Allan McNish: Hülkenberg-Szene erinnerte mich an “Days of Thunder”
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Audi-Renndirektor Allan McNish hat die Beinahe-Kollision seiner Fahrer in der Startphase zum Grand Prix der Niederlande 2026 in Zandvoort als “ein bisschen zu viel ‘Days of Thunder’ für meinen Puls” bezeichnet. LAT Images Nico Hülkenberg im Audi R26 beim Formel-1-Rennen in Zandvoort 2026
Tatsächlich gleichen sich die Szenen: Im NASCAR-Film von 1990 ereignet sich vor Cole Trickle (gespielt von Tom Cruise) ein Unfall, dessen wahres Ausmaß von einer Qualmwolke verschleiert wird. Trickle fährt rechts durch den Qualm und kommt so an der Unfallstelle vorbei. Das ist die Parallele zu Hülkenberg in Zandvoort: Direkt vor ihm dreht sich Gabriel Bortoleto weg und verschwindet in einer Qualmwolke. Hülkenberg entscheidet sich im letzten Moment, nach links auszuweichen – und auch er vermeidet eine Berührung mit dem havarierten Auto.
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Doch so banal, wie es diese Schilderung vermuten lässt, war die Situation nicht. Zumindest nicht für McNish: “Erst in der Wiederholung wird deutlich, wie knapp es wirklich war zwischen unseren Autos. Ich hatte gar nicht richtig realisiert, dass Nico mitten durch die Rauchwolke gefahren war”, sagte McNish. Hülkenberg verfehlte den zweiten Audi R26 von Bortoleto nur um wenige Zentimeter. Alles nur eine Frage des Rennfahrer-Instinkts? Das ringt McNish einiges an Respekt ab, zumal McNish als ehemaliger Rennfahrer genau weiß, was sich in einer solchen Situation im Cockpit abspielt. Er erklärte: “Wenn vor dir etwas passiert, läuft einerseits ein gedanklicher Prozess ab. Andererseits ist da aber auch dein Instinkt. Es geht um dieses Gespür dafür, was man tun und wohin man fahren muss. Manche haben das, manche nicht.” queueTwitterWidget();queueTwitterWidget(); Hülkenberg scheint dieses Gespür zu besitzen, denn er erkannte, dass sich Bortoleto nach dem Dreher in der Steilkurve vor Start und Ziel nach rechts unten bewegen würde. Das ist laut McNish die wahre Leistung Hülkenbergs: “Denn solche Autos bewegen sich in der Schräge tendenziell eher hinauf als hinunter.” An dieser Stelle bezieht McNish jedoch auch Bortoleto in sein Lob mit ein: “Ihm ist es gelungen, das Auto in der Mitte der Strecke zu halten und zu verhindern, dass es nach oben in die Mauer getragen wird. Das hat mich sehr beeindruckt.” “Ganz gleich, ob es Instinkt, Können, Konzentration oder etwas anderes war: Das war verdammt gut abgefangen. Denn jeder, der schon einmal [Ovalrennen bei] NASCAR oder IndyCar gesehen hat, weiß, dass dafür einiges an Können erforderlich ist”, sagte McNish. Warum McNish Verständnis hat für den Dreher Der Dreher an sich “kann passieren”, so der Audi-Renndirektor weiter. “[Die Steilkurve] war zu diesem Zeitpunkt im Rennen mit Abstand die schwierigste Kurve auf der gesamten Strecke.” Sie wurde Max Verstappen zum Verhängnis: Der viermalige Formel-1-Weltmeister verunfallte unmittelbar vor Bortoleto, demolierte im Gegensatz zu Bortoleto jedoch das Auto und schied auf der Stelle aus. Auch Audi hätte am Ende mit leeren Händen dastehen können, wenn es zur Kollision zwischen Hülkenberg und Bortoleto gekommen wäre. Stattdessen aber belegte das Audi-Duo die Positionen acht und 13 und knüpfte an die jüngste Punkteserie des Formel-1-Neueinsteigers an, die bereits seit Silverstone anhält. Hülkenberg punktete zum zweiten Mal in Folge. (Fotostrecke: Die Audi-Meilensteine in der Formel 1) Die Audi-Meilensteine in der Formel 1
“Nach einer solchen ersten Runde noch mit Punkten davonzukommen, ist aus dieser Perspektive sehr befriedigend”, sagte McNish. “Aber wie heißt es so schön: Man muss einfach zur Stelle sein, wenn sich die Chance bietet. Und wir haben diese Chance genutzt.” Genau wie Cole Trickle in “Days of Thunder”. Meistgelesen in unserem Netzwerk Formel 1
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Einen großen Unterschied zur Filmszene gibt es jedoch: Crewchief Harry Hogge muss Trickle regelrecht dazu auffordern, durch die Qualmwolke zu fahren (“Drive through it!” – “Fahr da durch!”) Hülkenberg schaffte das in Zandvoort ohne Anweisung. Doch auch sein Puls dürfte bei dieser Szene angestiegen sein. Hülkenberg funkte aufgeregt: “Das war verrückt! Ich hätte ihn beinahe getroffen!”
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