Hamilton hadert mit Ferrari: “Wir hätten nicht stoppen dürfen”
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Lewis Hamilton hat nach dem Großen Preis von Ungarn deutliche Zweifel an Ferraris Strategie geäußert. Der siebenmalige Weltmeister lag bis zur Virtual-Safety-Car-Phase auf Rang zwei, wurde dann jedoch an die Box geholt. Am Ende verlor er dadurch nicht nur mehrere Positionen, sondern fiel nach einer Fünfsekundenstrafe wegen einer minimalen Geschwindigkeitsüberschreitung in der Boxengasse sogar noch vom vierten auf den fünften Platz zurück. circuitpics.de Lewis Hamilton ärgert sich über einen verpassten zweiten Platz in Ungarn
Für Hamilton war die Entscheidung im ersten Moment nachvollziehbar, im Nachhinein hält er sie jedoch für falsch. Gleichzeitig räumt auch Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur ein, dass sich das Team in Budapest zu viele Fehler geleistet habe. Hamilton: “Ich hätte niemals angehalten” Besonders ärgerlich war für Hamilton der Zeitpunkt der Entscheidung. Der Funkspruch kam erst unmittelbar vor der Boxeneinfahrt, sodass ihm praktisch keine Zeit blieb, die Situation selbst einzuschätzen. “Ich glaube definitiv nicht, dass wir hätten stoppen sollen”, sagt der Ferrari-Pilot.
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“Der Funkspruch kam buchstäblich erst direkt vor der Boxeneinfahrt. Ich hatte überhaupt keine Zeit, darüber zu diskutieren.” Deshalb habe er darauf vertraut, dass die Mannschaft die richtige Entscheidung getroffen habe. “Man muss darauf vertrauen, dass das Team die richtige Entscheidung getroffen hat. Aber im Nachhinein waren meine Reifen völlig in Ordnung.” Vor allem die Aufgabe der Streckenposition bereut Hamilton. “Ich wäre niemals an die Box gekommen, wenn ich gewusst hätte, dass wir dadurch die Position auf der Strecke verlieren.” Verstappen wohl außer Reichweite – Antonelli der Knackpunkt Rückblickend ist die Situation allerdings komplexer, als sie auf den ersten Blick erscheint. Vor der VSC-Phase lag Hamilton mit gebrauchten harten Reifen auf Rang zwei. Max Verstappen folgte 2,4 Sekunden dahinter, allerdings auf deutlich frischeren Soft-Reifen und war unmittelbar vor der Neutralisierung rund eine halbe Sekunde pro Runde schneller. Video wird geladen…
Es spricht einiges dafür, dass Verstappen Hamilton im weiteren Rennverlauf auch ohne Boxenstopp noch überholt hätte. Entscheidend war vielmehr der Kampf um den letzten Podestplatz. Kimi Antonelli hatte kurz vor dem virtuellen Safety-Car selbst frische Reifen erhalten und lag zwölf Sekunden hinter Hamilton. Da ein Boxenstopp unter VSC-Bedingungen auf dem Hungaroring lediglich rund elf bis zwölf Sekunden kostet, war bereits in diesem Moment klar, dass es äußerst eng werden würde. Tatsächlich kam Antonelli schließlich minimal vor Hamilton wieder auf die Strecke und verteidigte Rang drei anschließend ohne größere Probleme, weil beide Fahrer über ähnlich frische Reifen verfügten. Ferrari verlor das Rennen schon vorher Dass Hamilton am Ende überhaupt auf extrem alte harte Reifen angewiesen war, hatte seine Ursache allerdings bereits deutlich früher im Rennen. Durch die gewählte Strategie befand sich Ferrari überhaupt erst in der Situation, am Rennende zwischen Streckenposition und einem günstigen VSC-Stopp abwägen zu müssen. Im Nachhinein wirkt der Boxenstopp wie der Moment, an dem Hamilton das Podium verlor. Garantieren lässt sich das allerdings nicht. Ohne den Reifenwechsel wäre Verstappen mit hoher Wahrscheinlichkeit vorbeigegangen, und auch Antonelli hätte mit seinem enormen Reifenvorteil spätestens in den Schlussrunden gute Chancen auf Rang drei gehabt. In Runde 55 mit neuen harten Reifen vor dem VSC holte der Italiener gleich zwei Sekunden auf den Ferrari auf. Dass Hamilton nach dem VSC auf den neuen Reifen zeitweise sogar eine bis eineinhalb Sekunden pro Runde schneller war als Verstappen, macht die Geschichte zusätzlich kompliziert. Wegen zahlreicher Überrundungen – unter anderem hinter Gabriel Bortoleto – verlor der Ferrari-Pilot jedoch entscheidend Zeit, ehe Verstappen auf seinen älteren Reifen das Tempo wieder erhöhen konnte. Hamilton: “Wir haben viele Punkte verloren” Unabhängig von den theoretischen Szenarien bleibt Hamilton bei seiner Einschätzung. “Wir hätten wahrscheinlich die Position an Max verloren”, räumt er ein. “Er hatte deutlich frischere Reifen.” Dennoch glaubt er, dass zumindest ein Podiumsplatz möglich gewesen wäre.
