Erklärt: Wie Alpine sich das Podest von Monaco zurückholen konnte
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Pierre Gasly darf sich nachträglich über den dritten Platz beim Grand Prix von Monaco 2026 freuen. Zwar hatte der Alpine-Pilot seinen Podestplatz ursprünglich durch zwei Zeitstrafen verloren, doch hatte man beim Team aus Enstone schon am Sonntag große Zweifel an der Standhaftigkeit dieser Entscheidung. Sutton Images Pierre Gasly nimmt nach dem Einspruch von Alpine 15 Punkte aus Monaco mit
Neben Pierre Gasly wurden auch Fahrer wie Lewis Hamilton, George Russell oder Oscar Piastri für zu schnelles Fahren in der Boxengasse bestraft. So ungewöhnlich die Strafen an sich schon waren, so bizarr wirkten die gemessenen Geschwindigkeiten: Keiner der sündigen Piloten war in der Boxengasse schneller als maximal 60,4 km/h unterwegs, also kein halbes km/h über dem vorgegebenen Tempolimit. Wie kam es zu den Strafen? Das Problem? Formula One Management, der offizielle Zeitnehmer der Formel 1, ist ein Messfehler unterlaufen. Im Grand-Prix-Sport wird die Geschwindigkeit in der Boxengasse nicht durch eine Radarfalle gemessen, sondern durch Zeitmessschleifen.
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Zwischen zwei dieser Schleifen wird jeweils immer eine Zone definiert, in der die Durchschnittsgeschwindigkeit der Piloten gemessen wird. Explizit soll die kürzeste Distanz zwischen zwei Messstellen herangezogen werden. Monaco: Die Fahrernoten von Marc Surer und der Redaktion
Zwar hat sich die Position der Messschleifen im Vergleich zum Vorjahr nicht geändert, allerdings wurden die Barrieren am Boxeneingang für diese Saison ein wenig verschoben. Fahrer wie Gasly hatten dadurch die Chance, die Fahrlinie in der Boxengasse ein wenig zu verkürzen. In gewöhnlichen Boxengassen wäre so ein Problem undenkbar, allerdings ist der Komplex in Monaco eher eine langgezogene Kurve. Je nach Fahrlinie können sich die Distanzen also drastisch unterscheiden. Messfehler bei der FOM Während die ursprüngliche Angabe der ersten Zone bei 2.692 Zentimetern lag, zeigten spätere LIDAR-Scans eine tatsächlich kürzeste Distanz von 2.615 Zentimetern. Dementsprechend war Gasly zwar in beiden Fällen zu keinem Zeitpunkt zu schnell, wurde aber Opfer einer fehlgeleiteten Kalkulation. Für den Weg zwischen beiden Stellen brauchte Gasly am Rennsonntag jeweils 1,604 und 1,602 Sekunden. Bei einer Distanz von 2.962 Zentimetern liegt der einmalige Grand-Prix-Sieger über dem Speedlimit. Nutzen wir hingegen die tatsächliche Distanz von 2.615 Zentimetern, so liegt Gasly fast 2 km/h unter diesem Limit.
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Für eine Zeitstrafe wäre, so die Aussage seitens der Rennkommissare, mindestens eine Distanz von 2.670 Zentimetern nötig gewesen. Dabei wird auch der Abstand von 20 Zentimetern zwischen den Zeitmessschleifen bedacht. Zweifel bei Alpine während dem Rennen Laut Alpine-Teamchef Steve Nielsen war dem Team sofort klar, dass bei den geringen Überschreitungen irgendetwas nicht stimmen konnte. Schließlich hatte es bereits am Freitag und Samstag ähnliche Probleme gegeben. Williams-Blockade: Sollten Teamtaktiken in Monaco verboten werden? Video wird geladen… Nach dem Großen Preis von Monaco analysiert Datenexperte Kevin Hermann die wichtigsten Zahlen des Rennwochenendes.
“Ich mache das jetzt seit vielen Jahren”, erklärt Nielsen. “Und in einer Saison hast du einen, vielleicht zwei Vorfälle wegen Speeding in der Boxengasse, höchstens vier oder fünf.”
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Des Weiteren betont der Teamchef, dass man vom sogenannten “Right of Review” sogar dann Gebrauch gemacht hätte, wenn Gasly, wie etwa Hamilton oder Piastri, seine Strafen bei einem Boxenstopp abgesessen hätte.
“Wir wollten das ehrlich gesagt einfach verstehen”, so seine Worte. “Wir haben sehr genaue Daten aus dem Auto und waren auch schon mal in der Boxengasse zu schnell.” “Aber das siehst du meistens in deinen Daten, bevor dich die FIA kontaktiert. Manchmal ist es umgekehrt und wir sehen es dann, aber du siehst es immer.” “Diesmal war es so, dass all unsere Steuerungsingenieure sagten, dass in unseren Daten nichts zu sehen ist. Das kam zu den Problemen, von denen wir seit Freitag und Samstag wussten. Und bei [der Menge an Strafen] waren wir sehr, sehr sicher, dass wir unschuldig waren.”
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“Das lag nur daran, dass uns ein anderes Team gewarnt hatte: ‘Wir glauben, da gibt es ein Problem, seid da vorsichtig!'” Normalerweise, so Nielsen, würde man die Strafen für einen Fahrer nicht infrage stellen. “Dieses Mal war das anders”, erklärt der Teamchef. “Für uns war das größte Alarmsignal, dass wir das nicht in den Daten sehen konnten.” Nach den Zeitstrafen senkte Alpine den Geschwindigkeitsbegrenzer während der roten Flagge. Schließlich wusste man nicht, ob sich das Problem nochmal wiederholen könnte. Innerhalb von 96 Stunden fordert man das sogenannte “Right of Review”, eine Überprüfung der Strafe.
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Trotz des erfolgreichen Einspruchs hat Nielsen nachher angedeutet, dass ihm die Position von Isack Hadjar vielleicht eher zugesagt hätte. Schließlich stand der Red-Bull-Pilot auf dem illustren Podium des Fürstentums, während Gasly weiterhin nie in den Genuss einer Siegesfeier in Monaco gekommen ist. Dafür hat Hadjar nach dem Urteil drei WM-Punkte eingebüßt.
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