Datenanalyse: So viel langsamer ist die Formel 1 2026 im Vergleich zum Vorjahr
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“Es ist schon etwas schade, denn manche Kurven haben ein wenig von ihrem Zauber verloren und machen nicht mehr ganz so viel Spaß wie früher”, sagte Haas-Pilot Oliver Bearman schon am Freitag enttäuscht. Dass Spa das Grundproblem der Formel 1 2026 schonungslos offenlegen würde, war bereits im Vorfeld klar. LAT/GPTempo (KI Montage) Antonelli war 2026 bis zu 50 km/h angsamer als Norris im Vorjahr
Doch wie langsam die Königsklasse tatsächlich geworden ist, wirkt beinahe erschreckend. “Spa hat sich komplett verändert”, resümiert Williams-Pilot Alexander Albon nach dem Qualifying. “Alle Strecken haben sich verändert, aber ich denke, das war in Bezug darauf, wie man die Geschwindigkeit der Autos wahrnimmt, die größte Veränderung des Jahres.” Zum Vergleich: Als sich Kimi Antonelli am Samstag mit einer Rundenzeit von 1:44.361 Minuten die Poleposition für den Großen Preis von Belgien 2026 sicherte, war der Mercedes-Pilot satte 3,799 Sekunden langsamer als der letztjährige Polesetter Lando Norris. Der McLaren-Pilot hatte damals lediglich 1:40.562 Minuten benötigt.
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“Es mangelt überall an der elektrischen Leistungsabgabe”, sagt der aktuelle Weltmeister und letztjährige Polesetter in dieser Saison. “Ehrlich gesagt fehlt uns auf jeder einzelnen Geraden die nötige Power. Am schlimmsten ist es wohl in Blanchimont: Wir fallen von fast 320 km/h auf 270 km/h ab, weil die Batterie einfach leer ist.” Formel 1 bis zu 50 km/h langsamer als im Vorjahr “Wir laufen also auf jeder Geraden in die Leistungsbegrenzung.” Dieser Effekt zeigt sich auch beim Blick auf die Telemetrie-Daten von GPTempo: Während Norris im Vorjahr beim Anbremsen auf Kurve 12 nach Pouhon noch mit 312 km/h unterwegs gewesen ist, lag der Höchstwert von Antonelli in dieser Saison bei lediglich 270 km/h – ein Defizit von 42 km/h! Video wird geladen…
Das Problem: Aufgrund der langen Kemmel-Geraden im ersten Sektor und des langgezogenen Blanchimont-Abschnitts im dritten Sektor, wo die meiste Energie eingesetzt wird, bleibt im zweiten Sektor kaum noch Leistung aus der MGU-K übrig. Ohne diese Unterstützung liefert der Verbrennungsmotor allein allerdings nur rund 540 PS. “Spa ist definitiv eine Herausforderung”, meint Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur. “Es war schon immer eine Herausforderung, aber durch die Anforderungen an das Energiemanagement ist es das noch mehr. Wir haben gesehen, dass es zwischen den Autos enorme Geschwindigkeitsunterschiede von einer Geraden zur nächsten gibt.” “Wir waren vor ‘Les Combes’ 20 km/h langsamer als einige unserer Konkurrenten, aber auf der letzten Geraden waren wir 20 km/h schneller. Es ist definitiv eine Abwägungssache”, betont Vasseur, dass das Energiemanagement zur Strategie wird. “Man kann nicht einfach überall 20 km/h drauflegen.” “Die eingesetzte Energiemenge ist zwar gleich, aber die Rennvorbereitung kann zur Herausforderung werden, weil man genau überlegen muss, wie man angreift und wie man verteidigt.” Dazu kommt, dass die Teams im kurvigen Mittelsektor auf Abtrieb verzichten, um auf den Geraden weniger Luftwiderstand zu haben. Max Verstappen: “Ein Formel-3-Auto mit Formel-1-Abtrieb” “An vielen Stellen haben wir jetzt nur noch den Verbrennungsmotor, der uns Leistung gibt”, benennt McLaren-Pilot Oscar Piastri das Hauptproblem in Belgien. “Also kommt man aus manchen Kurven mit fast 1.000 PS heraus, aus anderen mit 550, 600 oder was auch immer.” LAT Images Die Formel-1-Autos sind teilweise bis zu 50 km/h langsamer als im Vorjahr
Max Verstappen sprach nach dem Qualifying am Samstag sogar davon, dass man “ein Formel-3-Auto mit dem Abtrieb eines Formel-1-Autos” fährt. “Sich daran zu gewöhnen und das im Kopf zu verarbeiten, ist ziemlich schwierig”, ergänzt Piastri, der an vielen Kurven, die im Vorjahr noch anspruchsvoll waren, nun seinen Spaß verloren hat.
