Madring-Kritik: Max Verstappen würde am liebsten selbst Hand anlegen
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Max Verstappen sieht auf dem neuen Madring in Madrid kaum Möglichkeiten für Überholmanöver. Auch die ungewöhnlich lange Boxengasse sorgt beim Red-Bull-Piloten für Kritik. LAT Images Max Verstappen äußert sich kritisch zum Streckenlayout in Madrid
Während die Rennen der Formel 2 und Formel 3 rund um den IFEMA-Komplex bereits mehrere Unfälle hervorgebracht haben, blieb das Chaos in der Formel 1 bislang aus. Nach dem Qualifying äußerten die Fahrer dennoch Kritik am neuen Kurs. Auf einer einzelnen Runde sei die Strecke durchaus unterhaltsam, erklärt Polesetter Lando Norris. Mit dem Reiz von Monaco sei der Fahrspaß allerdings nicht zu vergleichen. Für das Rennen erwartet Verstappen vor allem beim Überholen Schwierigkeiten. Verstappen findet keine Überholstelle “Ich muss immer noch eine Kurve finden, in der ich überholen kann”, sagte der viermalige Weltmeister zu Beginn der Pressekonferenz.
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Verstappen lobte zwar die Arbeit am Asphalt, sieht beim Layout aber deutliches Verbesserungspotenzial. Vor allem die Kombination aus Kurven und Bremszonen verhindere Überholmanöver. “Sie haben beim Asphalt gute Arbeit geleistet, auch wenn er an einigen Stellen für eine neue Strecke schon etwas zu holprig ist. Aber bei den Kurven ist es, wie ich bereits gesagt habe: Man kann nicht überholen.” Kritik an den Bremszonen Besonders die Gestaltung der Bremszonen stört Verstappen. Wenn ein Fahrer bereits beim Anbremsen einlenken müsse, gebe es kaum eine Möglichkeit, sich daneben zu setzen. “Bei den Bremszonen müssen sie lernen, dass man niemals gleichzeitig lenken und bremsen müssen sollte. Das lässt keinerlei Überholmöglichkeiten zu.” Auch deshalb hält der Red-Bull-Pilot eine stärkere Einbindung der Fahrer bei der Planung neuer Strecken für sinnvoll. Sie könnten aus ihrer Erfahrung heraus beurteilen, welche Kurven gutes Racing ermöglichen. “Was das Streckendesign angeht, denke ich daher, dass es besser sein könnte. Ich denke auch, dass der Input der Fahrer bei Streckendesigns in Zukunft sehr hilfreich sein kann.” Verstappen kommentiert F3-Sprint Nach der Pressekonferenz verfolgte Verstappen gemeinsam mit niederländischen Journalisten den Start des Formel-3-Sprintrennens. Schon nach den ersten Runden sah er seine Kritik am Madring bestätigt. “Nun können wir aufhören zuzuschauen, jetzt fahren ohnehin alle nur hintereinander her”, sagt Verstappen mit Blick auf das Geschehen.
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Wenig später kam es zwar zu einem Unfall, an der Einschätzung des Red-Bull-Fahrers änderte das nichts. Für ihn ist vor allem entscheidend, dass die Fahrer in den entscheidenden Bereichen kaum mehrere Linien nutzen können. “Wenn die Bremszone gerade wäre, könnte man ein Auto daneben setzen. Aber wenn man beim Anbremsen bereits einlenken muss, gibt es diese Möglichkeit nicht.” Die Folge sei eine einfache Verteidigung für den vorausfahrenden Fahrer. “Es gibt dann nur eine Linie, und dadurch ist es auch sehr einfach, sich zu verteidigen”, erklärt Verstappen. Gebt mir den Streckenplan Auf die Frage, welche Bereiche der Strecke er konkret verändern würde, reagierte der Niederländer lachend: “Fast alle Bremszonen! Wenn ihr mir den Streckenplan gebt, kümmere ich mich darum.”
