Christian Horner verrät: So schnappte er Mercedes die besten Mitarbeiter weg
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Der Sieg von Max Verstappen beim Großen Preis von Bahrain in Malaysia war ein Meilenstein für Red Bull: Er markiert den ersten Triumph mit der eigenen Antriebseinheit, die in Zusammenarbeit mit Ford entwickelt wurde. Einen wesentlichen Anteil daran hatte auch Ex-Teamchef Christian Horner. Sutton Christian Horner hat Mercedes die Mitarbeiter weggeschnappt
Der Brite, der seinen Posten im vergangenen Jahr räumen musste, spricht im exklusiven Interview mit Autosport, einer Schwesterplattform von im Motorsport Network, über die Anfänge der eigenen Motorenentwicklung und gibt Einblicke in die Personalstrategie hinter dem ambitionierten Projekt. Nach dem angekündigten Rückzug von Honda aus der Formel 1 zum Ende der Saison 2021 hatte Red Bull bereits Maßnahmen getroffen. “Wir haben mit Honda eine Vereinbarung getroffen, dass ihre Mitarbeiter in Großbritannien, vorwiegend operatives Personal sowie einige Spezialisten für Batterietechnologie, zu uns wechseln würden”, verrät Horner.
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“Aber wir mussten bei Null anfangen. Es war wie ein Start-up.” Denn trotz des Wechsels von Mitarbeitern aus dem bestehenden Unternehmen und der Honda-Organisation musste Red Bull Powertrains (RBPT) zahlreiche Schlüsselpositionen in Milton Keynes neu besetzen. Mercedes als wichtigste Personalquelle für Red Bull “Ich habe viele Gespräche mit Leuten von Mercedes geführt und versucht, sie für dieses verrückte neue Projekt zu gewinnen”, sagt Horner. “Dabei verwies ich auf unsere Erfolge beim Chassis als Argument: ‘Seht her, wir haben es beim Chassis geschafft – mit den richtigen Leuten schaffen wir das auch beim Motor.'” Aufstieg und Fall von Christian Horner bei Red Bull
“Natürlich gibt es in Großbritannien diverse Unternehmen in diesem Bereich, allen voran [Mercedes] HPP, dazu Cosworth und Ilmor, aber in den letzten 25 Jahren war kein neues Unternehmen für Motorenentwicklung in Großbritannien entstanden.” Diese Ausgangslage nutzte der frühere Red-Bull-Teamchef gezielt für seine Personalsuche. “Bei HPP herrschte eine Art Stillstand; die Mitarbeiter warteten quasi darauf, dass eine Stelle frei wurde, etwa durch das Ausscheiden eines Vorgesetzten, um beruflich voranzukommen”, so Horner. Warum Großbritannien der richtige Standort für Red Bull war Die Entscheidung, den Standort in Milton Keynes in Großbritannien aufzubauen, sei deshalb von grundlegender Bedeutung gewesen, erklärt Horner. “Es hatte zuvor Diskussionen gegeben, ob man mit AVL kooperieren und den Standort nach Österreich verlegen sollte – etwa an den Red Bull Ring.” “Doch nachdem wir die Anteilseigner davon überzeugt hatten, dass wir in Großbritannien sein mussten, identifizierten wir auf dem Campus ein Gebäude – eine ehemalige Fabrik für Luftpolsterfolie -, das wir umgestalten konnten.” Der Umbau begann anschließend zügig. Red Bull Christian Horner bei einer Baustellentour in Milton Keynes im Jahr 2021
“Für die Planungsbehörden galt dies offiziell nur als ‘kleinere Modernisierung’, doch tatsächlich rissen wir bis auf einen einzigen Stahlträger alles ab, errichteten innerhalb von 55 Wochen eine neue Fabrik und begannen mit der Rekrutierung der richtigen Leute.”
