Williams-Teamchef gesteht: “Ausmaß unseres Absturzes überrascht mich”
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Williams gehört zu den größten Enttäuschungen der ersten Hälfte der Formel-1-Saison 2026. Landete das Traditionsteam im vergangenen Jahr als “Best of the Rest” noch auf WM-Rang fünf, stürzte man 2026 deutlich ab und liegt zur Sommerpause nur auf Platz neun in der Weltmeisterschaft. Formula 1 Die Saison 2026 verläuft für Williams aktuell überhaupt nicht nach Plan
“Das Ausmaß unseres Absturzes überrascht mich”, gesteht Teamchef James Vowles im Gespräch mit Formula1.com und erklärt: “Wir sind noch nicht auf dem Niveau eines Champions. Das sage ich schon seit drei Jahren, und das sage ich auch heute wieder. Wir sind es nicht.” Trotzdem schien bei Williams vieles in die richtige Richtung zu gehen, seit Vowles zu Beginn der Saison 2023 als Teamchef nach Grove kam. Gleich im ersten Jahr unter Vowles sprang der Rennstall in der WM vom zehnten und letzten Platz auf Rang sieben nach vorn.
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Nach einem kleinen Rückschlag 2024 folgte 2025 der bereits angesprochene fünfte Platz und damit das beste Williams-Endergebnis seit der Saison 2017, als man ebenfalls WM-Fünfter geworden war. Zudem stand Carlos Sainz im vergangenen Jahr zweimal auf dem Podium. Umso größer war die Enttäuschung über den Absturz 2026. Nachdem man bei Williams immer wieder auf eine große Chance durch das neue Reglement verwiesen hatte, geriet der Saisonstart mit einem übergewichtigen und auch davon abgesehen zu langsamen Auto zum Debakel. Auch ohne Excel-Tabellen noch zu viel “veraltet” Doch warum verfehlte Williams die selbstgesetzten Ziele bislang so klar? “Wir arbeiten nicht mehr mit Excel-Tabellen, was großartig ist. Aber was unsere Systeme, Prozesse und Arbeitsweisen angeht, sind wir immer noch veraltet”, erklärt Vowles. Er gesteht, dass er nicht damit gerechnet hatte, dass dieser Umstand für Williams 2026 ein derartiger Klotz am Bein sein würde. “Ich habe gelernt, und das ist meine eigene Schuld, dass manche dieser Dinge etwas länger dauern, als mir lieb ist”, so Vowles. Letztendlich hätte der Wechsel zu einem neuen Reglement die Schwächen von Williams offengelegt, erklärt er und betont: “Wir haben einige mutige Entscheidungen getroffen, was wir mit einigen unserer Systeme tun werden, die einfach nicht funktioniert haben.” Die ersten Siege der aktuellen Formel-1-Rennställe
So habe man beispielsweise die Entscheidung getroffen, “einige Kernsysteme mitten im Jahr aus dem Verkehr zu ziehen”, was laut Vowles riskant, aber eben notwendig ist. “Wir versuchen außerdem, mitten im Jahr ein komplett neues Chassis zu entwickeln”, erinnert er.
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“Früher war das gang und gäbe, heute aber nicht mehr. Das ist eine verdammt große Herausforderung”, so Vowles. Ab dem Rennen in Baku soll eine B-Version des Williams FW48 bereitstehen, mit der man die bislang verkorkste Saison doch noch retten möchte. Warum Vowles “stolz” auf Williams ist Vowles erklärt ganz sachlich: “Unsere Aufgabe in dieser Angelegenheit ist es, Bilanz zu ziehen, das Problem zu beheben und weiterzumachen. So einfach ist das. Ich bin zuversichtlich, dass man – genau wie im letzten Jahr – sehen wird, wie wir einen Schritt nach vorne machen.” “Daran habe ich keinerlei Zweifel”, betont der Teamchef und berichtet: “Ich bin stolz darauf, wie das Team [auf die Krise] reagiert hat. Es gibt zwei Möglichkeiten, darauf zu reagieren: Man kann den Kopf hängen lassen oder den Kopf hochhalten und sagen: ‘Wir werden das in den Griff bekommen und wieder zurückkommen.'” Warum ADUO die Formel-1-Welt spaltet Video wird geladen… Die ganze Formel-1-Welt diskutiert über ADUO – das neue FIA-System zur Unterstützung zurückliegender Motorenhersteller. Doch wie funktioniert dieser?
“Wir haben uns für die zweite Variante entschieden”, so Vowles, der zudem betont, dass es nicht darum gehe, Williams kurzfristig wieder schneller zu machen. “Unser Weg führt uns zurück an die Spitze. Das wird kein Projekt sein, das in sechs Monaten oder einem Jahr abgeschlossen ist”, erklärt er.
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“Vieles von dem, was wir derzeit tun, geht in die richtige Richtung”, sagt er und ergänzt: “Auch wenn sich das nicht alles sofort in der Fahrzeugleistung niederschlägt – mit unseren Maßnahmen zum Umbau von Systemen und Strukturen und der Konzentration auf einige neue Arbeitsweisen […] wird sich das alles auszahlen.” Williams legt wichtige “Grundlage für die Zukunft” “Ich wusste schon, dass wir Höhen und Tiefen erleben würden, aber das ändert nichts an unserem Endziel”, stellt Vowles klar und berichtet: “Wir arbeiten bereits am nächsten Jahr, denn das ist im Moment das Richtige.”
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Auch die kommenden Updates für den FW48 zielen daher bereits auf 2027 ab. So werde es beim nächstjährigen Auto “viele Veränderungen” geben, kündigt Vowles an und erklärt: “Es gibt einige Elemente des diesjährigen Autos, die wir nicht in dem Maße ausarbeiten können, wie ich es mir wünsche.” Formel-1-Quiz
Welcher Schwede war 1993 Testpilot beim Formel-1-Team Williams?
Kenny Bräck Björn Wirdheim Stefan Johansson Joakim Bonnier Teste Dich jetzt im Formel-1-Quiz und vergleiche Dich mit anderen Usern “In diesem Jahr geht es darum, ein paar wirklich unangenehme Fahreigenschaften des Autos zu identifizieren und zu beheben, um die richtige Grundlage für die Zukunft zu schaffen”, so der Teamchef. Natürlich sollen die neuen Teile auch die Leistung in diesem Jahr steigern. “Aber im Mittelpunkt steht wirklich der Fokus darauf, einige der Grundlagen richtig zu machen, um eine starke Zukunft zu sichern”, erklärt Vowles, der zuletzt auch selbst in die Kritik geraten ist. Unter anderem Ralf Schumacher zählte ihn wegen der aktuell deutlich verpassten Ziele an.
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“Ich glaube, dass die Geduld der Investoren jetzt zu Ende geht”, so der Experte im Podcast Backstage Boxengasse von Sky. Sollte auch 2027 also wieder ein Reinfall werden, gehen einige Beobachter davon aus, dass die Luft für Vowles mehr als dünn werden könnte.
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