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Hinter dem Scherz steckt allerdings ein ernst gemeinter Vorschlag. Verstappen wäre nach eigener Aussage bereit, seine Erfahrung bei der Weiterentwicklung von Rennstrecken einzubringen. “Sie können mich jederzeit fragen: ‘Was hältst du von diesem Layout?’ Ich möchte jetzt nicht ins Detail gehen, weil es unterschiedliche Streckenplaner gibt. Aber manchmal spreche ich mit jemandem über bestimmte Meinungen und Strecken.” Verstappen nennt Austin als Vorbild Für Verstappen ist die Fahrersicht bei der Streckenplanung besonders wertvoll. Als positives Beispiel nennt er Austin, wo mehrere breite Kurven Zweikämpfe und Überholversuche ermöglichen.
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“Letztlich weiß ein Fahrer sehr genau, was nötig ist und wie eine gute Kurve aussehen sollte. Es gibt auch einige gute Beispiele, wie Austin. Dort kann man gut Rennen fahren. Bestimmte Kurven sind schön breit. Zumindest kann man dort einen Angriff starten, und selbst wenn es nicht sofort funktioniert, kann man am Kurvenausgang weiter kämpfen.” Fahrer wurden vorher nicht gefragt Beim Madring seien die Fahrer dagegen nicht in dieser Form eingebunden worden. Verstappen betont, dass eine solche Rückmeldung möglichst vor dem Bau einer Strecke erfolgen sollte: “In Dschidda konnten wir einige Dinge verändern. Aber das sollte man wirklich vorher machen, bevor die Strecke gebaut wird.” Damit dürfte eine grundlegende Änderung des Madring kurzfristig kaum möglich sein. Verstappens Kritik richtet sich deshalb auch auf den Planungsprozess neuer Formel-1-Strecken. Auch die Boxengasse sorgt für Ärger Neben dem Layout sorgt in Madrid die ungewöhnlich lange Boxengasse für Diskussionen. Sie ist durch eine IFEMA-Halle praktisch in zwei Bereiche geteilt. Lando Norris hatte die Konstruktion bereits nach dem Qualifying kritisiert. Verstappen bestätigt, dass die Fahrer das Thema ebenfalls mit der FIA angesprochen haben: “Ja, darüber haben wir bereits mit der FIA gesprochen, und sie haben unseren Standpunkt ebenfalls verstanden. Es ist nicht praktisch und logisch nicht durchdacht.”
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Die Länge der Boxengasse könnte sich auch auf die Rennstrategie auswirken. Der Reifenverschleiß war am bisherigen Wochenende hoch, was grundsätzlich zusätzliche Boxenstopps begünstigen würde. Der Zeitverlust beim Durchfahren der Boxengasse und die Bedeutung der Track-Position könnten die Teams am Sonntag jedoch dazu bringen, möglichst wenige Stopps einzuplanen. Verstappen muss Batterie sparen Nicht nur das Streckenlayout beeinflusst Verstappens Einschätzung des Madring. Auch das Energiemanagement der neuen Formel-1-Antriebseinheiten spielt für ihn eine entscheidende Rolle.
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Das Qualifying bewertet der Niederländer unter diesen Voraussetzungen als “einigermaßen okay”. Gleichzeitig erklärt er, warum er eine der überhöhten Kurven nicht einfach dauerhaft voll fahren kann: “Ich möchte diese überhöhte Kurve einfach voll fahren. Wenn ich das aber mache, verliere ich danach auf der Geraden mehr Zeit.” Der Grund dafür ist die begrenzte elektrische Energie. Wer in der Kurve vom Gas geht, kann die Batterie aufladen und steht anschließend auf der Geraden mit höherem Topspeed zur Verfügung. “Das bedeutet, dass man vom Gas gehen und ein bisschen warten muss, um die Batterie zu laden. Danach hat man auf der Geraden mehr Topspeed.” Auch Kurven 18 und 19 kosten Energie Ein ähnliches Problem sieht Verstappen in den Kurven 18 und 19. Auch dort müsse er die Geschwindigkeit reduzieren, um später ausreichend elektrische Energie zur Verfügung zu haben.
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Trotz seiner Kritik am Layout und am Energiemanagement schließt Verstappen Verbesserungen am Madring nicht aus. Entscheidend sei für ihn, ob die Strecke an einigen Stellen noch angepasst werden kann. Meistgelesen in unserem Netzwerk GP Spanien
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“Wenn sie die Strecke an einigen Stellen vielleicht verändern können, dann definitiv. Ich bin grundsätzlich kein großer Fan von Stadtkursen, aber es gibt schlimmere Strecken im Kalender”, so Verstappen abschließend.
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