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Zu diesen “richtigen Leuten” zählten zahlreiche Schlüsselkräfte, die Red Bull von Mercedes abwarb – ausgerechnet jenem Team, das unter der Führung von Toto Wolff steht. Die gezielte Abwerbung dürfte auch dazu beigetragen haben, dass das Verhältnis zwischen Wolff und Horner in den vergangenen Jahren nicht immer spannungsfrei war. Personalkampf: Mercedes-Mitarbeiter wechselten zu RBPT Bei der Personalbeschaffung entwickelte sich ein regelrechter Wettstreit um die besten Fachkräfte und “ich ging dabei sehr offensiv vor”, gibt Horner jetzt zu. “Ben Hodgkinson (Technischer Direktor bei RBPT, zuvor leitender Ingenieur für Antriebseinheiten bei Mercedes HPP) war in der Anfangsphase eine Schlüsselfigur.”
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Hinzu kamen Pip Clode als Leiter der mechanischen Konstruktion für Energierückgewinnung (zuvor Teamleiter für Antriebskonzepte bei Mercedes HPP) für den Bereich Turbolader sowie Phil Prew als Technischer Direktor/Engineering Director, der vorher als Chefingenieur bei Mercedes HPP tätig war. Video wird geladen…
“Es gelang uns, unglaublich viele talentierte Mitarbeiter von HPP abzuwerben”, freut sich der damalige Red-Bull-Teamchef auch heute noch. “Gleichzeitig boten wir Mitarbeitern aus dem eigenen Unternehmen die Chance, in andere Bereiche der Organisation zu wechseln. Es war also eine Gelegenheit für Talente, sich in neuen Aufgabenfeldern zu versuchen.” “Es gab Abteilungen, die von beiden Entwicklungen betroffen waren: Der Elektronikbereich musste beispielsweise über Nacht wachsen, um sowohl das Chassis als auch den Motor zu betreuen – obwohl man dort zuvor noch nie Kabelbäume für Motoren gefertigt hatte. Es war also eine enorm dynamische Zeit.” Christian Horner wollte keine Mercedes-Kopien “Wir haben einige wirklich großartige Persönlichkeiten an Bord geholt”, ergänzt Horner, vor allem mit Blick auf Steve Brodie, der zum Leiter der Verbrennungsmotor-Abteilung bei RBPT wurde, nachdem er bei Mercedes als Manager für den Streckeneinsatz und die Endkontrolle tätig war. Formel-1-Quiz
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9 1 4 7 Teste Dich jetzt im Formel-1-Quiz und vergleiche Dich mit anderen Usern “Sie brachten so viel Energie und Leidenschaft für das Projekt mit – es war eine wirklich spannende Zeit”, meint der Brite. “Es gab viele Fragen, auch intern, denn Honda hatte einen Motor entwickelt, der uns in die Lage versetzte, auf Augenhöhe mit Mercedes um die Weltmeisterschaft zu kämpfen.”
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Das Problem: Mit den neuen Mitarbeitern kam nicht nur zusätzliches Know-how zu Red Bull, sondern auch “Altlasten” von Mercedes. Damit hielten zunehmend Diskussionen darüber Einzug, “wie man das früher gemacht hat” – eine Entwicklung, die Horner möglichst schnell stoppen wollte.
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“Es herrschte eine fantastische Stimmung im Unternehmen, um diesen Betrieb ans Laufen zu bringen. Und natürlich heißt man dabei Leute von der Konkurrenz willkommen – vom Feind”, ergänzt der 52-Jährige mit einem Schmunzeln. “Deshalb gab es viel zu viel Gerede nach dem Motto: ‘Nun, bei Mercedes haben wir das so gemacht, und bei Mercedes haben wir jenes gemacht.'” Meistgelesen in unserem Netzwerk Formel 1
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Horner zog daraus eine klare Konsequenz für die künftige Zusammenarbeit innerhalb des neuen Motorenprojekts: “Am Ende habe ich das aus allen Meetings verbannt: Wir erwähnen Mercedes nicht mehr”, sagt der damalige Red-Bull-Teamchef und verrät: “Es wurde fortan nur noch ‘Team B’ genannt.”
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