Wie unterscheidet sich Mekies’ Führung bei Red Bull von jener Horners?
| . | . | . |
Dass Mekies länger Red-Bull-Teamchef bleiben würde, ist kaum überraschend. Tatsächlich gehört die Nachricht zu den Formel-1-Meldungen, von denen man fast vergessen hatte, dass sie überhaupt noch offiziell verkündet werden mussten. Und das ist vielleicht das größte Kompliment, das man Mekies machen kann – vor allem, wenn man bedenkt, wie extrem schwierig seine Aufgabe zu Beginn war. Sutton Images Hat Red Bull wieder zum Erfolg geführt: Laurent Mekies
Zunächst musste der Franzose die Nachfolge von Christian Horner antreten, der 20 Jahre lang das Gesicht von Red Bull in der Formel 1 gewesen war. Einen so großen Namen zu ersetzen, ist an sich schon eine Herkulesaufgabe. Es galten riesige Fußstapfen zu füllen, intern wie extern – und das ist selten der ideale Zeitpunkt für einen Einstieg. Das sieht man auch in anderen Sportarten: Man blicke nur auf Liverpool, wo sich die Fußstapfen von Jürgen Klopp als schwer auszufüllen erwiesen, oder auf Manchester United, wo die Jahre nach der illustren Ära von Sir Alex Ferguson von Chaos geprägt waren.
//jseAo3c(“Rect”);
Zugegeben: Keiner von beiden wurde aus den Gründen entlassen, die zu Horners Abgang führten – mit all den wohlbekannten Ereignissen im Vorfeld. Und ja, jede Situation ist anders, wobei auch das Top-Management in diesen Fußball-Beispielen eine große Rolle spielte. Aber es unterstreicht nur, dass die Nachfolge einer langjährigen und erfolgreichen Führungspersönlichkeit alles andere als ein Selbstläufer ist. Zudem übernahm Mekies im Juli vergangenen Jahres keineswegs ein einfaches Umfeld. Gut, das Team hatte sich von Horner getrennt, doch der langwierige Machtkampf hatte deutliche Spuren hinterlassen. Hinzu kam, dass das sportliche Bild alles andere als rosig aussah – was laut offizieller Begründung letztlich auch Horner den Job gekostet hatte. Es zeigt, in welch unruhigem Fahrwasser Mekies seine Arbeit aufnehmen musste. Die Faktoren, die zu Horners Aus bei Red Bull führten
Das Erste, was er richtig machte: Er trat extrem zurückhaltend auf und verzichtete auf Aktionismus. Das klingt vielleicht merkwürdig – durch Inaktivität zu punkten -, aber dieser Ansatz erwies sich als goldrichtig. Mekies kam nicht wie der Elefant im Porzellanladen daher, sondern verbrachte die ersten Wochen vorrangig damit zu beobachten. Wenn wir ihn in seinen Medienrunden nach den von ihm vorgenommenen Änderungen oder seinem Einfluss auf das Team fragten, betonte Mekies gebetsmühlenartig, dass es in den ersten Wochen um etwas ganz anderes ging: beobachten, so viele Menschen wie möglich im Team kennenlernen und vor allem zuhören. Ein Satz, der sich in seinen Antworten so verlässlich wiederholte, dass man ihn fast schon vorhersagen konnte, war: “Wir glauben, dass wir bereits die besten Talente in unserem Team haben. Ich möchte nur sicherstellen, dass sie alles bekommen, was sie brauchen, um ihr volles Potenzial abzurufen.” Keinerlei Verdienst an Aufschwung 2025? Natürlich spielte ihm in der Außenwahrnehmung in die Karten, dass sich die Ergebnisse kurz nach seiner Ankunft verbesserten: Verstappen gewann den Sprint in Spa und stand nach der Sommerpause bei jedem Grand Prix auf dem Podium. Aber auch in dieser Hinsicht verhielt sich Mekies vorbildlich: Er blieb bescheiden und schrieb sich keinerlei Verdienst zu.
//jseAo3c(“Rect”);
Auf den ersten Blick mag das völlig logisch erscheinen, schließlich ist die Planung von Updates ein langwieriger Prozess, und die neuen Teile waren schon lange im Rohr, bevor Mekies übernahm. Allerdings hat Verstappen vor Kurzem enthüllt, dass die Kehrtwende 2025 gar nicht so sehr an neuen Teilen lag, sondern vielmehr an einem Durchbruch beim Set-up und der Nutzung des RB21 – auf eine Weise, die Red Bull lange für unmöglich gehalten hatte. In der zweiten Hälfte des Jahres 2025 lief für Red Bull fast alles nach Plan. Unter solchen Umständen ist das Arbeiten naturgemäß “einfach” – in Anführungszeichen, denn in der Formel 1 ist nichts einfach. Doch zu Beginn dieses Jahres sah sich Mekies echtem Gegenwind ausgesetzt und musste die realen Herausforderungen bei der Führung eines Topteams meistern.