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“Vielleicht hätte ich Rang zwei halten können. Wahrscheinlicher wäre Platz drei gewesen. Das wäre für uns deutlich besser gewesen.” Stattdessen habe Ferrari wertvolle Punkte liegen lassen. “So haben wir einfach viele Punkte verloren.” Auch sportlich fällt sein Fazit entsprechend ernüchternd aus. “Es war ziemlich schlecht und ziemlich frustrierend.” Immerhin hebt Hamilton die Leistung des SF-26 hervor. “Ich hatte einen guten Start und in der ersten Rennhälfte wirklich eine starke Pace.” Dass Überholen auf dem Hungaroring nahezu unmöglich sei, habe ihm anschließend jedoch das Leben schwer gemacht. Nächste Strafe verschärft das Ergebnis Als wäre der misslungene Strategie-Poker nicht genug gewesen, kassierte Hamilton nach seinem Boxenstopp auch noch eine Fünf-Sekunden-Strafe. Der Grund war denkbar knapp: Ferrari bestätigte später, dass Hamilton den Boxengassenbegrenzer minimal zu früh deaktivierte und dadurch die erlaubte Höchstgeschwindigkeit um lediglich 0,1 km/h überschritt.
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Die Strafe war folgenschwer. Nach der Zieldurchfahrt fiel Hamilton dadurch noch hinter Teamkollege Charles Leclerc auf Rang fünf zurück. Teamchef Frederic Vasseur sprach anschließend von einer Verkettung mehrerer Fehler. “Das ist überhaupt kein gutes Ergebnis. Wir können damit nicht zufrieden sein.” Aus seiner Sicht begann das bereits am Rennstart und setzte sich während des gesamten Nachmittags fort. “Wir haben heute einfach zu viele Fehler gemacht.” Auch beim entscheidenden Boxenstopp lief nicht alles sauber. “Wir haben dort Zeit verloren, und beim Verlassen der Boxengasse wurde der Begrenzer wahrscheinlich einen Tick zu früh deaktiviert.” Hamilton will zweite Saisonhälfte sauberer gestalten Trotz der enttäuschenden letzten Rennen blickt Hamilton optimistisch auf die verbleibenden Grands Prix. Ferrari habe in der ersten Saisonhälfte große Fortschritte gemacht, auch wenn er selbst zuletzt mehrfach durch Fehler und Strafen zurückgeworfen wurde.
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“Ich bin dem Team unglaublich dankbar. Sie haben in der ersten Saisonhälfte einen großartigen Job gemacht.” Mit seiner eigenen Bilanz der vergangenen Wochen ist der Brite dagegen weniger zufrieden. “Die letzten drei Rennen waren für mich nicht gut.” Meistgelesen in unserem Netzwerk Langstrecke
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Nach der Strafe wegen des Frühstarts in Silverstone, der Kollision mit George Russell in Spa, der Gridstrafe im Ungarn-Qualifying und nun der Zeitstrafe im Rennen möchte Hamilton vor allem eines ändern. “Ich muss einfach härter arbeiten, damit ich den Kommissaren gar nicht erst die Möglichkeit gebe, mich wieder in die Strafzone zu bringen.”
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