Arvid Lindblad nach Crash selbstbewusst: “Ich darf Fehler machen”
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Arvid Lindblad ist gerade einmal 19 Jahre alt, fährt seine erste Saison in der Formel 1 – und hat trotzdem keine Lust, sich nach seinem Crash im zweiten Freien Training zum Grand Prix von Spanien selbst zu zerfleischen. Zumal er nur einen Tag später mit Platz 10 im Qualifying die passende Antwort auf der Strecke gegeben hat. NurPhoto (Getty Images) Arvid Lindblad hat in Madrid schon einen schweren Crash produziert
Der Racing-Bulls-Pilot hatte am Freitag in Kurve 13 des neuen Madrings die Kontrolle über seinen VCARB 03 verloren und war in die Streckenbegrenzung eingeschlagen. Die rechte Seite des Autos wurde dabei so stark beschädigt, dass Lindblads Arbeitstag vorzeitig beendet war. Noch schwerwiegender: Racing Bulls musste für Samstag das Chassis wechseln. Dadurch verlor Lindblad fast das komplette dritte Freie Training und konnte erst gegen Ende der Session sieben Runden absolvieren. Tsunoda im Qualifying haushoch besiegt Keine optimalen Voraussetzungen also für das Qualifying. Trotzdem hielt der Brite mit schwedischen Wurzeln in Q1 mit seinem Teamkollegen Yuki Tsunoda mit – und nahm ihm in Q2 fast 0,9 Sekunden ab. Während Tsunoda ausschied, zog Lindblad ins Q3 ein.
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Dass sein Selbstvertrauen durch den Unfall gelitten habe, will er so nicht stehen lassen. Das größere Problem sei vielmehr die verlorene Streckenzeit gewesen: “Das größere Problem war einfach, dass ich im dritten Freien Training praktisch nicht gefahren bin. Hätte ich das komplette FT3 absolvieren können, hätte mich der Unfall meiner Meinung nach gar nicht so sehr beeinträchtigt.” “Aber die Realität war: Ich hatte den Unfall, bin dann im dritten Freien Training nur zwei schnelle Runden gefahren und hatte keine wirkliche Gelegenheit, mich wieder richtig wohlzufühlen. Das war es, was mir geschadet hat.” queueTwitterWidget();queueTwitterWidget(); Hinzu kam ein zweites Problem: Weil Lindblad kaum zum Fahren kam, fehlte Racing Bulls auch die Datengrundlage, um das Set-up des Autos weiterzuentwickeln. “Fakt ist, dass uns einiges gefehlt hat. Ich möchte nicht sagen, dass wir zwei komplette Sessions zum Lernen verloren haben. Aber nach FT2 haben wir uns wegen des Unfalls nicht wohl dabei gefühlt, etwas zu verändern”, sagt Lindblad. “Und dann konnten wir in FT3 nicht richtig fahren, also wollten wir auch danach nichts verändern. Im Grunde haben wir für das Set-up also nur FT1 genutzt. Ich fahre noch immer mit demselben Set-up, für das wir uns nach dem ersten Freien Training entschieden haben. Ich bin mir ziemlich sicher: Hätte ich diesen Unfall nicht gehabt, wäre die Entwicklung bis zum Qualifying ganz anders verlaufen und ich wäre deutlich zufriedener gewesen.” Dass er selbst der Auslöser für diese schwierige Ausgangslage war, bestreitet Lindblad nicht. Besonders hart ins Gericht gehen möchte er mit sich deshalb aber nicht: “Es ist, wie es ist. Ich kann daraus lernen. Ich werde mich nicht wegen eines Unfalls fertigmachen, denn so etwas lässt sich irgendwann ohnehin nicht vermeiden.”
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Und dann folgt eine bemerkenswert selbstbewusste Ansage des Rookies: “Ich war dieses Jahr ständig am Limit und unglaublich schnell. Das ist mein zehntes Q3 der Saison, die Sprints nicht mitgerechnet. Ich darf Fehler machen. Und ich werde daraus lernen.” Lindblad: Statistik spricht für seine Leistungen Tatsächlich spricht Lindblads bisherige Saison dafür, dass der Unfall von Madrid eher die Ausnahme als die Regel ist. Einen Grand Prix musste er 2026 noch kein einziges Mal vorzeitig beenden. In Montreal konnte er wegen eines Kupplungsdefekts zwar nicht starten, einen klassischen Ausfall im Rennen gab es bislang aber nicht. Video wird geladen…
Dazu kommt eine bemerkenswerte sportliche Serie: In sieben der vergangenen acht Grands Prix holte Lindblad Punkte. Neunmal hintereinander erreichte er inzwischen Q3, und seit dem Sprint in Silverstone wurde er im Qualifying von keinem Teamkollegen mehr geschlagen.
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Dass neben der Konstanz auch der Speed stimmt, hatte Lindblad ausgerechnet vor seinem Unfall am Freitag eindrucksvoll demonstriert. Obwohl sein FT2 vorzeitig beendet war, stand am Ende Platz 4 in der Zeitenliste. Die naheliegende Frage: Was wäre ohne den Crash im Qualifying möglich gewesen? “Ich wäre heute nicht Vierter geworden”, sagt Lindblad lachend. “Ich kann schließlich nicht eine Sekunde schneller fahren.” Denn während die Racing Bulls am Freitag offenbar besonders schnell auf dem neuen Madring zurechtkamen, legten die etablierten Spitzenteams über Nacht deutlich zu: “Die Topteams haben offensichtlich einen Schritt gemacht. Vielleicht haben unsere Leute beim Ausgangs-Set-up einfach einen besseren Job gemacht, sodass wir zu Beginn näher dran waren.”
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“Deshalb stehen wir jetzt dort, wo wir hingehören. Gestern war etwas Besonderes. Ich glaube, ich war der Entwicklung voraus, und das Team war ebenfalls einen Schritt voraus. Aber wir brauchen uns nichts vorzumachen: Wir sind nicht auf P4-Niveau. Deshalb werden wir morgen versuchen, das Maximum herauszuholen. Aber P9 ist – sofern vor uns niemand ausfällt – das Beste, was möglich ist.”
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