Ein Kampf um die richtige Einstufung? ADUO-Stress in der Formel 1
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Mercedes-Chef Toto Wolff zeigt sich von der aktuellen ADUO-Einstufung des Mercedes-Motors äußerst begeistert. “Die neue Homologation ist sehr hilfreich”, erklärt der 54-Jährige in Barcelona. circuitpics.de Toto Wolff bleibt ein Verfechter der aktuellen ADUO-Umsetzung
“Wenn du das nicht bekommst, dann besteht die Gefahr, dass jemand an dir vorbeischießt, der genau das umsetzen kann”, so seine Sicht der Dinge. Schließlich ermöglicht das ADUO-Konzept den betroffenen Motorenherstellern zusätzliche Updates in dieser und in der kommenden Saison. Einzig Red Bull Power Trains geht dabei als vermeintlich stärkster Motor leer aus. Der Grund? Das Einstufungssystem der FIA berücksichtigt nur die Leistungsabgabe des Verbrennungsmotors. Dementsprechend verwirrt reagierten viele auf erste Meldungen zum ADUO nach dem Grand Prix von Monaco, inklusive Red Bull selbst. Bester Motor ohne Topspeed? “Leider verlieren wir auch in Barcelona viel Zeit auf der Geraden”, erklärt Teamchef Laurent Mekies am Mikrofon von Sky Deutschland. “Aber das sind Diskussionen für einen anderen Tag. Aber nein, ihr habt Recht, wenn ihr sagt, dass diese Strecke unsere Schwachstellen offenbart, gerade die Schwäche der PU.” Formel-1-Teams mit mindestens fünf Siegen zu Saisonbeginn
“Dann fallen wir natürlich in der Rangordnung zurück und ich denke, das beantwortet mit etwas mehr Ernsthaftigkeit eure [Frage] dazu, wo wir gerade stehen.”
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Zuvor hatte Peter Hardenacke dem Teamchef ein wenig sarkastisch zur stärksten Power-Unit in der Formel 1 gratuliert, nachdem Sky-Experte Ralf Schumacher eben diese Einstufung der FIA in den Raum geworfen hatte. Auf die Frage des ehemaligen Formel-1-Piloten, wie diese Einstufung überhaupt zustande kommen konnte, antwortet Mekies: “Schaut mal, wir haben im Vorfeld Informationen von der FIA erhalten”, erklärt der Teamchef. Eine öffentliche Liste von Seiten der FIA existiert vor dem Grand Prix von Barcelona-Katalonien wohlgemerkt nicht. “Wir waren sehr überrascht, genauso wie ihr vermutlich auch. Wir sind im ständigen Austausch mit [der FIA] und legen alle möglichen Daten auf den Tisch, damit sie am Ende den kompletten Überblick haben. An diesem Punkt wäre es für mich nicht angemessen, noch viel mehr dazu zu sagen.” Abschließend resümiert Mekies: “Lasst uns das Ergebnis ihrer Analyse abwarten. Deren Job ist schon schwer genug, und wir werden danach sehen, wie es aussieht.” Sinn und Unsinn von ADUO Gerade der Sinn und Zweck des Systems stehen zurzeit im Widerspruch zur Wirkung der ersten Einstufung. So besteht die Idee darin, dass, im Vergleich zur ersten Hybrid-Generation, keine allzu massiven Lücken zwischen einer dominanten Power-Unit und dem Rest des Feldes entstehen können.
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Mercedes hatte in den ersten Jahren der Hybrid-Ära schließlich einen Vorsprung, den Ferrari und Renault jahrelang kaum aufholen konnten. Video wird geladen…
Das aktuelle Modell beruht zwar auf der Analyse von Daten und Sensoren, doch stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit der angewandten Methoden. Schließlich beziehen sich die Upgrades, welche die Teams für ihre Power-Units entwickeln können, nicht nur auf den für das ADUO analysierten Verbrennungsmotor. Wolff sieht keinen Grund zur Kritik Dennoch betont Toto Wolff, dass das System trotz des überraschenden Ergebnisses genauso funktioniert, wie ursprünglich angedacht:
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“Es ist ein Schutzmechanismus, um ein Szenario wie 2014 zu verhindern, in dem ein Motorenhersteller in puncto Motor, Testkilometer und Resultate so einen großen Vorteil hatte”, antwortet Wolff auf eine Frage unseres Schwesterportals Motorsport.com. “Wir stehen gerade deutlich besser da, aber genau das [Szenario aus 2014] wollten wir verhindern, gerade mit Neueinsteigern wie Audi, bis zu einem gewissen Grad Honda bei Aston Martin und natürlich Red Bull. So ist das, und so sollte es auch sein.” Keine Politik in der Methodik In puncto Methodik betont Wolff: “Wenn du mit Nikolas [Tombazis] sprichst, dann geht es da nur um Daten, die gemessen und gesammelt werden. Da gibt es keinen politischen Hintergrund, keine Eingriffe, und das ist das Ergebnis ihrer Analyse der Drehmomentsensoren. So wird das gemacht und das ist das Ergebnis.”
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Fraglich bleibt, ob diese Methodik, der die Teams und Hersteller im Vorfeld zugestimmt hatten, dem wahren Leistungsstand entspricht. Im Scherz erwähnt Wolff ein Telefonat zwischen ihm und Flavio Briatore, nachdem man den Mercedes-Teamchef über das ADUO-Ergebnis informiert hatte: “Das Erste, was ich hörte, war ein Anruf von Flavio. Er sagte mir, er hat den stärksten Motor gekauft, und nun hat er erfahren, dass es gar nicht der stärkste Motor ist! Was kann man darauf nur antworten?”
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Außerdem warnt Wolff davor, sich in der Formel 1 an einer Art Balance of Performance wie in der WEC oder DTM zu orientieren. Meistgelesen in unserem Netzwerk Langstrecke
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“Wenn es ein System gibt, welches dazu dient, die Rangordnung zu finetunen, damit in puncto Power-Unit niemand entblößt wird, dann denke ich, das ist der falsche Weg”, so seine Worte. Tombazis hatte unter anderem signalisiert, Faktoren wie den kleineren Turbo bei Ferrari bei der Einstufung beachten zu können. Derzeit ist dies nicht der Fall.
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