“Fahren wie die Oma”: Das erwarten die Fahrer für das Rennen in Madrid
| . | . | . |
Die Formel 1 blickt mit einer Mischung aus Vorfreude und Respekt auf die Rennpremiere auf dem neuen Madring. Während das Qualifying am Samstag eine spektakuläre Jagd am Limit bot, erwarten die Piloten für den Grand Prix am Sonntag ein völlig anderes Szenario. circuitpics.de Überholen dürfte auf dem neuen Kurs in Madrid schwierig werden
Der extrem griffige Asphalt und das tückische Layout zwingen die Fahrer voraussichtlich zu einem radikalen Umdenken. Statt Vollgas-Spektakel steht das Überleben der Reifen im Mittelpunkt – und das könnte teils kuriose Züge annehmen. Mercedes-Pilot Kimi Antonelli bringt die strategische Herangehensweise für die Anfangsphase des Rennens pointiert auf den Punkt: “Wahrscheinlich wird es in den ersten zehn Runden ein Fahren wie die Oma geben.”
//jseAo3c(“Rect”);
Der Italiener warnt vor den Tücken des neuen Straßenkurses. Auf den Longruns in den Trainings habe man bereits gesehen, wie extrem der Reifenabbau ausfallen kann, “besonders, wenn man zu früh pusht”. Da das Verhalten der härtesten Reifenmischung unter Rennbedingungen noch ein großes Fragezeichen ist, erwartet Antonelli einen taktischen Blindflug: “Vielleicht gehen wir ins Rennen und der Verschleiß ist viel geringer, wir müssen das einfach im Moment selbst herausfinden”, meint er. Er schließt auch Strategien mit zwei oder gar drei Stopps nicht aus. Der Schlüssel liege vor allem im ersten Stint: Man müsse die Reifen bestmöglich schonen, ohne dabei zu viel Rundenzeit einzubüßen. Hoher Grip verhindert das große Chaos Dass der Madring den Reifen so viel abverlangt, liegt paradoxerweise an einer seiner positivsten Eigenschaften: dem enormen Grip-Niveau. Dieses sorgte auch dafür, dass die von vielen erwartete rote Flaggen-Orgie in der Königsklasse bislang ausblieb. Lando Norris, der auf seiner Pole-Runde in der letzten Kurve nach eigenem Bekunden den Bremspunkt völlig überreizte und dachte, er lande unweigerlich in der Mauer, zieht ein gemischtes Fazit. Es habe insgesamt weniger Unfälle gegeben, als die Leute erwartet hätten, so der Brite. Der hohe Grip gleiche vieles aus. Zudem gebe es hier weniger tückische Randsteine am Kurenausgang, die auf anderen Stadtkursen oft zu Crashs führen. Für das Rennen erwartet Norris bei hohen Temperaturen dennoch eine gigantische Herausforderung: “Es wird ein langes Rennen. Es wird heiß, und ich schätze, jeder von uns wird da draußen noch eine Menge lernen müssen.”
//jseAo3c(“Rect”);
Auch Max Verstappen, der auf Stadtkursen stets die extrem hohe Fehleranfälligkeit betont, zeigt sich vom Grip-Niveau angetan. Wenn man ständig am Limit operiere, sei die Konzentration auf einem Straßenkurs immer schwerer aufrechtzuerhalten. “Es ist leicht, einen Fehler zu machen, der dann damit endet, dass man in der Mauer einschlägt”, so der Weltmeister. Das hohe Grip-Level helfe jedoch massiv, weshalb es am Sonntag unterm Strich nur noch um eine saubere Fahrt und das Managen des Reifenabbaus gehe. Streckenvergleich: “Monaco ist viel härter” Trotz der engen Mauern wehrt sich Lando Norris dagegen, den Madring als das ultimative Stadtkurs-Monster zu stilisieren. Angesprochen auf den Reiz einer Qualifying-Runde ordnet der McLaren-Pilot die Strecke differenziert ein: “Ehrlich gesagt finde ich, dass Monaco eine viel härtere Strecke ist, vor allem, weil dort einfach überall Leitplanken stehen.” Neue Formel-1-Strecken seit 2000
In Madrid gebe es hingegen Abschnitte, in denen man durch kleine Auslaufzonen abkürzen oder Fehler korrigieren könne. Das Risiko in Monaco sei deutlich höher.
//jseAo3c(“Rect”);
Gleichzeitig fehle dem Madring die brachiale Geschwindigkeit eines Kurses wie Dschidda, der sich aus Highspeed-Sicht viel näher am Limit anfühle. “Madrid liegt irgendwo dazwischen”, analysiert Norris. “Ein bisschen wie Singapur oder Baku, mit einer Tendenz zu Dschidda. Es ist eine Mischung aus allem.” Es gebe viele langsame Passagen und nur wenige echte Highspeed-Kurven. Das Überhol-Dilemma und die “Dirty Air” Genau diese Kurvencharakteristik bereitet den Fahrern jedoch enormes Kopfzerbrechen mit Blick auf das Racing. Bereits nach dem Qualifying monierte Verstappen die Gestaltung der Bremszonen, die kein Überholen zuließen, da man beim Bremsen gleichzeitig einlenken müsse. Argumente der Streckenplaner, es sei kein Platz für andere Layouts gewesen, kanzelt der Niederländer als “Bullshit” ab – man finde immer einen Weg, Überholmöglichkeiten zu kreieren.
