Formel 1 vor Rückkehr nach Afrika: Deal für Ruanda kurz vor Abschluss

Formel 1 vor Rückkehr nach Afrika: Deal für Ruanda kurz vor Abschluss

 

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Die Formel 1 steht vor einer Rückkehr auf den afrikanischen Kontinent und könnte möglicherweise schon ab 2030 einen Grand Prix in Ruanda austragen. Das berichten aktuell verschiedene Medien, darunter RacingNews365 und die Londoner Times, und konnte durch unabhängige Recherchen von erhärtet werden.  Getty Images Der Business-District in Kigali, der Hauptstadt von Ruanda, aufgenommen im Jahr 2016

Bereits im Rahmen der FIA-Gala 2024, ausgetragen in der ruandischen Hauptstadt Kigali, hatte Ruandas Präsident Paul Kagame eine vielbeachtete Absichtserklärung abgegeben: “Ich freue mich, offiziell bekannt zu geben, dass Ruanda sich bewirbt, die Begeisterung des Rennsports nach Afrika zurückzubringen, indem wir einen Formel-1-Grand-Prix ausrichten.” Eine Ankündigung, die damals von Skepsis begleitet wurde, schließlich gibt es in Ruanda bislang keine Formel-1-taugliche Rennstrecke. Doch das ändert sich. In der Nähe des Bugesera International Airport, ungefähr eine Autostunde von der Hauptstadt Kigali entfernt, entsteht die Location für den brandneuen Grand-Prix-Kurs. Federführend in das Projekt involviert ist WurzDesign, die Firma des ehemaligen Formel-1-Piloten Alexander Wurz. Deal ist angeblich so gut wie unter Dach und Fach Laut Informationen von RacingNews365 wurde jetzt eine Übereinkunft getroffen, dass die Formel 1 dort wirklich fahren soll. Die Erstaustragung ist Stand heute frühestens für das Jahr 2030 geplant, und eine offizielle Bekanntgabe des Deals könnte schon in den nächsten Wochen erfolgen.
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Erst kürzlich hatte der ehemalige Formel-1-Pilot David Coulthard durchsickern lassen, dass ein Grand Prix in Ruanda demnächst offiziell bestätigt werden könnte: “Ich höre Gerüchte, dass wir schon bald eine Ankündigung zu Afrika bekommen werden. Wir werden also nach Afrika fahren”, sagte er in einem Interview im Podcast Up to Speed. Video wird geladen…  

Formel-1-CEO Stefano Domenicali hatte bereits im August gegenüber Medienvertretern erklärt, dass die Gespräche über eine mögliche Rückkehr eines Grand Prix nach Afrika “sehr gut vorankommen”. Und Lewis Hamilton hatte vor dem Saisonauftakt 2026 in Melbourne gesagt: “Seit sechs, vielleicht sieben Jahren kämpfe ich im Hintergrund dafür, dass es in Afrika einen Grand Prix gibt.” “Ich möchte den Sport nicht verlassen, ohne dass ich dort einen Grand Prix gefahren bin. Deshalb mache ich Druck. Sie nennen bestimmte Termine und ich denke mir: ‘Verdammt, mir könnte die Zeit davonlaufen.’ Also werde ich noch eine Weile bleiben müssen, bis es passiert. Das wäre großartig, weil ich zur Hälfte Afrikaner bin. Auf jedem anderen Kontinent gibt es ein Rennen – warum nicht in Afrika? Ich weiß, dass sie sich wirklich darum bemühen.” Afrika und die Formel 1: Die Geschichte Ganz neu wäre die Formel 1 in Afrika übrigens nicht. Tatsächlich fand das erste WM-Rennen auf dem Kontinent schon 1958 statt, und zwar in Marokko. In Casablanca gewann Stirling Moss im Vanwall das Saisonfinale. Weltmeister wurde trotzdem Mike Hawthorn, dem Platz 2 im Ferrari reichte, um Moss in der Endabrechnung um einen einzigen Punkt zu schlagen. Das Gastspiel in Marokko blieb allerdings einmalig. Zur eigentlichen Heimat der Formel 1 in Afrika entwickelte sich Südafrika. Ab 1960 gehörte der Grand Prix dort über weite Strecken zum WM-Kalender. Zunächst in East London, später vor allem in Kyalami.
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Die Strecke nördlich von Johannesburg wurde zu einem der Klassiker ihrer Zeit – allerdings auch zu einem Schauplatz eines der dunkelsten Wochenenden der Formel-1-Geschichte: 1977 kamen beim Grand Prix der junge britische Fahrer Tom Pryce und ein Streckenposten bei einem Unfall ums Leben. Das Rennen gewann Niki Lauda im Ferrari. Jody Scheckter berühmtester Fahrer aus Afrika Afrika brachte aber nicht nur Rennstrecken, sondern auch Formel-1-Fahrer hervor. Der mit Abstand erfolgreichste ist bis heute Jody Scheckter. Der in East London geborene Südafrikaner gewann zehn Grands Prix und wurde 1979 mit Ferrari Weltmeister – als bis heute einziger Fahrer vom afrikanischen Kontinent. Vier Jahre zuvor hatte Scheckter zudem als erster Südafrikaner seinen Heim-Grand-Prix gewonnen. Auch sein älterer Bruder Ian schaffte es bis in die Formel 1. Überhaupt war Afrika in den frühen Jahrzehnten der Formel-1-WM personell wesentlich stärker vertreten, als man es aus heutiger Perspektive vielleicht vermuten würde. Laut historischen Statistiken haben insgesamt 30 Fahrer aus Afrika zumindest eine Nennung für einen Grand Prix abgegeben, 23 davon kamen aus Südafrika.
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Neben den Scheckter-Brüdern gehörten etwa Tony Maggs und Dave Charlton zu den bekannteren Namen. Seit 1980 hat allerdings kein südafrikanischer Fahrer mehr an einem Formel-1-Rennen teilgenommen.   Kyalami 1993: Ayrton Senna im McLaren, Michael Schumacher im Benetton, Alain Prost im Williams

Auch der Grand Prix selbst verschwand wieder von der Bildfläche. Nach dem Rennen 1985 kehrte die Formel 1 Südafrika während der internationalen Isolation des Apartheid-Regimes den Rücken. Erst nach den politischen Veränderungen Anfang der 1990er-Jahre kam Kyalami für zwei weitere Grands Prix zurück: 1992 gewann Nigel Mansell, 1993 Alain Prost. Seit jenem Rennen am 14. März 1993 hat die Formel 1 keinen einzigen Grand Prix mehr auf afrikanischem Boden ausgetragen. Meistgelesen in unserem Netzwerk Formel 1
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Damit ist Afrika inzwischen der einzige dauerhaft bewohnte Kontinent, auf dem die heutige Formel 1 nicht fährt. Gerade deshalb wird seit Jahren über eine Rückkehr diskutiert. Lange galt Kyalami als naheliegendster Kandidat. Inzwischen deutet aber alles darauf hin, dass die Rückkehr 2030 in Ruanda stattfinden wird.

 
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