Ferrari scheitert in Austin erneut an der Pole: Vasseur fordert bessere Qualifyings
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Auf Ferrari scheint ein Fluch zu liegen: Eine Poleposition ist für die Scuderia in dieser Saison weiterhin nicht in Reichweite. Auch in Austin (Formel 1 2026 live im Ticker verfolgen) mussten sich Charles Leclerc (+0,232) und Lewis Hamilton (+0,276) “nur” mit den Positionen vier und fünf zufriedengeben. LAT Images Ferrari konnte die eigenen Erwartungen im Qualifying nicht erfüllen
Dabei hatte zunächst alles danach ausgesehen, als könnten sich die Roten auf dem Circuit of The Americas die beste Ausgangsposition für den Grand Prix sichern. Leclerc führte beide Freitagstrainings an, Hamilton war im dritten Freien Training der Schnellste, nachdem seinem Teamkollegen die beste Runde gestrichen worden war. Auch in Q2 stand Leclerc an der Spitze. Im entscheidenden Qualifying-Abschnitt änderte sich das Bild jedoch. Kimi Antonelli legte eine starke Runde hin, die dem Mercedes-Piloten letztlich die Poleposition vor Max Verstappen sicherte. Leclerc fehlten lediglich 0,053 Sekunden auf die erste Startreihe, Hamilton lag als Fünfter nur 0,044 Sekunden hinter seinem Teamkollegen.
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“Wir waren in den Freien Trainings die Schnellsten, und Charles fuhr bis zu den letzten Kurven eine gute Runde. Er war deutlich schneller als bei seinem vorherigen Versuch, aber in den letzten beiden Kurven unterlief ihm ein kleiner Fehler”, erklärt Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur. “Uns fehlt nur eine halbe Zehntelsekunde auf die erste Startreihe. Aber wir werden sehen, was morgen passiert.” Der kleine Fehler am Ende von Leclercs Runde erklärt allerdings nicht allein, warum Ferrari im Q3 nicht mit Antonelli und Verstappen mithalten konnte. Die Schwierigkeiten lagen auch in der Reifenvorbereitung und beim Topspeed. Während der SF-26 in den langsamen Kurven sowie in den schnellen Passagen zwischen den Kurven 6 und 10 und von Kurve 16 bis 19 konkurrenzfähig war, fehlte auf den Geraden zunehmend die nötige Geschwindigkeit. Ferrari bekommt die Reifen nicht ins optimale Fenster Leclerc führte seine Probleme vor allem auf die gesunkene Streckentemperatur zurück. Das Chassis des Ferrari ist darauf ausgelegt, die Reifen im Renntrimm möglichst kühl zu halten. Über eine längere Distanz kann das ein Vorteil sein, im Qualifying wird es jedoch zum Nachteil, wenn die Pneus für eine einzelne schnelle Runde rasch auf Temperatur gebracht werden müssen. “Es ist sehr enttäuschend, denn ich denke, es gab schon andere Wochenenden, an denen wir im Freien Training stark waren, aber im Qualifying wird dann sehr schnell klar, dass die anderen auf den Geraden einfach viel mehr zuzusetzen haben. Es ist extrem schwer für uns, da mitzuhalten”, erklärt der Monegasse. Die leicht niedrigere Streckentemperatur machte es Ferrari zusätzlich schwer, die Reifen in ihr optimales Arbeitsfenster zu bringen. “Ich habe das Gefühl, dass wir heute ein Qualifying hatten, bei dem das Potenzial im Auto steckte – aber zum Auto gehören eben auch die Reifen, und im Q3 waren wir da leider nicht am richtigen Punkt”, sagt Leclerc.
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“Es war im Q3 vielleicht ein oder zwei Grad kühler, und für mich hat das einen riesigen Unterschied gemacht. Ich hatte schon auf der Aufwärmrunde enorme Probleme, das Auto hat bereits auf der Outlap stark gerutscht und danach wurde es extrem schwierig.” Von Ferrari bis Cadillac: So alt sind die Formel-1-Teams
Vasseur will die Ursachenanalyse dennoch nicht allein auf die Reifen oder den Fehler in den letzten Kurven beschränken. Für ihn geht es darum, die eigene Leistung über die gesamte Runde hinweg zu verbessern, statt sich ausschließlich mit dem zu beschäftigen, was die Konkurrenz besser macht. “Ja, aber wir müssen uns auf uns selbst konzentrieren. Wir müssen darauf achten, was wir selbst leisten können”, betont der Franzose. “Deshalb glaube ich, dass wir in den letzten beiden Kurven einen Teil unserer Performance liegen gelassen haben, wenn man das mit dem vergleicht, was wir zuvor gezeigt hatten.”
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Leclerc sieht ebenfalls weiteren Arbeitsbedarf: “Es gibt Gründe für diese Stagnation, und deshalb denke ich, dass wir einfach noch härter arbeiten und versuchen müssen, diese Reifen noch besser zu verstehen, als wir es aktuell tun.” Die Konkurrenz könne im Q3 normalerweise noch einmal zulegen, während Ferrari besonders empfindlich darauf reagiere, wenn die Reifen nicht exakt im richtigen Temperaturfenster lägen. “Sobald wir auch nur minimal außerhalb des Fensters liegen, zahlen wir einen hohen Preis. Das ist etwas, das wir uns genau anschauen müssen.” Der Monegasse sieht darin einen grundsätzlichen Zielkonflikt des SF-26: “Aus irgendeinem Grund fällt es unserem Auto sehr schwer, Hitze in diese Reifen zu bekommen. Für den Rennsonntag ist das eine gute Sache für uns, aber im Qualifying wird es extrem knifflig, sobald die Streckentemperatur sinkt.” Hamilton sieht den Motor als Schwachstelle Hamilton hatte nach eigener Einschätzung nicht mit denselben Problemen bei der Reifenvorbereitung zu kämpfen. Der Brite sprach von einer “wirklich guten” Aufwärmrunde und einem sauberen letzten Versuch. Für ihn lag der entscheidende Nachteil vielmehr bei der Antriebseinheit und dem Topspeed.
