Formel-1-Technik: Wie OMP beim Anzug der Fahrer 600 Gramm Gewicht einspart
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Beim Formel-1-Rennen in Austin (alle Sessions im Liveticker!) setzen mehrere Teams auf spezielle Fahrzeugdesigns oder angepasste Rennanzüge. Solche Sonderaktionen haben sich zu einem wichtigen Marketinginstrument entwickelt, mit dem die Rennställe einzelne Rennen oder lokale Sponsoren gezielt in Szene setzen. LAT Images Ein moderner Rennanzug ist mittlerweile ein Hightech-Produkt
Mit wachsender Popularität der Rennserie und steigenden Wert von Sponsorenverträgen hat auch der Trend zur visuellen Abwechslung deutlich an Bedeutung gewonnen. Wie stark diese Entwicklung inzwischen ausgeprägt ist, zeigen die Zahlen des italienischen Herstellers OMP (Racing Force Group), der aktuell 14 der 22 Fahrer im Formel-1-Starterfeld ausrüstet. Während das Unternehmen zwischen 2022 und 2024 insgesamt nur eine Kampagne für die Teams umsetzte, stieg die Zahl 2025 auf zwei Sets mit Sonderrennanzügen. Für die Saison 2026 sind bereits acht solcher Marketing-Aktionen verzeichnet.
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Dabei verfolgen die Teams unterschiedliche Ansätze: Nicht immer wird das Design der Fahrzeuge angepasst. Mitunter beschränkt sich die Sondergestaltung ausschließlich auf die Fahrerbekleidung. Mercedes verzichtete beispielsweise beim Großen Preis von Singapur auf veränderte Fahrzeugfarben, setzte dafür aber auf Rennanzüge mit komplexen floralen Mustern. Sublimationsdruck: Komplexe Designs ohne Gewichtsnachteil Hinter den Sonderausstattungen stecken nicht nur Marketingüberlegungen, sondern auch technologische Fortschritte. OMP führte als erstes Unternehmen im Motorsport das Sublimationsdruckverfahren ein. Die Technik ist aus der Modebranche bekannt, in der komplexe Muster und geometrische Designs längst etabliert sind. LAT Images Mercedes hatte ein Singapur einen neuen Rennanzug mit komplexem Design
Die Übertragung auf Rennbekleidung stellte die Hersteller jedoch lange vor Herausforderungen, da die strengen Sicherheits- und Homologationsvorgaben des Automobil-Weltverbandes FIA eingehalten werden müssen. Inzwischen ist es gelungen, das Druckverfahren mit diesen Anforderungen in Einklang zu bringen. Damit erhalten die Marketingabteilungen deutlich mehr gestalterische Freiheit, ohne das Gewicht der Rennanzüge zu erhöhen. Vor zwei Jahrzehnten wurden Sponsorenlogos und Applikationen überwiegend manuell aufgenäht – ein Verfahren, das sich spürbar auf das Gesamtgewicht auswirkte. Wie sensibel die Teams und insbesondere die Fahrer auf jedes zusätzliche Gramm reagieren, zeigte Mercedes-Pilot Nico Rosberg in seiner Weltmeistersaison 2016. Damals entfernte er den Lack von seinem Helm, um rund ein Kilogramm einzusparen und damit die Belastung für seinen Kopf zu reduzieren. Auch eine spätere Alternative für Rennanzüge, der sogenannte Heißdruck, brachte durch das Auftragen einer zusätzlichen Materialschicht weiteres Gewicht mit sich. Beim Sublimationsdruck wird die Farbe dagegen ausgehend von einem weißen Stoff direkt in die Faser eingebracht, ohne zusätzliches Material aufzutragen. Die Formel-1-Fahrer 2026 in ihren neuen Rennanzügen
Der Gewichtsvorteil ist beträchtlich: Gegenüber traditionellen Fertigungstechniken lassen sich pro Rennanzug rund 600 Gramm einsparen – unabhängig davon, ob es sich um ein Standardmodell oder ein aufwendig gestaltetes Sonderdesign handelt. Entwicklungsschritte für feuerfeste High-Performance-Stoffe “Es ist eine Technologie, die in der Modewelt schon seit einiger Zeit existiert; wir haben sie 2016 für den Kartsport entwickelt, wo das Gewicht ein entscheidender Aspekt ist”, erklärt Paolo Delprato, Geschäftsführer der Racing Force Group, im Gespräch mit Motorsport.com, einer Schwesterplattform von im Motorsport Network.