//jseAo3c(“Rect”);
Nach der großen Regelreform blieb das Team hinter den Erwartungen zurück – allerdings anders, als viele gedacht hatten. Schließlich hätte jeder verstanden, wenn der DM01, das erste Produkt von Red Bull Ford Powertrains, Schwächen gezeigt hätte. Die Realität sah jedoch anders aus: Dieser Motor war gut – laut den Messungen der FIA sogar hervorragend -, aber Red Bull hinkte auf der Chassis-Seite massiv hinterher. Verstappen-Verlängerung als großer Erfolg So wie in guten Zeiten alles leichter fällt, wirkt der Schneeballeffekt auch in die entgegengesetzte Richtung. Wenn die Leistungen enttäuschen, kommen andere Dynamiken ins Spiel, und die eine unvermeidliche Frage taucht wieder auf. Man konnte fast die Uhr danach stellen: Bleibt er oder geht er? Mit anderen Worten: Verstappens Zukunft wurde im Fahrerlager erneut zum Beherrschenden Thema. Nachdem seine Vertragsverlängerung in Zandvoort bekannt gegeben worden war, enthüllte der Niederländer, dass er einem Formel-1-Rücktritt viel näher gewesen sei als einem Teamwechsel. Dennoch musste Mekies jede Woche Fragen zu den endlosen McLaren-Gerüchten beantworten.
//jseAo3c(“Rect”);
Angesichts seines Ingenieurs-Hintergrunds dürfte das kaum seine Lieblingsbeschäftigung gewesen sein – Horner war da eher der Typ für knackige Einzeiler, um Gerüchte abzublocken -, aber Mekies löste es dennoch auf seine ganz eigene Art. Verstappens Unterschrift unter den neuen Vertrag zu bekommen, war zwar nicht Mekies’ alleiniger Verdienst – eine solche Entscheidung hängt immer vom Gesamtbild ab -, aber es lässt sich dennoch als sein bisher wichtigster Sieg bezeichnen. Zu wenig Mut oder keine Chance? Hat Charles Leclerc den Singapur-Sieg beim Start verloren? Video wird geladen…
Der Franzose spricht oft davon, nach den vergangenen Titeljahren mit Sebastian Vettel und Verstappen einen neuen “Siegeszyklus” aufzubauen. Doch um diesen neuen Zyklus zu formen, ist es essenziell, einen der wichtigsten Bausteine der gesamten Mannschaft zu halten: den Führungsspieler hinter dem Lenkrad.
//jseAo3c(“Rect”);
Hätte das nicht geklappt, hätte Mekies im Grunde bei null anfangen müssen mit seinem Neuaufbau, und Red Bull hätte sich mit einem anderen Fahrer komplett neu erfinden müssen. Dennoch hat es Mekies hinter den Kulissen weiterhin mit einem Team im Umbruch zu tun, nicht zuletzt wegen des Abgangs von Gianpiero Lambiase zu McLaren. Aber auch an dieser Front wurden Schritte unternommen: durch das Halten von Tom Hart, der eigentlich schon auf dem Weg zu Williams war, und die Verpflichtung von Tom McCullough von Aston Martin. Auch das spiegelt Mekies’ Philosophie wider: Der Glaube, dass Red Bull bereits ausreichend Talent im Haus hat, war kein leeres Gerede. Nein, er setzt das in die Praxis um. Die interne Beförderung von Mitarbeitern war für Mekies schon immer Plan A.
//jseAo3c(“Rect”);
Es geht ihm nicht darum, mit spektakulären Star-Einkäufen ein Zeichen zu setzen, sondern darum, nüchtern zu analysieren, ob der richtige Kandidat nicht vielleicht schon im Team arbeitet. “Aber wir scheuen uns auch nicht davor, Talent von anderen Teams im Paddock abzuwerben, wenn wir das Gefühl haben, ein ganz bestimmtes Anforderungsprofil zu brauchen”, betont Mekies. Bescheidenheit als Credo: der Anti-Horner Wie erfolgreich Mekies’ Amtszeit letztlich sein wird und wie sie im Vergleich zu der seines hochdekorierten Vorgängers Horner abschneiden wird, bleibt abzuwarten. Die Zwischenbilanz fällt jedoch vorsichtig positiv aus. Und genau diese Bilanz macht die Vertragsverlängerung zu einer logischen Entscheidung. Zwei Dinge stechen bei dieser Bewertung hervor: seine Ruhe und sein scheinbar unpolitischer Ansatz, was womöglich auf seinen Ingenieurshintergrund zurückzuführen ist – genau entsprechend dem, was Horner in seinem jüngsten Interview mit Autosport als einen neuen Typus von Teamchef beschrieb.
