Audi-Boss: Warum es keinen “demokratischen Führungsprozess” gibt
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Es ist kein Geheimnis, dass sich der VW-Konzern aktuell in einer großen Krise befindet. Laut Audi-CEO Gernot Döllner haben die Probleme des Mutterkonzerns aber keinerlei Einfluss auf das eigene Formel-1-Projekt. “Nein”, stellt er gegenüber Sport Bild unmissverständlich klar. LAT Images Audi geht seit diesem Jahr mit einem Formel-1-Werksteam an den Start
“Das Projekt ist komplett losgelöst. Sowohl vom Volkswagen-Konzern als auch von Audi als Unternehmen”, betont Döllner und erklärt: “Das war und ist uns immens wichtig. Deswegen haben wir vor dem Schritt Richtung Formel 1 vor drei Jahren einen Business-Case aufgestellt, der eine eigenständige Finanzierung beinhaltet.” “Ziel ist, dass dieser noch in diesem Jahrzehnt Break-even erreicht”, verrät Döllner. Audi geht seit der Formel-1-Saison 2026 mit einem eigenen Werksteam in der Königsklasse an den Start, nachdem man zuvor den Sauber-Rennstall übernommen hatte.
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Mit an Bord ist auch der katarische Staatsfonds QIA, der gerüchteweise rund ein Drittel der Anteile am Formel-1-Team hält. “Zahlen werden wir öffentlich nicht kommentieren, aber wir sind froh, dass wir einen starken und zuverlässigen Partner an der Seite haben”, so Döllner. Das helfe, “mit dem gebotenen Weitblick die nötigen Investitionen in das Team zu tätigen”, erklärt er. Auch ein Verkauf weiterer Anteile sei nicht ausgeschlossen. “Das Konstrukt, das wir haben, mit Katar als Partner und uns als Mehrheitseigner, gibt das her”, betont Döllner. Die Audi-Meilensteine in der Formel 1
“Das externe Interesse ist sehr groß”, verrät er zudem, stellt jedoch auch klar: “Wenn wir in diese Richtung denken, werden wir das in einem strukturierten Verfahren mit einer angemessenen Vorlaufzeit machen. Aktuell sehen wir keine Notwendigkeit dafür.” Heißt: Ein Verkauf weiterer Anteile ist momentan nicht nötig und demnach auch nicht geplant. Zudem erklärt Döllner, dass Audi selbst bei einer möglichen Anteilsveräußerung weiterhin Mehrheitseigner des Rennstalls bleiben soll. “Davon gehe ich aus”, so der Vorstandsvorsitzende. Döllner für “klare Verantwortlichkeiten” beim Team In diesem Zusammenhang betont Döllner außerdem, wie wichtig klare Zuständigkeiten bei einem Formel-1-Team seien. “Da muss es klare Verantwortlichkeiten geben. Man kann ein Formel-1-Team nicht mit einem demokratischen Führungsprozess leiten”, erklärt er. “Wenn sich die Verantwortlichen bei jedem Schritt mit allen Anteilseignern abstimmen müssen, wird man immer zu langsam sein. Die Partner müssen das Vertrauen haben, dass die Performance-Seite funktioniert und sie sich sozusagen ‘nur’ um die wirtschaftliche Begleitung kümmern müssen.”
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“Ich habe in der Vergangenheit erlebt, dass sich Motorsport-Teams am Montag in der Vorstandssitzung für die Leistung am Wochenende rechtfertigen mussten. Das bringt keinem was, sondern kostet nur Zeit”, stellt Döllner klar. Bei Konzernmutter Volkswagen begleite man das Geschehen an der Rennstrecke übrigens “eng” und “sehr, sehr positiv”, verrät Döllner und berichtet: “Ich bekomme viel positives Feedback. Zumal die Formel 1 ein schönes Zeichen dafür ist, wo wir mit Audi hinwollen.” Meistgelesen in unserem Netzwerk Formel 1
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