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“Es ist einfach anders”, meint Albon. “Wir fahren die Kurven mit Vollgas durch, aber sie stellen keine wirkliche Herausforderung mehr dar. In vielerlei Hinsicht bremsen wir in vielen Kurven gar nicht mehr ab, sondern rollen quasi einfach hinein. Das nimmt dem Ganzen definitiv etwas von seiner Faszination.” Wo die Formel 1 2026 sogar schneller geworden ist Dabei ist durch das neue Formel-1-Reglement nicht alles langsamer geworden: Aus der sogenannten “La Source” heraus sowie beim Herausbeschleunigen vor Blanchimont sind die Boliden dank des Elektroschubs und der aktiven Aerodynamik sogar deutlich schneller als noch im Vorjahr. Fotos: F1: Grand Prix von Belgien (Spa) 2026
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Der Vergleich: Kurz vor der legendären Eau Rouge war Antonelli auf seiner diesjährigen Pole-Runde mit bis zu 330 km/h unterwegs, während Norris im Vorjahr maximal 316 km/h erreichte. Ein ähnliches Bild zeigt sich vor Blanchimont: Dort war der Italiener mit 335 km/h unterwegs, während der McLaren-Pilot 2025 auf höchstens 318 km/h kam.
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Ferrari-Pilot Lewis Hamilton hat deshalb auch in diesem Jahr noch seinen Spaß. “Ja, es ist nach wie vor fantastisch zu fahren”, meint der Brite. “Die Kurvenpassagen und alles andere sind super; das Problem sind nur die Geraden, auf denen dem Motor die Puste ausgeht.” “Niemand genießt die Qualifying-Runde so wie letztes Jahr” Besonders auffällig wird das beispielsweise am Ende der langen Kemmel-Geraden: Norris warf dort im Vorjahr bei einem Topspeed von 338 km/h den Anker, während der Mercedes von Antonelli am Samstag lediglich 328 km/h erreichte – allerdings schon kurz nach Raidillon, bevor die Batterie leergesaugt war und die Leistung deutlich abfiel. Formel-1-Quiz
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90 1111 4472 3488 Teste Dich jetzt im Formel-1-Quiz und vergleiche Dich mit anderen Usern Bis zum Anbremsen auf Les Combes fällt deshalb auch die Geschwindigkeit des Silberpfeils auf deutlich unter 300 km/h ab. Im anschließenden Mittelsektor müssen die Piloten daher massiv Energie sparen, was sich auch in den Geschwindigkeiten widerspiegelt.
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Kurz vor Bruxelles beträgt die Differenz zwischen 2025 und 2026 rund 50 km/h. “Ich glaube, niemand da draußen genießt die Qualifying-Runde so sehr wie wir es letztes Jahr getan haben”, findet Williams-Pilot Carlos Sainz deutliche Worte zur aktuellen Situation.
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“Es ist klar, dass wir mit diesen Autos in Spa einiges verloren haben. Trotzdem möchte ich meinen eigenen Sport nicht weiter kleinreden, weil das nichts bringen wird”, meint der Spanier. “Wir alle wissen, dass das so nicht gut genug ist. Das muss sich ändern. Es wird sich ändern. Es wird sich weiterentwickeln.” Meistgelesen in unserem Netzwerk Formelsport
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Im kommenden Jahr verschiebt sich die Balance bereits wieder etwas zugunsten des Verbrennungsmotors, ehe das Verhältnis zwischen Verbrenner- und Elektroantrieb in der Saison 2028 sogar bei 60:40 liegen wird. Es bleibt zu hoffen, dass derartige Diskussionen und Vergleiche spätestens dann der Vergangenheit angehören.
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