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“Die Rennanzüge, die bis 2016 verwendet wurden, waren hauptsächlich bestickt, mit einem erheblichen Gewicht, das eben durch die Stickereien verursacht wurde. Die Entwicklung dieser Technologie, die es ermöglicht, auf einen weißen Stoff eine Sponsoren-Lackierung mit einer speziellen Technik direkt auf das Gewebe zu drucken, hat zu einer enormen Gewichtsreduzierung geführt.”
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“Wir sprechen von etwa 600 Gramm pro Anzug, was im Kartbereich einen noch höheren Stellenwert hat”, sagt Delprato. Die Übertragung des Verfahrens auf die Formel 1 erforderte allerdings umfangreiche Entwicklungsarbeit, da sich feuerfeste Materialien nach FIA-Standard nur schwer färben lassen. Kym Illman/Getty Images Max Verstappen hatte in Zandvoort einen speziellen Rennanzug
“Vom Kartsport haben wir sie in den Rest der Rennsportwelt übertragen. Tatsache ist, dass feuerfeste Stoffe aus einer Faser bestehen, die extrem schwer zu färben ist, weshalb eine Reihe von Entwicklungen durchgeführt wurde.” “Ursprünglich hatten wir einen Rennanzug entwickelt, der nach FIA-Standards homologiert war, aber in Bezug auf die Performance nicht mit den Top-Produkten übereinstimmte; er war im mittleren Segment angesiedelt und wurde von uns eigentlich gar nicht für Top-Teams angeboten.”
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“Im Laufe der Jahre ist es uns jedoch nach vielen Anstrengungen und unzähligen Forschungsstunden gelungen, eine Lösung für diesen Anzug zu finden, der sublimiert werden kann”, ergänzt Delprato. Zu den Ergebnissen dieser Forschungsarbeit zählt unter anderem der One Art Air-Anzug, der Sublimationsdruck mit hoher Atmungsaktivität verbindet. Produktionszeiten: Fertigung innerhalb eines Tages möglich Die neueste Generation der OMP-Rennanzüge feierte beim Großen Preis von Singapur im Einsatz bei Mercedes ihre Premiere – im Rahmen einer exklusiven Kooperation zwischen OMP und Adidas. Das Druckverfahren ermöglicht anspruchsvolle Sonderanfertigungen, darunter das “Wolf”-Design, mit dem Mercedes in Japan ein Sponsorenjubiläum in Szene setzte. Ohne die Sublimationstechnik wären derartige Muster auf der Fahrerbekleidung kaum realisierbar. Wie lange die Fertigung dauert, hängt dabei von der Planung der jeweiligen Rennställe ab. Während einige Teams ihre Sonderaktionen bereits zu Saisonbeginn festlegen, entstehen andere Marketingprojekte erst kurzfristig.
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Dann kommt es vor allem auf eine schnelle Umsetzung an. “Oft werden die Sonderlackierungen erst sehr kurz vor dem Rennen festgelegt, und das ist der enorme Vorteil der von uns entwickelten Technologie”, betont Delprato. Bei Bedarf kann OMP ein komplettes Sonderdesign innerhalb eines Tages realisieren. Meistgelesen in unserem Netzwerk Formel 1
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“Wir sind in der Lage, einen Rennanzug in kürzester Zeit zu entwickeln. Es ist uns gelungen, einen Anzug mit extrem komplizierten Verzierungen sogar an einem einzigen Tag zu entwickeln, was es natürlich ermöglicht, den Anforderungen der Teams gerecht zu werden.”
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