Formel-1-Teamchef: Kostendeckel hat die sportliche Situation “verschlimmert”

Formel-1-Teamchef: Kostendeckel hat die sportliche Situation “verschlimmert”

 

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Ist die Budgetobergrenze in der Formel 1 wirklich ein Erfolg? Zwar boomt die Königsklasse in finanzieller Hinsicht und die aktuell elf Rennställe sind wirtschaftlich gesund wie nie zuvor. Doch laut Williams-Teamchef James Vowles hat der Kostendeckel seine Wirkung in sportlicher Hinsicht bislang verfehlt.  Sutton Images Williams-Teamchef James Vowles sieht den Kostendeckel nicht nur positiv

Der 47-Jährige erklärt, dass es bei der erstmaligen Einführung der Kostenobergrenze in der Formel 1 drei Ziele gegeben habe. “Wir wollten langfristige finanzielle Nachhaltigkeit, und ich glaube, dieses Ziel haben wir nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen”, betont er. “Die beiden anderen Ziele, die damit einhergingen, waren jedoch Chancengleichheit und – im Grunde genommen – eine Verengung des Feldes, also eine Verengung der Wettbewerbsfähigkeit. Das sind die drei Ziele der Kostenobergrenze, und diese beiden sind gescheitert”, resümiert Vowles.
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Für seine Behauptung legt der Williams-Teamchef auch Zahlen vor. “Derzeit holen die vier besten Teams 83 Prozent der Punkte. Zuvor lag dieser Anteil [vor der Einführung des Budgetcap] noch bei gut 70 Prozent”, so Vowles. Und auch die Podestquote der restlichen Teams hinter Ferrari, McLaren, Mercedes und Red Bull sei von zehn auf fünf Prozent gesunken. Zweiklassengesellschaft? Das sagen die Zahlen Tatsächlich gingen seit der Formel-1-Saison 2021 von insgesamt 390 Podiumsplätzen satte 369 an die vier Topteams. Für alle anderen blieben damit gerade noch einmal 21, was in der Tat die von Vowles genannte Quote von lediglich 5,38 Prozent ergibt. In den zehn Jahren zwischen 2011 und 2020 gingen dagegen noch 62 von 588 Podestplätzen nicht an Ferrari, McLaren, Mercedes und Red Bull. Das macht eine Quote von 10,54 Prozent. “Mit anderen Worten: Wir haben die Situation noch verschlimmert”, so Vowles. “Ich könnte euch eine ganze Reihe von Statistiken nennen, aber die Kostenobergrenze hat die Situation verschlimmert, nicht verbessert”, ist er sich sicher und betont: “Wir haben eine Meisterschaft mit zwei Klassen. Das sage nicht ich. Das ist einfach der aktuelle Stand, was die Punktevergabe angeht.” Formel-1-Teams, die unter anderem Namen weiterleben

“Selbst im vergangenen Jahr, das ein großartiges Jahr war, betrug der Punkteabstand zwischen uns und dem Vierten, zwischen uns und Ferrari, 238 Punkte. Das ist keine geringe Zahl. Es ist eine regelrechte Kluft, und wir standen dreimal auf dem Podium”, erinnert Vowles. Tatsächlich stand Williams Ende 2025 sogar 261 Punkte hinter Ferrari. Ein Jahr später sieht die Situation ähnlich aus. Aktuell liegen die Racing Bulls als “Best of the Rest” auf WM-Rang fünf, haben allerdings bereits 208 Punkte Rückstand auf P4. Dieser Abstand dürfte bis zum Saisonende weiter anwachsen. Warum der Williams 30 Prozent teurer als der Mercedes ist Das Spannende ist, dass Vowles beide Seiten der Medaille kennt. Bis einschließlich 2022 arbeitete er für Mercedes, also eines der vier Topteams. Über seinen anschließenden Wechsel zu Williams sagt er: “Was mir nicht bewusst war […], ist, wie wenig da eigentlich vorhanden ist.”
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Laut Vowles sind es ganz grundlegende Systeme, die er bei Williams erst nach und nach aufbauen muss. Das wiederum führe dazu, dass er fast kein Geld habe, das er wirklich für Performance ausgeben könne. “Wenn ich irgendetwas tue, das mit diesem Jahr zu tun hat, werde ich mich in Zukunft selbst bremsen, und das kann ich nicht”, erklärt er. Denn Geld, das für kurzfristige Performance ausgegeben wird, fehlt dann bei den Investitionen für die Zukunft. “Ich gebe Millionen, eigentlich sogar Dutzende Millionen, allein für Basissysteme aus, damit man überhaupt weiß, wo sich ein Teil in der Fabrik befindet”, berichtet er. Verstappen siegt in Malaysia: Ist Russells WM-Traum jetzt endgültig vorbei? Video wird geladen…  

“Das [Geld] fließt also nicht in das Auto, nicht in einen Frontflügel und auch nicht in ein Upgrade. Es fließt in Systeme, die ich brauche, um überhaupt die grundlegendsten Dinge zu erledigen”, stellt Vowles klar und verrät, wie ineffizient Williams im Vergleich zu den Topteams arbeitet.
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“Allein schon ein Auto zu bauen, dessen vier Räder in die richtige Richtung zeigen und dessen Karosserie in etwa wie die eines Formel-1-Wagens aussieht, ist bei mir etwa 30 Prozent teurer als ich es von einem früheren Team in Erinnerung habe. Ineffiziente Werkzeuge, die Situation in der externen Lieferkette – es gibt etwa 100 Faktoren, die dazu beitragen”, so Vowles. Handicap-System wie bei der Entwicklung als Lösung? Doch wie soll man dieses Problem lösen? “Die Lösung besteht nicht darin, die Kostenobergrenze abzuschaffen”, stellt der Williams-Teamchef klar und betont: “Wie ich bereits sagte, haben wir dadurch heute einen finanziell äußerst stabilen Sport.”
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“Aber wir müssen darüber nachdenken, welche Mechanismen wir haben, um sicherzustellen, dass wir alle mit denselben Mitteln und denselben Mechanismen arbeiten, denn das ist heute nicht der Fall”, so Vowles, der jedoch auch keine zu komplizierte Lösung möchte. “Ich denke, was wir brauchen, ist etwas, das jeder in diesem Raum verstehen kann – entweder an Meisterschaftspunkte gekoppelt, weil das einen Maßstab bietet, oder an die Platzierung in der Meisterschaft -, sowie einen einfachen Mechanismus, der es uns im Laufe der Zeit […] ermöglicht, uns einander anzunähern.” Formel-1-Quiz
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21 22 20 19 Teste Dich jetzt im Formel-1-Quiz und vergleiche Dich mit anderen Usern Denn es sei nicht das Ziel, kleineren Teams sofort den Sprung an die Spitze zu ermöglichen. Im Fall von Williams selbst gehe es erst einmal darum, “20 Jahre an zu geringen Investitionen auszugleichen, was ich im Rahmen der Kostenobergrenze nicht wirklich schaffen kann”, stellt Vowles klar.
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Das Problem: “Vor der Einführung der Kostenobergrenze gab Williams so gut wie gar kein Geld aus”, erklärt er. Das gelte auch für einige andere Teams in der Startaufstellung. Die Topteams dagegen investierten auch damals schon. Und genau diesem Rückstand läuft man bis heute hinterher.

 
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