Piastri hadert mit Problemen: “Sind im Moment nicht besonders stark”

Piastri hadert mit Problemen: “Sind im Moment nicht besonders stark”

 

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McLaren hat beim Großen Preis der USA erlebt, wie wenig eine konkurrenzfähige Rennpace wert ist, wenn schon am Samstag die Ausgangslage nicht stimmt. Lando Norris und Oscar Piastri kamen auf dem Circuit of The Americas nicht über die Plätze fünf und sieben hinaus.  LAT Images Oscar Piastri wurde in Austin lediglich Siebter

Dabei sah Teamchef Andrea Stella durchaus das Potenzial, um mit Mercedes, Ferrari und Red Bull um das Podium zu kämpfen. Nur konnte McLaren dieses Potenzial zu selten auf die Strecke bringen: “Ein passabler Sonntag nach einem enttäuschenden Samstag: Das fasst das Wochenende in Austin gut zusammen”, bilanziert Stella. “Das heutige Rennen hat gezeigt, dass der MCL40 nach wie vor in der Lage ist, um das Podium zu kämpfen. Aber es ist klar, dass unsere Ausgangslage in der Startaufstellung dieses Ziel nahezu unerreichbar gemacht hat.”
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Die vierte Startreihe wurde für beide Fahrer zur Hypothek. Statt die Spitzengruppe anzugreifen, mussten Norris und Piastri zunächst Positionen gewinnen und ihre Reifen im Verkehr stärker beanspruchen. Stella sieht deshalb vor allem im Qualifying Handlungsbedarf: “Im gesamten Team herrscht eine Frustration darüber, dass wir unser Potenzial im Qualifying nicht voll ausgeschöpft haben. Aber es liegt an uns, das besser zu machen”, sagt er. Piastri kämpft mit einem unberechenbaren Auto Dass McLaren am Sonntag nicht chancenlos war, zeigte Norris mit seiner Pace. Bei Piastri offenbarte sich dagegen, wie schwierig es derzeit ist, das Auto konstant am Limit zu bewegen. Der Australier konnte sich zunächst gegen George Russell behaupten, hatte aber selbst keine Erklärung dafür, warum ihm über weite Strecken die nötige Geschwindigkeit fehlte. “Zu langsam? Mehr kann ich im Moment dazu nicht sagen”, antwortet Piastri auf die Frage nach der Rennpace. Hinzu kam eine ungünstige Begegnung mit Isack Hadjar, dessen Energieeinsatz nach dem Verlassen der Box laut Piastri völlig unberechenbar gewesen sei. Dadurch verlor der McLaren-Pilot an ungünstigen Stellen Zeit und musste anschließend vor allem Russell hinter sich halten. Sein Problem: Er findet es schwierig, konstant Performance aus seinem Auto holen zu können. “Wenn ich ein Problem an einer Stelle lösen konnte, tauchte an einer anderen ein neues auf – es war ehrlich gesagt einfach ein einziges Zusammentreffen von Schwierigkeiten”, hadert er. Austin: Die Fahrernoten von Marc Surer und der Redaktion

Eine schnelle Runde sei zwar möglich gewesen, sie anschließend zu wiederholen aber extrem schwierig. Für ihn passt das zu einem größeren Problem, das McLaren schon länger beschäftigt. “Wir waren an diesem Wochenende eindeutig nur die vierte Kraft. Wenn man eine gute Runde aus dem Hut zaubert, kann man vielleicht vorne dabei sein, aber das war unglaublich schwierig.”
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Auch die jüngsten Upgrades haben daran offenbar noch nichts Grundlegendes geändert. Sie funktionieren nach Einschätzung des Teams wie erhofft, doch die Konkurrenz entwickelt ebenfalls weiter. Mercedes scheine seine Neuerungen inzwischen besser zu verstehen, Red Bull sei schnell und auch Ferrari habe nachgelegt. “Und wir sind im Moment nicht besonders stark.” Piastris Fazit fällt entsprechend nüchtern aus: “Wir müssen weiter Gas geben. Aber keines dieser Upgrades macht das Auto wirklich einfacher zu fahren – und genau das ist eigentlich unser größtes Problem.” Stella sieht dennoch Fortschritte. Die neuen Teile hätten ihren Beitrag geleistet, und Norris habe eine hervorragende Pace gezeigt. Piastri wiederum habe Russell über weite Strecken erfolgreich auf Distanz gehalten. Das Ergebnis sei zwar nicht zufriedenstellend, aber kein Grund, die Entwicklung grundsätzlich infrage zu stellen. Einstopp-Strategie als Versuch, die Konkurrenz zu schlagen Strategisch versuchte McLaren, aus der schwierigen Ausgangslage das Maximum herauszuholen. Während Ferrari und Max Verstappen auf zwei Stopps setzten, blieb McLaren mit beiden Fahrern auf einer Einstopp-Strategie. Die harten Reifen erwiesen sich dabei als konkurrenzfähiger als zunächst erwartet.
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Anfangs habe man noch mit zwei Stopps geplant, erklärt Piastri. Doch nach seinem frühen Stopp habe sich der harte Reifen auch nach 15 bis 20 Runden noch nahezu so gut angefühlt wie unmittelbar nach dem Boxenbesuch. Damit wurde die Einstopp-Variante zur realistischen Option. Stella bestätigt, dass die Reifenwahl bewusst auf die Probleme der Konkurrenz zugeschnitten war. “Als wir im ersten Stint sahen, dass sie etwas zu kämpfen hatten, hat uns das ermutigt, dass der harte Reifen ein guter Weg sein könnte, um aufzuholen.” Entscheidung vertagt: Kimi Antonelli siegt, aber ist noch nicht Weltmeister | Rennen F1 Austin 2026 Video wird geladen…  