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“Ich habe mir die Daten noch nicht angesehen, aber wir wissen das ganze Wochenende über schon, was auf den Geraden passiert – wie etwa hoch zu Kurve 1 im Vergleich zu Max: Wenn bei uns die Leistung drosselt, ziehen sie einfach weiter durch”, erklärt Hamilton. Ähnliche Unterschiede habe er auch beim Anbremsen von Kurve 11 festgestellt. Auf dem restlichen Teil der Runde könne Ferrari durchaus mithalten. “Ich denke, bis Kurve 12 sind wir über den Rest der Runde vielleicht gleichauf. Man sieht das auf der Datenüberlagerung. Ich weiß nicht, was passiert ist, mein Auto hat sich wirklich gut angefühlt. Die Runde war solide, sie waren schlichtweg schneller.” Formel-1-Quiz
In welchem Jahr nahm Ferrari zum ersten Mal an einem Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft teil?
1922 1950 1962 1911 Teste Dich jetzt im Formel-1-Quiz und vergleiche Dich mit anderen Usern Der siebenmalige Weltmeister sieht den Motor als entscheidenden Schwachpunkt: “Ich glaube, der Motor ist der einzige Bereich, in dem wir verlieren.” Gleichzeitig habe die Konkurrenz bei der Chassis-Performance aufgeholt. Red Bull habe beim Abtrieb nachgelegt, Mercedes mit einem früheren Upgrade ebenfalls einen großen Schritt gemacht.
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“Sie sind in den Kurven mittlerweile auf Augenhöhe mit uns, und wir schaffen es in dieser Saison nicht, diesen Schritt zu machen, um den Rückstand auf den Geraden zu schließen.” Hamilton schätzt den Nachteil auf den Geraden anhand der Trainingspace auf rund drei bis vier Zehntelsekunden. Das ist ein Defizit, das Ferrari selbst mit einer starken Leistung in den Kurven kaum vollständig kompensieren kann. Vasseur setzt auf die Rennpace Für den Sonntag hofft Ferrari, dass sich die Stärken des SF-26 besser ausspielen lassen. Die Reifen dürften über die Distanz eine wichtige Rolle spielen, und die Scuderia zeigte bereits in den Trainings eine gute Rennpace. Vasseur erwartet deshalb einen Grand Prix mit Möglichkeiten, auch wenn er die Nachteile auf den Geraden nicht unterschätzt.
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“Ich denke, es wird ein Grand Prix, der einige Chancen bieten wird. Wegen unseres fehlenden Topspeeds werden wir uns ein wenig schwertun, aber der Reifenverschleiß wird eine wichtige Rolle spielen”, sagt der Teamchef. Auch Leclerc glaubt, dass Ferrari im Rennen konkurrenzfähiger sein könnte. Die Fähigkeit des Autos, die Reifen im kühleren Bereich zu halten, könnte sich über die Distanz als Vorteil erweisen. Der Motorennachteil bleibt allerdings bestehen und dürfte vor allem auf der langen Gegengeraden schwer zu kompensieren sein.
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Vasseur verweist zudem auf die Bedeutung des Starts und der ersten Kurve: “Historisch gesehen war die erste Kurve in Austin schon immer schwierig. Deshalb sollten wir uns darauf konzentrieren, ebenso wie auf den Start. Wir müssen versuchen, gut wegzukommen, damit wir uns in Kurve 2 in einer guten Position befinden.” Eine Podiums- oder gar Siegchance will der Franzose nicht ausschließen. “Unsere Rennpace war seit Beginn des Wochenendes gut. Wir haben gesehen, dass es Reifenverschleiß gibt. Deshalb ist alles möglich.” Ferrari sieht Fortschritte durch das Update Trotz der verpassten Poleposition fällt Vasseurs Bilanz des jüngsten Updatepakets positiv aus. Ferrari hatte die Weiterentwicklung nach Austin gebracht und konnte im Verlauf des Wochenendes durchaus konkurrenzfähige Zeiten zeigen.
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Dass daraus im Qualifying keine bessere Startposition entstand, führt der Teamchef nicht auf fehlendes Potenzial zurück, sondern auf die Schwierigkeit, dieses über eine komplette Runde abzurufen. Video wird geladen…
“Ja, das Potenzial war an diesem Wochenende vorhanden, und ich glaube, dass wir hinsichtlich der Performance einen Schritt nach vorne gemacht haben”, so Vasseur. “Eine komplette Runde zusammenzubringen, ist allerdings eine andere Aufgabe. Das Potenzial war da, aber wir müssen am Samstagnachmittag definitiv bessere Arbeit leisten. Denn das Auto hatte die nötige Performance.” Genau darin liegt Ferraris Aufgabe für die kommenden Rennen: Die Scuderia muss die Reifen besser auf eine schnelle Runde vorbereiten und den Rückstand auf den Geraden begrenzen. In Austin fehlten am Ende nur wenige Hundertstelsekunden auf die erste Startreihe.
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Doch solange Mercedes und Red Bull im entscheidenden Moment mehr aus ihren Autos herausholen können, bleibt Ferrari trotz guter Trainingsleistungen nur die Rolle des Verfolgers.
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