Esteban Ocon: Ich stieg in den Mietwagen und weinte
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Im Juli 2018 schwamm Ocon auf einer Erfolgswelle. In seiner zweiten vollen Formel-1-Saison lag der Mercedes-Schützling in der Fahrerwertung knapp vor seinem erfahrenen Force-India-Teamkollegen Sergio Perez und hatte ihn gerade siebenmal in Folge im Qualifying geschlagen – doch das verhinderte nicht, dass er letztlich auf der Ersatzbank landete. Esteban Ocon verbrachte das Jahr 2019 an der Seitenlinie
“Es war schwierig”, sagt Ocon im Interview mit Autosport, einer Schwesterplattform von im Motorsport Network, als er nach seiner Entwicklung als Fahrer in jenem Jahr gefragt wurde. “Eigentlich sollte ich bei Renault fahren, aber damals war auch noch ein anderes Team im Spiel. Und ja, mit beiden zusammen hat das, würde ich sagen, ein riesiges Chaos für mein Jahr in der Formel 1 angerichtet.”
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Ocons damalige Leistung veranlasste Mercedes dazu, ihn als potenziellen Ersatz für Valtteri Bottas an der Seite von Lewis Hamilton für 2019 in Betracht zu ziehen. Da jedoch sowohl Renault als auch McLaren Interesse an dem 21-Jährigen bekundeten, verlängerte Mercedes-Teamchef Toto Wolff den Vertrag mit Bottas, was am 20. Juli offiziell gemacht wurde. Unterdessen fuhr Ocon im Vorfeld des Großen Preises von Deutschland (20. bis 22. Juli) zum McLaren Technology Centre für eine Sitzanpassung – für den Fall, dass er gebeten würde, Stoffel Vandoorne zur Mitte der Saison 2018 zu ersetzen, bevor ein Wechsel für die gesamte Saison folgen sollte. Renault schlug zu – und holte Ricciardo Renault setzte sich im Rennen um die Verpflichtung des Franzosen jedoch durch. Berichten zufolge gab es einen Handschlag, doch der Vertrag wurde nie unterzeichnet. Als bekannt wurde, dass Daniel Ricciardo Red Bull verlassen wollte, fackelte Renault-Teamchef Cyril Abiteboul nicht lange und schnappte sich den achtmaligen Grand-Prix-Sieger. Sowohl Ricciardos Abgang bei Red Bull als auch sein Deal mit Renault wurden am 3. August bekannt gegeben. LAT Renault nutzte die Chance und verpflichtete Daniel Ricciardo für 2019
In der Zwischenzeit war McLaren darüber informiert worden, dass Ocon nicht verfügbar sein würde. Das Team aus Woking war daher in fortgeschrittene Verhandlungen mit Carlos Sainz getreten, der zusammen mit Rookie Lando Norris das Fahrer-Duo für 2019 bilden sollte – während Red Bull Pierre Gasly wählte, um den freien Platz neben Max Verstappen zu besetzen. So kam es, dass Ocon die Saison schließlich als Ersatzfahrer von Mercedes verbrachte. Fahren? Irgendwann im Juli … “Das war ein hartes Jahr”, fährt der heutige Haas-Fahrer fort. “Ich war natürlich nicht glücklich darüber, wo ich war. Ich habe nachts ein Auto entwickelt und den Job von zwei Ersatzfahrern erledigt, ich habe das ganz alleine gemacht – später hatten sie zwei oder drei Fahrer, die den Job machten, den ich erledigt habe; so groß war der Einsatz, den ich gebracht habe.”
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“Im Grunde hat dieses Auto dann, als ich an die Strecke kam, Rennen gewonnen, aber ich saß nicht im Cockpit”, so der Franzose. “Es war also hart – besonders als ich Shov (Mercedes’ leitenden Renningenieur Andrew Shovlin; Anm. d. Red.), ich glaube in Melbourne, fragte: ‘Wann soll ich eigentlich testen?’, weil ich eigentlich viele Tests haben sollte.” “Und er meinte: ‘Oh, du wirst im Juli testen’ oder so. Es waren also drei oder vier Monate von März bis Juli; ich sollte in Le Castellet testen.” Formel-1-Quiz
Wie alt war Esteban Ocon bei seinem letzten Formel-1-Start?
27 Jahre, 340 Tage 22 Jahre, 124 Tage 29 Jahre, 312 Tage 35 Jahre, 172 Tage Teste Dich jetzt im Formel-1-Quiz und vergleiche Dich mit anderen Usern “Ich weiß noch, dass ich in meinen Mietwagen stieg und weinte. Ich brauchte dringend Fahrpraxis für das nächste Jahr. Mein Plan war klar: So viel wie möglich fahren, egal in welchem Auto, und vom Siegerteam so viel technisches Know-how mitnehmen wie möglich für den Tag, an dem ich ins Renncockpit zurückkehre. Aber das Warten darauf war hart und zog sich unendlich hin.”
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Während Lewis Hamilton und Mercedes die Weltmeisterschaft dominierten, zog Wolff Bottas auch für 2020 Ocon vor. Der Franzose wurde schließlich von Renault unter Vertrag genommen, diesmal an der Seite von Daniel Ricciardo – ein Schritt, der ihm im darauffolgenden Jahr in Ungarn seinen ersten und bislang einzigen Grand-Prix-Sieg einbringen sollte. Meistgelesen in unserem Netzwerk Formel 1
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