Im zweiten Stint holte McLaren tatsächlich gegenüber Ferrari und Verstappen auf. Ein Safety-Car hätte die Chancen zusätzlich verbessert, doch die erhoffte Neutralisation blieb aus.”An einem gewissen Punkt entschieden wir uns einfach für den Einstopp, denn bei zwei Stopps wären wir ohnehin dahinter geblieben”, sagt Stella.
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“Der Einstopp gibt dir zumindest die Möglichkeit, von einem Safety-Car zu profitieren – das allerdings nicht kam.” Dass Norris Verstappen und insbesondere Charles Leclerc nicht dauerhaft hinter sich halten würde, war dem Team bewusst. Bei Lewis Hamilton hing es stärker vom Reifenabbau zum Rennende ab. Die Strategie war also kein sicherer Weg aufs Podium, sondern eine Chance, die sich nur mit günstigen Umständen hätte auszahlen können.
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“Das konnte keiner vorhersehen, aber einen Versuch war es wert”, erklärt Stella. Warum Piastri Norris vorbeilassen musste Neben der Strategie stand auch die Stallregie im Mittelpunkt. Norris war im ersten Stint schneller als Piastri und sah sich durch den Teamkollegen aufgehalten. McLaren reagierte und bat den Australier, die Position zu tauschen. Piastri kam der Anweisung in Runde acht nach; Norris setzte sich anschließend innerhalb von sieben Runden um vier Sekunden ab. Stella begründet die Entscheidung mit den unterschiedlichen Stärken der Fahrer. “Wir hatten schon über das Wochenende hinweg gesehen, dass Lando ein bisschen schneller war als Oscar. Austin ist eine Strecke, die Lando extrem liegt, während Oscar hier historisch etwas mehr zu kämpfen hat.”
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Piastri profitiert normalerweise davon, sich über mehrere Runden hinweg Referenzpunkte aufzubauen und sein Tempo Schritt für Schritt zu steigern. In Austin änderten sich die Bedingungen dagegen von Runde zu Runde. queueTwitterWidget();queueTwitterWidget(); “Hier verhält sich jede Runde anders. Das sind Bedingungen, die Oscar herausfordern – und genau die Bedingungen, bei denen Lando seine eigene Superkraft ausspielen kann: Er passt sich extrem schnell an wechselnde Verhältnisse an, besonders wenn das Auto rutscht”, erklärt Stella. Die Entscheidung war bereits vor dem Rennen vorbereitet worden: Sollte Norris hinter Piastri liegen und der Australier das Tempo der vorausfahrenden Autos nicht mitgehen können, sollte Norris eine Chance erhalten, selbst anzugreifen. Genau dieses Szenario trat ein.
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Für Stella war auch wichtig, dass die Fahrer die Anweisung ohne weitere Reibereien umsetzten. Nach den Zwischenfällen in Singapur wollte McLaren deutlich machen, dass die gemeinsamen Ziele Vorrang vor dem internen Duell haben. “Es zeigt, dass uns als Team und zusammen mit den Fahrern das Wohl der Mannschaft am Herzen liegt”, so der Italiener. “Doch bis dahin müssen wir alle gemeinsam die Kurve nach oben stützen.” McLaren will die Saison mit Siegen beenden Trotz der Enttäuschung sieht Stella eine Grundlage für die kommenden Rennen. Die Upgrades hätten das Auto verbessert, die strategische Umsetzung habe funktioniert und beide Fahrer hätten auf der Strecke im Sinne des Teams gehandelt. Die nächste Aufgabe besteht darin, diese Ansätze bereits im Qualifying in eine bessere Ausgangslage zu verwandeln.
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“Wir sind mit der strategischen Umsetzung zufrieden; wir sind zufrieden damit, dass wir verstanden haben, welche Reifen heute zu nutzen waren; und wir sind froh darüber, dass sich das Auto dank der Upgrades verbessert zu haben scheint”, fasst Stella zusammen. “Aber wir müssen unsere Qualifying-Performance steigern und das Auto weiterentwickeln, wenn wir dauerhaft um Podestplätze und allen voran um Siege mitfahren wollen.” Meistgelesen in unserem Netzwerk Formel 1
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Dass McLaren nun seit vier Rennen auf einen Podiumsplatz wartet, unterstreicht die Dringlichkeit. Die Upgrades machen Hoffnung, lösen aber nicht alle Probleme. Und solange es so schwer bleibt, eine starke Runde zu wiederholen, wird selbst ein taktisch gut geführtes Rennen wie in Austin kaum reichen, um wieder regelmäßig ganz vorne mitzufahren.

 
Formel1.de 

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