//jseAo3c(“Rect”);
Und zweitens die Tatsache, dass es Red Bull nun schon zweimal gelungen ist, schwierige Saisonstarts komplett zu drehen. Natürlich gebührt der größte Dank dafür dem Technikteam um Pierre Wache, aber Mekies’ Beitrag dürfte sicher doch etwas größer sein als die “null Prozent”, die er selbst immer wieder anführt. Dieser letzte Punkt unterstreicht im Übrigen einen dritten Faktor, der ihm intern keineswegs schadet: Die besagte Bescheidenheit kam sehr gut an – insbesondere nachdem manche bei Red Bull (ob zu Recht oder Unrecht) das Gefühl hatten, Horner habe nach dem Tod von Dietrich Mateschitz zu viel Macht auf sich vereint. Die aktuellen Teamchefs der Formel 1
Trotz alledem ist Red Bull noch nicht am Ziel, und Mekies ist der Erste, der das zugibt. Die jüngsten Rennsiege sind schön, aber die Messlatte liegt höher – und für ein Topteam wie Red Bull muss sie das auch.
//jseAo3c(“Rect”);
“Genauso wie ich mich weigere, ein Kompliment anzunehmen, kann ich Ihnen garantieren, dass Sie morgen nach Milton Keynes kommen und versuchen können, irgendeinem unserer Leute ein Kompliment zu machen. Sie werden exakt genauso reagieren. Sie werden Sie anschauen und sagen: Wovon reden Sie überhaupt? Es gab dieses und jenes, das nicht funktioniert hat, und das müssen wir hinbekommen”, sagte Mekies nach Verstappens Sieg in Singapur. “Das ist genau die Antwort, die Sie auf der Chassis-Seite bekommen, das ist die Antwort auf der Motoren-Seite, und das ist die Antwort in jeder Support-Abteilung. Wir nehmen den Doppelsieg mit. Wir werden ihn mit dem Team feiern, weil es eine phänomenale Leistung ist. Aber wir konzentrieren uns ausschließlich darauf, was uns noch vom nächsten Sieg trennt.”
//jseAo3c(“Rect”);
In dieser Hinsicht gibt es noch reichlich Arbeit, wie sowohl Mekies als auch Verstappen betonen, aber bei Red Bull ist wieder Ruhe eingekehrt. Und vielleicht ist das, völlig unabhängig von den Geschehnissen auf der Rennstrecke, der wichtigste Erfolg seiner bisherigen anderthalb Jahre im Amt. Mekies hat dazu beigetragen, das Team zurück in ruhigeres Fahrwasser zu steuern – und das war genau das, was die Mannschaft nach einer extrem turbulenten Phase brauchte. Die Art und Weise, wie er das geschafft hat, spiegelt sich gewissermaßen darin wider, wie Mekies sonntags nach dem Rennen seine Medienrunden mit uns abhält: Die Mikrofone liegen immer ordentlich aufgereiht vor ihm, aber der Franzose ist niemand, der große Töne spuckt.
//jseAo3c(“Rect”);
Stattdessen zieht er es vor, die Dinge ruhig, gefasst, nahbar und auf den Punkt zu halten. Genau so hat er Red Bull in den letzten anderthalb Jahren zu mehreren Siegen und in ruhigere Gewässer geführt – und dabei auch in schwierigeren Zeiten die Nerven bewahrt. Das Ziel für die fünf Jahre seiner Vertragsverlängerung steht fest: Es gilt zu beweisen, ob das Fundament, das jetzt gelegt wird, gut genug für einen neuen “Siegeszyklus” ist. Meistgelesen in unserem Netzwerk Langstrecke
GTWC Portimao 2026: Nach drei Minuten dreht Verstappen Gegner um
Motorrad
Pedro Acosta widerspricht KTM: Darum wechselt er zu Ducati
Langstrecke
Kostenloser Livestream GTWC Europe Portimao mit Max Verstappen
Formel 1
Katar- und Abu-Dhabi-Absage? Jetzt droht der Formel 1 der Super-GAU
Garantien gibt es nicht, aber mit Verstappen, Hadjar und Mekies unter Langzeitverträgen scheint Red Bull das zu haben, wonach sich das Team nach dem Machtkampf so sehr gesehnt hat: Stabilität und Ruhe im Rennstall. Und das ist zumindest ein sehr vielversprechender Anfang.
Formel1.de
En güncel Motorsporları haberleri için sosyal medyada TRmotosports’u takip edin.





