung sein. Blöd ist es nur, wenn man sich dann nach den nächsten beiden Wochenenden eigentlich selbst aus dem Verkehr ziehen müsste, wenn man an seinen Worten festhält. Schon der Beinahe-Auffahrunfall in Sepang, als er Piastri hinter dem Safety-Car beinahe ins Heck geknallt wäre und im Kiesbett landete, war nach den Aussagen der Vorwoche ein peinlicher Patzer, doch beim Sprint in Singapur schaffte es Norris dann doch noch, das Auto seines Teamkollegen als Triple 20 anzuvisieren – und dann die Höchstpunktzahl zu treffen. queueTwitterWidget();queueTwitterWidget(); Von Demut und Einsicht fehlte danach aber erst einmal jede Spur: “Ich habe das Recht, das zu tun”, kommentierte er die Kollision nach dem Sprint patzig. “Da war eine große Lücke, also habe ich es versucht.”
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Die Aussagen von Teamchef Andrea Stella dürften Norris jedoch wehgetan haben. Stella meinte, er sei nicht überrascht über den Vorfall gewesen – aber “enttäuscht”. Ihr werdet euch sicher noch an eure eigene Kindheit erinnern: Wenn eure Mutti sauer auf euch war, dann war das zwar nicht schön, aber verschmerzbar. Schlimm war es aber, wenn sie enttäuscht war. Geläuterte Töne am Sonntag Norris dürfte daher keine angenehme Nacht vor dem Rennsonntag gehabt haben. Das lässt sich auch aus seinen Aussagen lesen, in denen er sich geläutert gibt: “Es ist ziemlich eindeutig. Ich hätte gar nicht erst versuchen dürfen, was ich getan habe”, schlug er komplett andere Töne als am Samstag an.
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“Ich hätte es im Grunde niemals versuchen sollen, selbst wenn das Manöver theoretisch machbar gewesen wäre. Ich muss mehr an das Team denken, das ich vertrete, als an mich selbst. Es war ein Fehler meinerseits, und ich habe das Team enttäuscht. Ich habe mich auch bei allen entschuldigt; ich bin jedem von ihnen eine Entschuldigung schuldig und werde es das nächste Mal besser machen.” Video wird geladen…  

Einsicht ist der erste Weg zur Besserung, heißt es. Nun aber zum Problem für diese Kolumne. Die heißt: “Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat.” Norris mag am Samstag schlecht geschlafen haben, doch für den Sonntag kann er sich nichts vorwerfen. Mit Platz vier holte er ein gutes Ergebnis und zeigte sich auch teamdienlich, indem er mehrfach fragte, ob er Piastri unterstützen kann.
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Den Sprint dürfte er am Sonntagabend erst einmal verdrängt haben, bis er bei McLaren vor Austin noch einmal zur Sprache kommen dürfte. Als “offiziellen” Protagonisten wähle ich daher für diesen Zweck Nikola Tsolov. Wenn der größte “Feind” brilliert … “Wer?”, dürften jetzt einige Leser fragen. “Ist der mitgefahren?” Nein, und trotzdem dürfte ihn das Wochenende in Singapur beunruhigt zurückgelassen haben.
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Wer noch nie von ihm gehört hat: Nikola Tsolov ist ein 19-jähriger Bulgare, der dem Juniorkader von Red Bull angehört. Aktuell kämpft er in seiner ersten vollen Saison um den Titel in der Formel 2, wo er in Baku die Gesamtführung an Ferrari-Junior Rafael Camara abgeben musste. Dank seiner Leistungen – mit sechs Saisonsiegen hat er mit Abstand die meisten aller Piloten – gilt er natürlich als Kandidat für einen Formel-1-Aufstieg. Nur: Aktuell fehlen Red Bull die Argumente, irgendetwas an seiner Aufstellung zu verändern. queueTwitterWidget();queueTwitterWidget(); Red Bull selbst ist mit Max Verstappen und Isack Hadjar für 2027 bereits offiziell dicht. Und Arvid Lindblad wird man bei seinen stabilen Leistungen (auch wenn Singapur ein schwächeres Wochenende war) nicht nach nur einem Jahr wieder aus dem Racing-Bulls-Cockpit nehmen.
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Realistisch gesehen stünde also nur der Platz von Liam Lawson zur Debatte – und der zeigt sich gerade in absoluter Bestform und gibt Red Bull überhaupt keine Angriffsfläche, ihn zugunsten Tsolovs rauszuwerfen. Eigentlich müsste der Bulgare auf eine Schwäche von Lawson hoffen, doch Singapur war das komplette Gegenteil. Lawson war in jeder relevanten Session der Beste hinter den vier Topteams, holte mit Platz fünf im Sprint ein Topergebnis und legte am Sonntag mit Rang sieben nach. Tsolov kann nur zuschauen 75 Punkte konnte der Neuseeländer in der Saison bereits holen und führt das Feld hinter den Spitzenteams klar an. Sein ärgster Verfolger Pierre Gasly kommt zum Vergleich auf 41 Punkte. Mit welcher Begründung sollte Red Bull ihn also auf die Straße setzen? Die aussichtsreichsten Junioren der Formel-1-Teams 2026

Hinzu kommt, dass Tsolovs Form zuletzt etwas nach unten zeigte. Nach einem brillanten Sommer mit drei Siegen in Folge stand er zuletzt in Baku das erste Mal seit neun Rennen wieder auf dem Podest. Der einigermaßen komfortable Vorsprung in der Meisterschaft ist weg. Stattdessen ist der Bulgare nun vor den letzten beiden Formel-2-Wochenenden der Jäger.
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Bis zu seinem nächsten Rennen in Katar (oder, Stefano?) hat Lawson vier weitere Gelegenheiten, sein Können unter Beweis zu stellen. Tsolov kann hingegen nur zuschauen, wie sein ärgster Rivale um ein Formel-1-Cockpit ein starkes Ergebnis nach dem anderen einfährt. Und wenn der das an einem Wochenende gleich zweimal macht, dann tut das gleich doppelt weh.
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Euer
Norman Fischer

 
Formel1.de 

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