Antonelli vor erstem Matchball: “Müssen den Job ordentlich zu Ende bringen”
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Kimi Antonelli kann beim Großen Preis der USA in Austin vorzeitig Formel-1-Weltmeister werden. Der Mercedes-Pilot geht mit 102 Punkten Vorsprung auf Teamkollege George Russell in das Rennwochenende, will sich von seiner ersten Titelchance aber nicht ablenken lassen. Statt über Rekorde nachzudenken, setzt der 20-Jährige auf die Herangehensweise, die ihn an die Spitze gebracht hat. LAT Images Andrea Kimi Antonelli könnte mit 20 Jahren bald zu den Formel-1-Größen gehören
Damit Antonelli bereits in Texas seinen ersten WM-Titel perfekt macht, müssen allerdings mehrere Faktoren zusammenkommen: Der Italiener muss das Rennen am Sonntag gewinnen, Russell darf höchstens Neunter werden und Lewis Hamilton im Ferrari höchstens Fünfter. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass sich die Entscheidung auf Mexiko vertagt. “Es ist definitiv verrückt, wenn man darüber nachdenkt, aber genau deshalb werde ich nicht darüber nachdenken”, sagt Antonelli am Donnerstag in Austin. “Anderen müsste schon etwas Katastrophales zustoßen und für mich müsste es ein perfektes Wochenende werden, was eher unwahrscheinlich ist.”
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Stattdessen habe er gemeinsam mit seinem Renningenieur Peter Bonnington beschlossen, den bisherigen Ansatz beizubehalten: “Ein Rennen nach dem anderen, bei jedem Rennwochenende einfach das Beste geben und dann werden wir sehen. Aber natürlich: Wenn ich meine Sache gut mache, wird das Ergebnis auch kommen.” Vom schwierigen Rookie-Jahr zum WM-Favoriten Dass Antonelli überhaupt schon in seiner zweiten Formel-1-Saison um den Titel kämpft, ist angesichts seiner Schwierigkeiten im Debütjahr bemerkenswert. 2025 fehlte dem Italiener häufig die Konstanz, Fehler nagten an seinem Selbstvertrauen. Nach der Sommerpause musste er sich auch kritische Worte von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff anhören. In dieser Saison präsentiert sich Antonelli deutlich gefestigter. Schon beim Auftakt in Melbourne zeigte sich das: Nach einem schweren Unfall im dritten Freien Training, bei dem Kräfte von 25 g auf ihn wirkten, sicherte er sich den zweiten Startplatz und beendete auch das Rennen auf Rang zwei hinter Russell. Wo Kimi Antonelli im WM-Kampf 2026 die meisten Punkte verloren hat
Antonelli führt seine Entwicklung vor allem auf die Erfahrung aus seiner ersten Saison zurück. “Wenn mir so etwas wie in Melbourne letztes Jahr passiert wäre, wäre der Rest des Wochenendes wahrscheinlich extrem beeinträchtigt gewesen”, räumt er ein. “Wenn man ein ganzes Jahr Erfahrung in der Formel 1 sammelt und dann im nächsten Jahr zurückkehrt, fühlt man sich einfach besser. Die Dinge passieren etwas leichter, weil man sie nicht mehr so krampfhaft erzwingt.” Auch mental habe er einen anderen Zugang gefunden: “In diesem Jahr habe ich einen Schritt zurückgemacht und mich einfach darauf konzentriert, mich auf die wichtigen Dinge zu fokussieren und es auch so weit wie möglich zu genießen. Nicht nur das Fahren selbst, sondern auch den gesamten Prozess. Mental war ich in diesem Jahr an einem viel glücklicheren Ort als in der vergangenen Saison.” Antonelli will sich von Rekorden nicht ablenken lassen Acht Grand-Prix-Siege haben Antonelli in die Position gebracht, bereits mit 20 Jahren Weltmeister werden zu können. Sollte ihm das gelingen, wäre er der jüngste Champion der Formel-1-Geschichte. Der Italiener wäre damit drei Jahre jünger als der bisherige Rekordhalter Sebastian Vettel. Top 10: Die jüngsten Formel-1-Weltmeister
Für Antonelli ist die Aussicht darauf durchaus besonders. Er will den möglichen Erfolg aber erst dann genießen, wenn die Arbeit erledigt ist: “Es wäre ein Traum, etwas, wovon ich geträumt habe, seit ich klein war. Sich überhaupt in einer solchen Position wiederzufinden, ist unglaublich”, sagt er. “Aber gleichzeitig muss ich weitermachen, weiter pushen, und es ist noch nicht vorbei.”
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Seine Botschaft für die kommenden Rennen bleibt deshalb dieselbe: “Zuerst versuchen wir, den Job ordentlich zu Ende zu bringen, und danach können wir den Rest genießen. Aber klar, es wäre eine unglaubliche Leistung.”
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