//jseAo3c(“Rect”);
Wie schwer das Folgen auf dem Madring tatsächlich ist, musste Kimi Antonelli bereits im Training schmerzhaft erfahren, als er rundenlang hinter einem Williams festhing. “Es wird sehr schwierig. Gerade weil der Reifenabbau so hoch ist, fängt man an, mehr zu rutschen, sobald man hinterherfährt. Das macht das Leben noch härter”, erklärt Antonelli. Die einzige Taktik sei es, den Vordermann massiv unter Druck zu setzen, ihn zu einem Fehler zu zwingen oder dessen Reifen zu ruinieren. Carlos Sainz schlägt in die gleiche Kerbe. Der Spanier hatte nach eigenen Angaben bereits vor einem Jahr Änderungen an Kurve 5 angeregt, da dies aus Fahrersicht die einzige realistische Überholstelle der Strecke sei. Die Organisatoren seien bezüglich des Platzmangels jedoch skeptisch gewesen. Sainz fordert dennoch: “Wir müssen einen Weg finden, diese Stelle zu einer einfacheren Überholgelegenheit zu machen.” “La Monumental”: Zwischen Vollgas-Traum und Batterie-Frust Ein besonderes Highlight der Strecke sollte die überhöhte Kurve “La Monumental” werden. Doch auch hier trüben die Realitäten der modernen Formel 1 den Fahrspaß ein wenig. Max Verstappen hätte die Steilkurve im Qualifying liebend gern voll durchfahren, doch die Technik machte ihm einen Strich durch die Rechnung. LAT Images Die Monumental soll das eigentliche Highlight des Kurses sein
“Ich wollte voll auf dem Gas bleiben, aber dann stirbt meine Batterie, also lupft man etwas, um später besser Energie entladen zu können. Das ist meine Monumental-Erfahrung”, rechnet Verstappen trocken ab. Durch den enormen Abtrieb der Formel-1-Autos sei die Kurve eigentlich kein Problem, das eigentliche Limit diktiere das Energiemanagement.
//jseAo3c(“Rect”);
Lando Norris sieht bei der Streckenführung ohnehin Nachbesserungsbedarf für die Zukunft. Er wünscht sich für das kommende Jahr mehr Kurven mit starker Überhöhung, um das Racing zu verbessern. “La Monumental” sei zwar eine spaßige Kurve, könne aber schlichtweg noch besser designt sein. Boxengassen-Frust: “Sechs Kilometer” bis zum Stopp? Doch nicht nur das Streckenlayout auf dem Asphalt, sondern auch die Infrastruktur daneben sorgt im Fahrerlager für Kopfschütteln. Die Boxengasse, die durch eine Messehalle des IFEMA-Geländes führt, ist ebenfalls bei vielen Fahrern im Blick.
//jseAo3c(“Rect”);
Lando Norris scherzt bitter: “Die Boxengasse ist gefühlt sechs Kilometer lang!” Sie sei die längste des Jahres und bringe den größten Zeitverlust bei einem Stopp mit sich. Video wird geladen…
Genau dieser Zeitverlust steht im direkten Widerspruch zu dem von Antonelli prognostizierten hohen Reifenverschleiß. Hoher Abbau fordert eigentlich viele Boxenstopps, doch der gigantische Zeitverlust hält die Teams strategisch davon ab. “Das raubt einem jeglichen Wunsch, an die Box zu kommen und unterschiedliche Strategien zu fahren”, ärgert sich Norris.
//jseAo3c(“Rect”);
Bei der Planung einer solch teuren neuen Anlage müsse eine kurze Boxengasse absolute Priorität haben, um taktische Vielfalt zu ermöglichen. Der McLaren-Pilot hat sogar schon einen radikalen Verbesserungsvorschlag, da die Boxengasse ohnehin zweigeteilt wird: “Limiter aus, und dann später den Limiter wieder an.” Meistgelesen in unserem Netzwerk DTM
DTM-BoP am Sachsenring vor Sonntag geändert: Gleich sechs Boliden betroffen
GP Spanien
Madrid-Samstag in der Analyse: Norris-Pole und mehrere Verwarnungen
Formel 1
Günther Steiner mit klarer Ansage: Kimi Antonelli gehört zu Ferrari
Formel 1
Madring-Kritik: Max Verstappen würde am liebsten selbst Hand anlegen
Kimi Antonelli hat für das bauliche Problem der Boxengasse eine noch pragmatischere Lösung parat, die er lachend anregt: “Reißt einfach das Gebäude ab, das da in der Mitte steht.”
Formel1.de
En güncel Motorsporları haberleri için sosyal medyada TRmotosports’u takip edin.





